Frage von aussenwirt, 326

Ist es auch als Akademiker sinnvoll eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen?

Ist es auch als Akademiker bzw in einem Schreibtischhockerberug sinnvoll eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen?

Antwort
von Ginger2045, 326

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung macht in diesen Fall auf jeden Fall Sinn. Denn vom Staat erhält man in der Regel keinen Schutz. Die bestehende Erwerbsminderungsrente, reicht in vielen Fällen nicht aus, um den Alltag damit bestreiten zu können. Auch die berufspezifischen Versorgungswerke sind ehr schlecht. Da die erst ab einer Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent zahlen. Die meisten Versicherer zahlen bereits ab 50 Prozent. Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es auch auf http://www.deutsche-berufsunfaehigkeitsversicherung.de/sinnvoll/ .

Antwort
von Kevin1905, 316

Akademiker können keine Krankheiten - auch mitunter psychischer Natur - bekommen welche sie zu mind. 50% einschränken ihren Beruf weiter auszuüben?

Ich bin der Meinung die Gefahr besteht durchaus, von daher sollte JEDER eine BUV haben, der kein Nettovermögensmillionär ist und irgendwie aktives Arbeitseinkommen oder Einkünfte aus selbständigen Tätigkeiten benötigt um seinen Lebensstandard zu erschaffen.

Antwort
von cooljunker, 281

Sinnvoll kann es sein. Ich habe mich dagegen entschieden, weil es mir zu teuer ist und ich es mir nicht leisten kann. was kann denn passieren? Wenn man beide Arme/Hände verliert kann man glaube ich nicht mehr arbeiten, Schwerschnittsgelehmt auch nicht. aber ich erachte es im Preis / Leistung bei mir nicht mehr angebracht. bin 27 und Familienvater. Kollegen bei Edeka hatten eine BU vom AG und die war echt billig. Vllt. bietet dein AG sowas auch an?

Kommentar von vulkanismus ,

Ob nun "schwerschnittgelehmt" oder nicht. Berufsunfähig kann fast jeder werden.

Kommentar von Kevin1905 ,

Ich bin in der Versicherungsbranche, wenn ich aus irgendeinem Grund nicht mehr reden kann bin ich BU.

Sobald du "Rücken" oder "Kreislauf" hast, wirst du deine Entscheidung evtl. bereuen. Dann bist du nur wahrscheinlich zu alt oder zu krank und keiner mag dich mehr versichern.

Kommentar von Candlejack ,
weil es mir zu teuer ist

was genau ist für Dich zu teuer ? Wenn Du noch 30 Jahre 80 EUR zahlst, kostet Dich die BU 28.800. Wenn Du in der Zeit 1.500 verdienst, ist das Risiko 540.000 EUR hoch ! Die Kollegen hatten bestimmt eine BU über die Entgeldumwandlung. Da kostet die genauso viel, durch die Vorteile der BAV zahlst Du allerdings knapp die Hälfte real. Habe ich bei meiner Schwester so gemacht.

Jeder vierte wird BU. 10% Unfall, 90% Krankheit: Herz, Kreislauf, Gefäße, Schlaganfall, Durchblutung, Knochen, Muskeln, Gliedmaßen, MagenDarm, Stoffwechsel, Krebse und Tumore... Wenn Du das alles verhindern kannst du vorsichtiges Leben, dann viel Erfolg !

Kommentar von Niklaus ,

Also gilt.

Lieber Arm dran als Bein ab.

Antwort
von Niklaus, 236

Es ist nach der Krankenversicherung und Privathaftpflicht die wichtigste Versicherung. Es geht um deine Existenz. Deine Lebensgrundlage, die Absicherung deiner Arbeitskraft. Rechne mal dein Lebenseinkommen nach und überlege wir du das je bekommen solltest, falls du BU wirst. Wobei es immer noch besser ist, man zahlt ein Leben lang eine BU-Versicherung und wird nicht BU.

