Frage von tella199, 43

Ist eine Korrektur der Umsatzsteuer-Voranmeldung am Jahresende möglich, bzw. schicke ich bei der monatliche UStVA Rechnungskopien an das Finanzamt?

Hallo liebe Community,

zum 02.01.17 bin ich als Einzelunternehmer selbstständig. Da ich umsatzsteuerpflichtig sein werde, setze ich mich nun seit einiger Zeit mit der monatlich durchzuführenden Umsatzsteuer-Voranmeldung auseinander.

Zu meiner Frage:

Ich habe vor 2 Monaten einen rechtlichen Disput mit meinem alten Arbeitgeber gehabt. Zu diesem Zweck habe ich mir juristische Hilfe genommen und auch eine ordentliche Rechnung erhalten. Da es im weitesten Sinne schon eine Vorableistung zu meiner Selbstständigkeit war, würde ich gerne schauen, ob ich diese Rechnung nicht auch als Vorgründungskosten zu den Betriebsausgaben setzen und mir die 19% USt. nicht mit meiner ersten UStVA zum 10. Februar (für Januar) vom FA zurückholen kann.

Ich habe es so verstanden, dass ich jeweils spätestens zum 10. des Folgemonats per Elster die UStVA rausschicke und dann entweder die zu zahlende Umsatzsteuer an das FA überweise oder aber die Vorsteuer erstattet bekomme. Gerade jetzt im Dezember sind einige Investitionen getätigt worden, so dass ich im 1. Monat mit einer Erstattung von 400-500 Euro kalkuliere.

Für die monatliche UStVA aber schicke ich doch noch keine Rechnungskopien mit raus, wenn es sich nicht um horrende Vorsteuer-Summen handelt, oder doch ? Falls nicht, gehe ich davon aus, dass das ja sicherlich spätestens zur Umsatzsteuerjahreserklärung der Fall sein wird. Würde ich erst dann die Info vom FA erhalten, dass die Rechnung nicht angenommen wird als Betriebsausgabe und die Vorsteuer zurückgefordert ?

Ich danke Euch schon im Voraus für eure Hilfe.

Liebe Grüße tella

Antwort
von MarainerInkasso, Business, 24

Das sollte so funktionieren, dass man die "Vorgründungskosten" bei der ersten Umsatzsteuererklärung geltend macht. Rechnungskopien muß man nicht mit einsenden, man muß aber gegebenenfalls mit einer Rückfrage von Seiten des Finanzamtes rechnen, und zwar dann, wenn viel an Erstattungsanspruch zustande kommt. 

In einem solchen Fall muss man sich mit dem Finanzbeamten eben auseinander setzen und vielleicht auch nachträglich noch die Rechnungen einreichen, das kann so sein, muß aber nicht sein. 

Zum Jahresende muß man die Rechnungen auch nicht einreichen, da macht man einfach die Jahreserklärung und fertig.

Spätestens bei einer eventuellen Steuerprüfung/Betriebsprüfung wird man sich mit dem Prüfer auseinander setzen müssen, wenn er denn Bedenken gegen die abgesetzten Rechnungen äußert. Dann würde es gegebenenfalls auch zu einer Nachzahlung kommen, falls man die Bedenken des Prüfers nicht entkräften kann.

Ich weise darauf hin, ich bin kein Steuerberater, und was ich hier schreibe ist mein Erfahrungshorizont als langjährig Selbstständiger.

Freundliche Grüße

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community