Frage von regihl, 3

Ist eine Sammelklage betreffend der SEB möglich und/oder sinnvoll?

Auch ich bin eine der vielen Geschädigten. Ich fühle mich von dem Berater der Deutschen Vermögensberatung verkehrt beraten. Ist es sinnvoll, dass sich Geschädigte zusammenschließen und eine Sammelklage anstreben gegen die Berater der Deutschen Vermögensberatung oder direkt gegen die SEB? Wer kennt ein seriöses Internet-Forum, in dem sich bereits SEB-Fonds-Anteilnehmer zusammengeschlossen haben?

Antwort
von Privatier59, 1

Das Wort "Sammelklage" wird zwar gerne verwendet, hat aber hierzulande überhaupt keine rechtliche Bedeutung. Wenn sich hier mehrere Personen zusammentun, ist das nichts anderes als eine Verbindung von Einzelklagen mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen:

Jeder Kläger muß für seine eigene Klage alle Voraussetzungen darlegen um den Prozeß gewinnen zu können.

Was Deine konkrete Sache betrifft: Wo soll denn irgendein schadensersatzbegründendes Fehlverhalten der Fondsgesellschaft zu sehen sein? Die Klage gegen SEB kannst Du gleich vergessen.

Was den Fondsvermittler betrifft, so ist in diesem speziellen Fall schon mal das Problem, zum derzeitigen Zeitpunkt einen Schaden geltend zu machen. Wieviel Geld an die Anteilseigner ausgeschüttet wird, kann man erst nach Abschluß der Liquidation des Fonds im Jahr 2017 sagen.

Darüber hinaus müßte man konkret darlegen können, dass falsch beraten wurde. Hellseher braucht kein Fondsvermittler zu sein. Wenn die Vermittlung vor langer Zeit stattgefunden hat, also bevor die ersten Probleme auftraten, bestand sicher überhaupt kein Anlaß, die jetzige Situation zu thematisieren. Man müßte also konkret darlegen, dass zu solchen Warnhinweisen Anlaß bestand.

Natürlich gab es in der Vergangenheit Gerichtsverfahren sie in vergleichbaren Fällen zu Gunsten der Anleger ausgegangen sind, das waren aber eher wenige. Die große Mehrzahl der Kläger ist mit ihren Ansprüchen gescheitert.

Was Du brauchst, ist nicht irgendein Fachforum für SEB-Geschädigte, sondern die Beratung durch einen auf das Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt. Diesen Gang solltest Du auch nicht auf die lange Bank schieben. Es gibt in solchen Fällen Verjährungsfristen und die sind mit 3 Jahren recht knapp bemessen und ich fürchte ohnehin, dass diese Fristen bei Dir schon abgelaufen sind. Falls das nicht der Fall sein sollte, dürfte es jetzt im Wortsinne auf jeden Tag ankommen.

Kommentar von Zitterbacke ,

Du kannst aber auch den Mut anderer in die richtige Richtung lenken !! Schön.

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