Aber Achtung mit dem Abschluss kann man eine Menge fehle machen.

Kommentar von Niklaus ,

fehle <- sollte Fehler heißen

Antwort
von Candlejack, 250

Mal wieder:

Es ist VÖLLIG EGAL, ob Du Akademiker oder Dachdecker bist. Solange Du auf Dein Einkommen angewiesen bist, um Rechnungen und Dinge des Lebens zu bezahlen, solltest Du diese Einkommen absichern. Natürlich hat ein Akademiker grundsätzlich ein geringere Risiko als ein Dachdecken. Aber da nur 10% der BUs aus Unfallgründen passieren und 90% aufgrund Krankheit, die auch ein Akademiker bekommen kann, sind Akademiker nicht grundsätzlich risikolos. Zum anderen werden die genauso häufig BU wie Dachdecker, nur aus anderen Gründen. Und ich hab die letzten Jahren mehr Schriebtischtäter BU gehen sehen als Handwerker ;-)

Kommentar von GAFIB ,
Zum anderen werden die genauso häufig BU wie Dachdecker, nur aus anderen Gründen.

Das stimmt allerdings so nicht. Akademiker als Gruppe liegen bei 5-10% BU-Risiko, gegenüber 25% BU-Risiko in der Gesamtheit aller Berufe (mit starken Spreizungen je nach Beruf, weshalb auch die Tarife sehr stark gespreizt wurden in den letzten Jahren).

Kommentar von Candlejack ,

Ich kenne da x Statistiken, die sich widersprechen. Fakt ist, dass ich die letzten Jahre mehr Bürohengste habe BU gehen sehen als Handwerker. Und Fakt ist auch, dass es Physiker statistisch zu 3% treffen kann. Solange es DICH als Physiker trifft, ist das Problem Existentiell. Seltsam ist nur eins: für 3% Wahrscheinlichkeit in meinem Markt von 25% will man keine BU abschließen. Für eine Chance von 1:140 Mio spielen aber jede Woche Millionen Lotto. Ich kenne bereits viele, die BU geworden sind. Lottogewinner kenne ich bisher nicht EINEN ;-)

Antwort
von freelance, 218
als Akademiker bzw in einem Schreibtischhockerberug

das ist schon sehr ungenau. Auch ist nicht klar, wie derjenige sein Geld verdient. Ich denke hier an selbständig oder auch angestellt. Das macht einen Unterschied.

Bedenke, dass psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch sind und recherchiere mal die Quote der Berufsunfähigkeiten wegen psychischer Erkrankungen. Das ist keine kleine Zahl.

"Schreibtischhocker" unterliegen diesen Erkrankungen mehr als du denkst. Und dann ist die Frage, wie so einer im Fall der Fälle abgesichert ist.

Kommentar von Kevin1905 ,

Schreibtischhocker kriegen "Rücken" ;-)

Antwort
von Privatier59, 201

Gehts noch pauschaler? Ein Zahnarzt ist schon berufsunfähig wenn er dem rechten Zeigefinger nicht mehr bewegen kann. Ein Anwalt erst dann, wenn der Kopf ab ist.

Kommentar von wfwbinder ,

Das ist dann aber ziemlich gründlich "Berufsunfähigkeit."

Kommentar von Candlejack ,
Ein Anwalt erst dann, wenn der Kopf ab ist.

Beim Anwalt geht es um Denkvermögen, Konzentratiosnvermögen, Erinnerungsvermögen, Ausdauer, Auferksamkeit, Sitzen, Sehvermögen, Ausdrucksvermögen... es gibt mehr als genug Möglichkeiten, als Anwalt BU zu sein, ohne dass der Kopf ab ist. Und wenns ein Tumor wird, Muskelerkrankung, Stoffwechsel etc. ? Dann ist der Kopf auch nicht ab, aber der Anwalt BU.

Es ist also etwas komplizierter als "Kopf ab". Solche Argumente höre ich eher von pauschalisierenden Kunden !

