Frage von Dietzel, 17

ist eine telefonische Bestätigung einer Versicherungskündigung rechtswirksam?

Ich habe als gerichtliche Betreuerin die Hausratversicherung fristgemäß für die Betroffene zu 2013 im Rahmen der Haushaltsauflösung gekündigt. Die Versicherung bestätigte mir telefonisch den Eingang und schickte mir noch ein Angebot einer Haftpflichtversicherung zu. Darauf habe ich nicht reagiert. Zur Fälligkeit wurde erneut vom Konto abgebucht, dem habe ich widersprochen u. rückgebucht. Erneut die Versicherung angeschrieben. Diese schreiben jedoch immer an die Betroffene, obwohl ich den Aufgabenbereich der Postangelegeneheiten habe. Eine Veränderungsmitteilung wurde geschickt- unbeantwortet- Mahnungen- unbeantwortet. Ich habe mich mit der Zentrale in Verbindung gesetzt, welche mir zu guter letzt eine Kündigung zu 2014 bestätigte. Auf diesen Unsinn habe ich nicht mehr reagiert- Jetzt Inkasso- wieder an die Betroffene... Eine schriftliche Bestätigung der Kündigung habe ich nie erhalten.

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Antwort
von Mikkey, 8

Zur Frage:: Natürlich

Aaaaaber...

Kannst Du erfolgte Kündigung und deren Bestätigung nachweisen? Da liegt der Hase im Pfeffer. Du hast keine Chance, wenn Dein damaliger Gesprüchspartner das Telefonat einfach abstreitet.

Antwort
von Primus, 5

Auf diesen Unsinn habe ich nicht mehr reagiert

Noch mehr kann niemand falsch machen!

Spätestens auf dieses Schreiben hättest Du schriftlich reagieren - und gegen den Kündigungstermin Widerspruch einlegen müssen.

Ob Du nun noch die Möglichkeit hast, aus dieser Geschichte halbwegs vernünftig raus zu kommen, wage ich zu bezweifeln.

Antwort
von Candlejack, 5

Du bist eine gerichtliche Betreuerin, hast aber scheinbar keine Ahnugn von dem, was zu tun ist, denn mehr falsch machen als Du kann man nicht ! Ich überlege gerade, die Betreuung für jemanden zu beantragen, weil auch meine Zeit und Kraft begrenzt ist, aber scheinbar muss ich den Betreuer sehr genau prüfen, wenn da genauso jemand kommt wie Du...

Eine telefonische Bestätigung der Kündigung ist für mich nicht akzeptabel, wenn sie wichtig ist. In einem Telefonat würde ich maximal um eine schriftliche Bestätigung bitten oder mir dann ganz genau aufschreiben, welche Mitarbeiterin mich wann angerufen hat und was sie bestätigt hat ! Ansonsten hätte ich eine Kündigung entweder per Fax geschickt mit Faxprotokoll oder ein Einschreiben mit Einwurfbestätigung. Ist das billigste Einschreiben und Du hast die Bestätigung, dass sie in den Briefkasten zugestellt wurde. Ich habe noch NIE einen Anbieter gesehen, der sich dann noch gesträubt hat ! Mahnungen nicht zu beantworten und jetzt auch ein Inkasso als "Unsinn" nicht zu beantworten, ist der völlig falsche Weg. Auch wenn das Inkasso in der Form nicht zulässig ist bzw. mich persönlich kalt lässt.

Du bist dafür da, dem Betroffenen zu helfen und ihm die Arbeit abzunehmen, zu der er scheinbar nicht mehr in der Lage ist. Derzeit ist das Ergebnis für den Betroffenen trotz Betreuung genauso haarsträubend, als hätte er es selbst gemacht :-(

Antwort
von billy, 5

Eine telefonische Bestätigung der Versicherungskündigung ist im Streitfall schwer nachzuweisen, was ja auch aus der Fragestellung hervorgeht. Mit welcher Person, welches Sachgebiet oder Abteilung haben Sie zu welcher Zeit gesprochen ? Gibt es eventuell eine Sprachaufzeichnung oder besser einen Zeugen des Gespräches ? Wenn Sie alle Fragen bejahen können würde ich es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen.

Antwort
von SBerater, 4

als gerichtliche Betreuerin

Wenn du diese Aufgabe auch erfüllen willst, wirst du dich nicht das letzte Mal mit Organisatorischem herumärgern müssen. Und nachdem du als diese agierst und jemand anderen vertrittst, gilt es genau zu agieren, sonst kommt es zu dem, was du jetzt hast.

Will man Kündigungen rechtskräftig zustellen, dann ist das Minimum ein Einwurfeinschreiben, besser eines mit Rückschein. Bei Versicherungen nimmt das Schreiben immer einer an. Wenn du dann noch den sog. Tracking-Code der Post hast, kannst du dir all die Mühe und Jammerei sparen, denn dann hast du den Nachweis der Zustellung.

