Frage von Zorella,

Ist eine Lohnsteuerkarte auch für kurzfristige Studentenjobs Pflicht?

Braucht man für einen kurzfristigen Studentenjob in den Semsterferien auch eine Lohnsteuerkarte bzw. muss man die Einnahmen ans Finanzamt melden oder nicht?

Antwort
von Primus,

Ob eine kurzfristige Beschäftigung als berufsmäßig eingestuft wird oder nicht, wirkt sich im Wesentlichen auf die Sozialversicherungspflicht aus. In den meisten Fällen führen aber weder Studenten noch Arbeitgeber Beiträge ans Finanzamt ab. Das ändert sich jedoch, wenn Sie länger als ein halbes Jahr (d.h. mehr als 26 Wochen oder 182 Kalendertage) über 20 Stunden pro Woche bei verschiedenen Arbeitgebern

gejobbt haben. Damit verlieren Sie Ihr sogenanntes “Werkstudenten-Privileg”, und Ihr Nebenjob gilt als berufsmäßig. Dementsprechend werden auf Ihren Verdienst Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung fällig. Das tritt auch ein, wenn beispielsweise abzusehen ist, dass eine kurzfristige Beschäftigung innerhalb der Vorlesungszeit verlängert werden wird.

Lohnsteuerpflicht

Anders sieht es bei der Lohnsteuer aus. Kurzfristige Beschäftigung sind in der Regel voll lohnsteuerpflichtig. Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Kurzzeit-Job pauschal mit 25 Prozent zu versteuern. Hinzu kommt: Ledige haben einen jährlichen Grundfreibetrag von 8130 Euro (ca. 677 Euro monatlich).

So kommt der Nebenjob Sie nicht nur günstiger, über die Einkommensteuer können Sie sogar noch etwas vom Staat zurückbekommen

Auszug aus: http://www.studentenhilfen.de/karriere/studentenjobs/kurzfristige-beschaeftigung...

Kommentar von Mikkey ,

In den meisten Fällen führen aber weder Studenten noch Arbeitgeber Beiträge ans Finanzamt ab

Sprich: an die Sozialversicherung ;-)

Ergänzung: Für einen Studenten lohnt sich im Normalfall eine geringfügige Beschäftigung nicht, weil er wie hier geschrieben von der Sozialversicherung befreit ist und seine Steuern vollständig oder größtenteils nach einer EStE erstattet bekommt.

Kommentar von Primus ,

Genau :-))

Kommentar von FREDL2 ,

@Mikkey:

seine Steuern vollständig oder größtenteils nach einer EStE erstattet bekommt.

Stimmt. Aber nicht selten wollen sie kein Jahr warten, bis eine Erklärung abgegeben werden kann + Bearbeitungszeit. Gefragt war aber lediglich, ob es nur mit Lohnsteuerklasse geht, oder auch anders.

Antwort
von amadeusmozart,

Für einen kurzfristigen Job ist dies in der Regel nicht notwendig, außer der Arbeitgeber führt Lohnsteuer ab, die du dir am Anfang des nächsten Jahres zurückholen kannst. Wenn du über das ganze Jahr gerechnet unter dem Steuerfreibetrag von 8004 Euro bleibst brauchst du keine Steuern zahlen.

Antwort
von MadRampage,

Ich nehme an du meinst die "kurzfristige Beschäftigung", diese liegt vor wenn das Arbeistverhältnis:

  • auf nicht mehr als 2 Monate oder insgesamt 50 Arbeitstage befristet ist und
  • nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

Diese sind in so fern priviligiert, dass KEINE Sozialabgaben anfallen. Steuerpflichtig sind diese Einkünfte aber (spätestens über 450€ im Monat) und daher muss auch eine Steuer vom Arbeitgeber abgefragt werden (elektronische Lohnsteuerkarte)

Kommentar von FREDL2 ,

@MadRampage: bis da

berufsmäßig ausgeübt wird

ist`s richtig. Ab da

Steuerpflichtig sind diese

leider falsch.

Kommentar von MadRampage ,

Hallo FREDL2. Ich habe auch schon mal als "kurzfristiger" gejobbt und es wurden mir so erklärt. Auch wurde eine Steuerkarte gefordert und Steuern einbehalten, jedoch keine Sozialabgabenabgezogen.... Daher meine Frage: Was genau ist falsch?

Selbst in Deinem Link steht: "Der Verdienst durch eine kurzfristige Beschäftigung ist ganz normal zu versteuern. Bis zu einem Jahresverdienst für Alleinstehende von 8.004 Euro bleiben die Einkünfte komplett steuerfrei. Eine Steuerkarte muss entsprechend vorgelegt werden."

Kommentar von FREDL2 ,

@MadRampage: Die kurzfristige Beschäftigung kann auch Saisonarbeit, Ferienarbeit, Drecksarbeit genannt werden. Steuerpflichtig ist sie immer.

Aber. Der Punkt ist die Versteuerung. Bei Einhaltung der Bestimmungen für eine Tätigkeit als kurzfristige Aushilfe kann der AG den AL nach § 40a Abs.1 S. 1 u. 2 EStG pauschal versteuern. Kann. Er kann aber auch eine Lohnsteuerklasse verlangen.

Mit Minjobbern hat das nix zu tun. Die 40a Abs.1 S. 1 u. 2-Versteuerung gab es schon immer und es hat sich nichts geändert.

Antwort
von FREDL2,

Ein Student oder wer auch immer, kann kurzfristig mit Lohnsteuerklasse oder - bei Einhaltung bestimmter Voraussetzungen - als kurzfristige Aushilfe beschäftigt werden.

Der 2. Fall wäre z. B. eine Nebentätigkeit die vorab zeitlich begrenzt ist. Eine kurzfristige Tätigkeit kann max. 2 Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr ausgeübt werden. Der daraus entstandene Arbeitslohn muss vom Arbeitgeber mit 25% Lohnsteuer + Soli + evtl. KiSt pauschal versteuert werden. Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an.

Wenn der kurzfristig beschäftigte Student 1.000 Euro für seine kurzfristige Tätigkeit bekommt, erhält er in Fall 2 eben 1.000,00. Alles andere zahlt der AG.

Mit Lohnsteuerklasse (Fall 1) hat er steuerliche Abzüge, welche er mit einer Einkommensteuererklärung wieder zurück erhalten kann.

Sollten also die Voraussetzungen für Fall 2 gegeben sein und der AG stimmt zu, dann würde ich als Student das wählen. Les Dich mal ein http://www.nebenjobs.info/kurzfristige-beschaeftigung-aushilfe

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