Kommentar von Privatier59 ,

Der Satz stammt von einem mir bekannten Anwalt und es ist ja was Wahres dran. Es gibt Anwälte die im Rollstuhl sitzen, ein Chirurg oder besagter Zahnarzt müßte da längst in Rente gehen. Richtig ist allerdings, dass es noch Vorstufen zum "Kopf-ab" gibt und das sind dann die, mit denen man sich mit der BU-Versicherung heftig streiten wird. Meiner Erinnerung nach ist das ja ein Versicherungszweig in dem das wohl schon üblich ist.

Kommentar von Candlejack ,

Dass der Satz von der Zielgruppe stammt, macht die Aussage nicht richtiger. Ich habe schon einige getroffen, die eine BU eher widerwillig machten, weil sie ja auch mit Kopf unterm Arm noch können, und dann wegen weniger aussteigen mussten ;-)

Natürlich gibt es Anwälte die im Rollstuhl sitzen und von denen auch genügend, die NICHT mehr arbeiten. Die Frage bei einer BU ist ja nicht, ob Du erwerbsunfähig bist, sondern ob 50% BU erfüllt sind. Nicht jeder möchte sich am blutigen Stumpf zur Arbeit schleifen und die BU gibt Dir auch die Möglichkeit dazu ;-)

Antwort
von barmer, 180

Ja,

auch hier sind psychische Erkrankungen im Vormarsch.

Trotzdem sind diese Versicherungen für Akademiker unanständig billig.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von GAFIB ,

Nach neuesten Zahlen beträgt der Anteil an psychischen Erkrankungen sogar bereits 41%, gefolgt von 14% "Skelett", 13% "Krebs" etc.

Richtig ist auch, dass Akademiker weit unterdurchschnittlich häufig berufsunfähig werden, nämlich nur zu ca. 5% Anteil, angeführt von Physikern mit ca. 3% bis hin zu Managern/Unternehmern mit ca. 8%. Deshalb sind diese Berufsgruppen auch sehr preisgünstig abzusichern - was aber wichtig bleibt und besonders leicht finanzierbar ist.

Quelle: Morgen & Morgen, Analysehaus (Tagung Juni 2014)

Antwort
von althaus, 184

Schon mal an psychische Erkrankungen gedacht?

Antwort
von NasiGoreng, 167

Berufsunfähigkeit ist ein Problem, welches meist erst im Rentenalter eintritt. Dann braucht man eine solche Versicherung aber nicht mehr und hat die Beiträge viele Jahrzehnte für die Katz bezahlt. Dazu kommt, dass bei beruflich bedingten Unfällen die Berufsgenossenschaft zahlt.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hilft mehr den notleidenden Versicherungen als dem Versicherten.

Kommentar von Candlejack ,
Berufsunfähigkeit ist ein Problem, welches meist erst im Rentenalter eintritt.

Durchschnittliches Alter von BUs: 43 ! Ich erlebe auch Leute Mitte/Ende 20. Sind die alle im Rentenalter ?

hat die Beiträge viele Jahrzehnte für die Katz bezahlt.

genau wie für Haftpflicht, Hausrat, Kfz, Rechtsschutz, Unfall...

Dazu kommt, dass bei beruflich bedingten Unfällen die Berufsgenossenschaft zahlt.

ja, aber beruflich bedingt sind 7,5% und die Leistungen entsprechen dann auch nciht einer vollen BU und haben andere Prüfungen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hilft mehr den notleidenden Versicherungen als dem Versicherten.

Frag mal die Versicherten, die es getroffen hat ! Völlig sinnlose Polemik ohne Praxiserfahrung. Aber vielleicht lernst Du dieses Problem mal kennen, dass Du nicht mehr kannst, der Staat 250 EUR zahlt, kein anderer zahlt und Du zum Amt gehst für HartzIV. Ich kenne da paar Fälle.

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