Frage von Cibek, 37

Ist es gut, bei Pensionskasse zusätzlichen Schutz zu nehmen wie Berufsunfähigkeit u. Todesfallschutz

Wenn man die Möglichkeit hat, über die Pensionskasse auch gleich BU' und Tod mitzuversichern, sollte man das kombiniert tun? Oder ist es besser, daß einzeln zu machen und die Verträge /Vorsorgen zu trennen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus, 37

Man sollte Altersvorsorge und Risikoabsicherung immer mit getrennten Verträgen abschließen. Alleine schon wegen der Flexibilität. Stell dir vor du wechselst den AG und der neue AG übernimmt deinen Pensionskassenvertrag nicht. dann musst du den Vertrag privat weiterführen, denn wenn du ihn stoppst, hast du weder Todesfallschutz noch BU-Versicherung. Übrigens auch die BU-Versicherung ist nicht so einfach abzuschließen. Da gibt es viele Fallstricke zu beachten.

Grundsätzlich stellt sich auch die Frage ob eine betriebliche Altersvorsorge (Pensionskasse) für dich überhaupt die richtige Schicht und die richtige Vorsorge ist.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Beispiel:

Mann, ledig, 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 € monatlich (=erforderliche Nettorente)

Um die Versorgungslücke von 540 €/Monat netto abzudecken, werden folgende Bruttorenten je Schicht benötigt:

Basisrente: 779 € Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 € Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 € Riesterrente: 779 € Private Leibrente: 568 € Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Der erforderliche Beitragsaufwand monatlich, um die Versorgungslücke abzudecken, beträgt:

Basisrente: 210 € Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302 € Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302 € Riesterrente: 210 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt) Private Leibrente: 110 € Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

Antwort
von Embachers, 29

Da wäre ich vorsichtig-Todesfallschutz schmälert die Altersrente- oft sind Einzelne Versicherungen günstiger. Auf jeden Fall Einzeln Angebote einholen und vergleichen.

Kommentar von Candlejack ,

Selbstverständlich schmälert ein Todesfallbaustein die Altersrente, wenn es um den gleichen Beitrag geht. Bei einer Rente + Todesfall für 50 EUR kommt natürlich weniger Rente raus als bei einer reinen Rente für 50 EUR.

Antwort
von billy, 25

Kommt auf die Kosten für jede einzelne Versicherung an. Alternativangebote sollte man auf jeden Fall vergleichen.

Antwort
von barmer, 25

Hallo,

das kommt darauf an.

Zunächst mal ist zu prüfen, ob man es braucht (Singles brauchen keinen Todesfallschutz).

Und wenn es es braucht, kann eine Kombination sehr nachteilig sein: WEnn die Altersversorgung nicht mehr bedient werden kann, ist dann auch die BU gefährdet !

Viel Glück

Barmer

Kommentar von Candlejack ,

Singles brauchen keinen Todesfallschutz

fragt doch bitte Eure Kunden, was sie wollen und brauchen. Sicherlich braucht ein Single keine hohe Todesfallabsicherung, aber in den letzten Jahren sind so viele Singles zu mir gekommen mit dem Wunsch auf eine kleine Absicherung, damit die Beerdigungskosten nicht die Familie finanziell belasten...

Der Rest macht Sinn.

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