Frage von baakbb, 10

Ist es egal, wenn der Wareneinkauf eines Kartonagenschredders nicht abgeschrieben wird?

Hallo, ich habe gerade festgestellt, dass mein Steuerberater Ausgaben für einen Kartonagenschredder (Zahlung an ..Handel GmbH) als Ausgaben nicht gebucht hat, weil dieser Schredder auch auf der Abschreibungsliste fehlt. Die Zahlung selbst hatte ich über mein Paypalkonto vorgenommen, hatte hier allerdings keine Rechnung beigefügt gehabt. Anbei habe ich auch einen Auszug (Teil) von meinem Paypalkonto dazu beigefügt. Ich verkaufe gewerblich sehr viel auf EBAY und mein Steuerberater bucht nämlich alles pauschal, was auf dem Paypalkonto eingeht auf Erlöse (8405), aber nicht jede Buchung einzeln. Das größere Problem dabei ist nun, dass lt. BWA, wie ich gesehen habe, der Betrag von 1299 Euro gar nicht als Ausgabe auftaucht und dieser Betrag scheinbar auch nicht gebucht worden ist (vielleicht einfach von der Buchhalterin auf privat).

Dass ich aber die Ausgabe hatte, war ja lt. Paypalauszug zu sehen und wenn ich etwas privat einkaufe, dann vermerke ich das nämlich in aller Regel auch auf dem Auszug, so dass dies die Dame, die bei mir die Buchhaltung macht, auch weiß, siehe dazu beigefügten Auszug.

Die Steuererklärung für 2011 wurde ja bereits gemacht. Muss der Steuerberater jetzt hier nicht eine Korrektur vornehmen und wer ist in diesem Fall verantwortlich für den Fehler?

Antwort
von freelance, 10

alles Spekulation und Raterei, wenn man die Unterlagen, die der Steuerberater erstellt hat, nicht im Detail kennt.

Diese Frage kann nur der StB beantworten. Mag sein, dass ein Fehler vorliegt. Mag sein, dass die Buchung vergessen wurde. Mag sein, dass....

Antwort
von Privatier59, 8

Muss der Steuerberater jetzt hier nicht eine Korrektur vornehmen

Ist der Bescheid für 2011 denn schon bestandskräftig? Falls nicht, ist das kein Problem. Falls doch, ist das ein Problem.

Wessen Buchhalterin ist das denn, die da den Fehler gemacht hat? Deine oder die des Steuerberaters? Kurzum: Die Sache ist derzeit recht undurchsichtig. Was ich mich ohnehin frage ist, wieso Du den Steuerberater nicht unmittelbar auf die Sache ansprichst. Was ist der Grund?

Kommentar von baakbb ,

Den Steuerberater darauf ansprechen, ist nicht das Problem. Der Bescheid von 2011 ist vorläufig (§ 164 Abs. 2 Satz 1 AO). Es geht darum, ob ich ein kostenloses Nacherfüllungsrecht habe, da die Ausgabe nicht als privat deklariert war meinerseits und die Buchhalterin es auf privat gebucht hat.

Antwort
von EnnoBecker, 5

und wenn ich etwas privat einkaufe, dann vermerke ich das nämlich in aller Regel auch auf dem Auszug

Ich hab unten die Auszüge angesehen. Du hättest vermerken sollen, dass es sich um ein Anlagegut für dein Unternehmen handelt UND die Rechnung dazugeben.

Neben der von P59 angeregten Prüfung (Bescheid 2011 noch angreifbar?) kannst du das Teil dann aber in 2012 nachbuchen. Hierbei kommt es darauf an, welche Rechtsform dein Unternehmen hat.

Bei einer Nicht-Kapitalgesellschaft kommen zwei Wege in Betracht:

Entweder man tut so, als hättest du das Gerät privat gekauft und du legst es jetzt ein (dann ist aber die Vorsteuer verloren) - oder du buchst es nach (dann ist die Abschreibung 2011 wahrscheinlich verloren, hier muss man die Rechtslage nochmal prüfen).