Dass die Post immer noch an die Betreute geht ist das eine. Aber auch wenn dem so ist, ist das doch keine Tragödie.

Du wirst nicht umhin kommen, hier schriftlich zu agieren, NICHT telefonisch. Im Moment hast du immer noch keinen Nachweis der Zustellung.

Antwort
von Sobeyda, 4

Eine Kündigung muss nicht bestätig werden. Wenn die Versicherung mit der Kündigung nicht einverstanden ist, muss sie ihr widersprechen. Wenn sie nicht reagiert, ist die Kündigung gültig. Allerdings musst Du im Streifall den Zugang der Kündigung nachweisen, was schwierig wird, wenn Du sie nicht als Einschreiben mit Rückschein gesendet hast.

Vertragspartnerin für die Versicherung ist die von Dir betreute Person, daher wird sie so lange an diese schreiben, bis Du der Versicherungs einwandfrei nachweist, dass Du die gerichtlche Betreuung übernommen hast und auch rechtliche Angelegenheiten regeln darfst.

Möglicherweise gibt es jetzt noch eine Möglichkeit auf vorzeitige Beendigung des Vertrags, weil der Haushalt aufgelöst wurde und die Versicherung nun Beiträge kassiert, obwohl sie gar kein Risiko mehr trägt.

Kommentar von Mikkey ,

Möglicherweise gibt es

Jo, gips, §80 VVG

Kommentar von alfalfa ,

Wagniswegfall, ja da bin ich bei Dir. Ansonsten beim Thema Kündigung argumentierst Du nach VVG a.F. Sollte Legitimation vorgelegen haben, so stiimt Dein Argumentär nach VVG n.F. nicht, da dann Hauptfälligkeit gilt!

Kommentar von Sobeyda ,

Bei Kündigung argumentiere ich mit dem, was ich mal in meiner kaufmännsichen Ausbildung gelernt habe.

Kündigung ist eine einseitige empfangsbedürfige Willenserklärung.

Einseiteig => muss nicht bestägigt werden. Empfangsbedürftig => muss dem Empfänger zugegangen sein, daher ist eine Bestätigung praktisch und der Rechtssicherheit dienlich.

Kommentar von alfalfa ,

Lex Specialis sui generalis. Dein Argumentär ist richtig, doch es gab im BGB AT fundamentale Änderungen auch in dem Bereich, die durch VVG neue Fassung konkretisiert wurden. Es muss jetzt genau unterschieden werden wer die Kündigung wie abgibt und auf welchem Medium. Beispiel: Es ist ein fundamentaler Unterschied ob ein Makler (oder Rechtsperson) oder der Verbraucher die Kündigung ausspricht. Und dann noch die Frage, ob der Vertrag unter VVG alte oder neue Fassung geschlossen wurde. Was einfacher werden sollte, wurde im Ergebnis nur komplexer. Leider

Kommentar von Candlejack ,

was schwierig wird, wenn Du sie nicht als Einschreiben mit Rückschein gesendet hast

Einwurfeinschreiben erfüllt den gleichen Zweck und ist günstiger.

Antwort
von Privatier59, 3

Sorry: Ich habe kein Verständnis dafür, wenn man die paar Euro für ein Einschreiben sparen oder die Mühen einer Fax-Mitteilung nicht auf sich nehmen will. Dann kommt man in diese fatale Situation und die ist hier ganz besonders peinlich weil man als Betreuerin für jemand anderen gehandelt hat und sich nicht nur Schadensersatzansprüche, sondern auch eine Blamage einhandelt.

Aber um die Frage zu beantworten: Ich würde schriftlich -und diesmal per Einschreiben- Frist zur Bestätigung der Kündigung setzen und die Einschaltung eines Anwalts und die Beschwerde bei der Versicherungsaufsicht androhen. Das müßte reichen.

Antwort
von alfalfa, 3

Tja, wo soll ich anfangen: 1, Hast Du Dich schriftlich legitimiert? Wenn nein, wird nach wie vor der VN angeschrieben. So lange ist der Vertrag gültig. 2. Schon mal mit Wagniswegfall argumentiert? Long story, short told: Die Versicherung hat konform gehandelt. Ignorieren ist keine Lösung: Legitimieren-schriftlich kündigen- Lehrgeld zahlen und gut ist es. Den Bock hast Du geschossen, indem Du im Unklaren über Rechte und Pflichten warst. Klingt komisch, ist aber so..

Antwort
von blnsteglitz, 3

Hüstel-

als gerichtliche Betreuerin solltest du wissen, dass Mann/Frau sich niemals auf eine mündliche Zusage am Telefon verlässt (Wie dumm ist das denn?) - schon garnicht wenn es um eine Kündigung einer Versicherung etc. geht.

Auf diesen Unsinn habe ich nicht mehr reagiert

war auch falsch......

Und um deine Frage zu beantworten: Ich denke Nein -

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