Bei einer Kapitalgesellschaft würdest du das Gerät an die Gesellschaft verkaufen (ebenfalls Vorsteuer verloren), als Sacheinlage einlegen oder wie oben nachbuchen.

Am besten wäre aber, wenn der 2011er Bescheid noch angreifbar wäre. Bei der Umsatzsteuer ist das kein Problem, die steht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. Bei der Einkommensteuer kommt es auf die Umstände des Falls an.

Hier kann dich dein Steuerberater beraten.

Antwort
von baakbb, 5

Hier noch die Bilder mit den Auszügen

Kommentar von blackleather ,

Woher soll man anhand dieser Auszüge erkennen, dass da ein Kartonagenschredder für das Betriebsvermögen angeschafft wurde?

Kommentar von baakbb ,

Hallo, ja, das ist richtig, dass man dies auf dem Auszug nicht erkennen kann. Es hätte also Ausgaben für Verpackungsmaterial, Frachkosten oder auch sonst was sein können. Es geht darum, ob ich ein kostenloses Nacherfüllungsrecht habe, da die Ausgabe nicht als privat deklariert war meinerseits und die Buchhalterin es schlichtweg als privat gebucht hat. Immerhin habe ich damit noch nicht mal einen Vorsteuerabzug geltend machen können und bei der Einkommenssteuererklärung habe ich auch einen dadurch höheren Gewinn, was ja eigentlich nicht stimmt. Der Steuerbescheid ist im Grunde noch änderbar (§ 164 Abs. 2 Satz 1 AO

Dazu bitte ich um Info.

Kommentar von blackleather ,

Es geht darum, ob ich ein kostenloses Nacherfüllungsrecht habe, da die Ausgabe nicht als privat deklariert war meinerseits und die Buchhalterin es schlichtweg als privat gebucht hat

Das bezweifle ich. Ein Nacherfüllungsrecht besteht bei mangelhafter Leistung des Dienstleisters (§ 634 Nr. 1 BGB). Wenn du mit dieser Sache vor meinen Richtertisch trätest, würde ich aber deinen Anspruch abschmettern, und zwar aus folgenden Gründen: Du selbst hast zu vertreten, dass über dein Paypal-Konto sowohl private als auch betriebliche Zahlungen laufen, folglich die Vermischung von Privat- und Betriebsausgaben. Insofern verletzt du selbst deine Sorgfaltspflicht als Gewerbetreibender, für Klarheit in deinen betrieblichen Verhältnissen zu sorgen (die sich mindestens aus den Vorschriften zur steuerlichen Gewinnermittlung ergibt, falls du nicht sogar buchführungspflichtig nach HGB bist), und hast deshalb etwaige Unklarheiten, die sich aus dieser Vermischung ergeben, selbst zu vertreten bzw. für deren Aufklärung zu sorgen. Unterlässt du dies, kann der Steuerberater davon ausgehen, dass nur diejenigen Vorgänge betrieblicher Natur sind, die du auch als solche kennzeichnest. Und das war bezüglich des Kartonagenschredders eben nicht der Fall.

Kommentar von baakbb ,

Na, aber im umgekehrten Falle, wo als gewerblich deklariert, hatte die Buchhalterin auch schon daraus privat gemacht, wenn es aber auch nur ein Kleinbetrag war.

Kommentar von blackleather ,

Mag sein, aber das ist ein anderer Sachverhalt. Für den wäre zu prüfen, ob das, was als Betriebsausgabe deklariert war, auch nach der gesetzlichen Definition tatsächlich eine war oder nicht. In ersterem Fall wäre wahrscheinlich ein Nachbesserungsanspruch zu bejahen. In letzterem Fall wäre die Buchhalterin nicht befugt gewesen, den Betrag als Betriebsausgabe zu erfassen und musste ihn folglich als privat buchen (Wo hätte sie ihn sonst lassen sollen?).

Jedenfalls kann man aus einem solchen anderen - für sich zu entscheidenden - Sachverhalt keinen Nachbesserungsanspruch hinsichtlich des Schredders ableiten.

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