Frage von Muenster, 16

Ist eine Bundesobligation mit AAA eine sichere Geldanlage?

Bekommt man eine solche Anlage empfohlen, kann man dann auf 100 Prozentige Sicherheit vertrauen als Anleger, der das Risiko scheut?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 10

Bundesobligationen, wenn sie denn von der Bundesrepublik Deutschland sind, sind als sicher anzusehen, weil der deutsche Staat eben das letzte ist, was in Deutschland eingehen wird.

Also wer etwas festverzinsliches sucht, wird auf dem Gebiet nichts sichereres finden.

In Bundesobligationen udn andere Papiere der öffentlichen Hand dürfen Treuhänder das Geld investieren, was ihnen zur Aufbewahrung übergeben wurde. Daher nennt man diese Papiere auch "mündelsicher."

Kommentar von GAFIB ,

Richtig. Bevor man aber Bundesobligationen erwirbt mit ca. 0,7% Rendite, empfiehlt sich eher ein gut verzinstes Festgeld mit deutscher Einlagensicherung, das ist genauso sicher und deutlich rentabler.

http://festgeld.fmh-rechner.de/rechner/fmh2/schnellcheck.aspx

Antwort
von Finanzschlumpf, 7

Die Anlage bezieht ihre Sicherheit nicht aus dem Rating sondern aus dem Emittent.

Eine Obligation der Bundesrepublik Deutschland hat unabhängig davon , welches Rating welche Gesellschaft dem Papier auch zuweist, immer die gleiche tatsächliche Ausfallwahrscheinlichkeit. ( Die auch bei der BRD niemals total 0 % ist ).

Wäre die Jungs ( und Mädels ) bei den Ratingagenturen unfehlbar, hätte es weder die erste noch zweite Finanzkrise gegeben.

Antwort
von gandalf94305, 5

Sicher sind diese Anlagen durchaus und zwar in dem Sinne, daß die Kuponzahlungen erfolgen werden und die Nominale am Laufzeitende zurückgezahlt wird.

Allerdings sind die Kupons sehr gering und muß ja versteuert werden, so daß man unter dem Strich per Inflation ca. 0,5-2% p.a. verliert. Bei einer Laufzeit von 4-5 Jahren ist das deutlich!

Weiterhin solltest Du beachten, daß der Direktverkauf von Bundesschuldpapieren an Privatanleger mit diesem Jahr eingestellt wurde, d.h. einen Primärmarkt gibt es effektiv nur noch für institutionelle Anleger. Man wird am Sekundärmarkt (über die Börse) daher mit Aufschlägen (Kursen über 100%) und Transaktionskosten rechnen müssen, die die Mini-Rendite noch weiter schmälern.

Daher ist aus meiner Sicht das überhaupt keine sinnvolle Option als Anlage für harmlose Privatanleger, sondern ein Verlustbringer. Sicherheit ist etwas anderes.

Wenn Du Sicherheit haben möchtest, wirst Du eine Anlageform suchen, die nach Steuern und Inflation die Kaufkraft erhält, d.h. brutto so um die 3% Ertrag bringen muß. Das wären beispielsweise Immobilienfonds, konservative Mischfonds oder - wie wir erst kürzlich hier hatten - VR-Bank Genossenschaftsanteile, bzw. auch eine Mischung davon und von anderen Instrumenten - abhängig vom Anlagevolumen. Schau doch mal, wie große Universitäten in USA ihre Vermögen verwalten und damit sehr deutlich über den genannten 3% Rendite erzielen. Das sind keine US-Staatsanleihen, sondern im Kern Aktien, Beteiligungen und Unternehmensanleihen.

"Konservativ" und "risikoaversiv" sollte nicht mit dummen Investments gleichgesetzt werden, nur weil die Bonität von Schuldnern suggeriert, daß die Ausfallswahrscheinlichkeit praktisch Null ist, aber effektiv Verluste entstehen. "Konservativ", "risikoaversiv" und "sicher" bedeuten mittel- bis langfristigen Kaufkrafterhalt und ggf. eine positive Rendite nach Steuern und Inflation.

Antwort
von Niklaus, 6

Sicher schon aber trotzdem nur Geldwerte. Nicht nur in Zeiten wie diesen sind solche Anlagen Unsinn. Man investiert in Sachwerte. Sachwerte sind Aktien, Aktienfonds, Immobilien, sehr gut ausgesuchte geschlossene Beteiligungen die zum Portfolio passen wie, Windkraftanlagen, Solarkraftanlagen, Immobilienfonds, Edelmetall und Fondspolicen mit Aktienfonds ( fondsbasierende Rentenversicherungen). Alle Anlagen sind inflationssicher und Aktienfonds sogar insolvenzgeschützt. Bei geschlossenen Beteiligungen ist natürlich äußerste Vorsicht angebracht. Denn nicht jeder Prospekt hält was er verspricht.

Siemens gab es in Goldmark, Reichsmark, Deutscher Mark und in Euro.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

. Nur gibt es hier eben keine Garantie.

Wer manches der hier genannten Dinge als Alternative sieht sollte sich einfach die Frage stellen :

Wollen Sie mit 100 % Eintrittswarhscheinlichkeit jedes Jahr 0,3 % Kaufkraft verlieren

oder

Wollen Sie mit 50 % Eintrittswahrscheinlichkeit 2 % Kaufkraft pro Jahr gewinnen und/oder mit 50 % Eintrittswahrscheinlichkeit 2 % Kaufkraft pro Jahr verlieren.

Antwort
von althaus, 6

Das Werrtpapier das mit einem AAA Rating ausgezeichnet ist gehört zu den sichersten auf dem Markt. Es gibt dazu keine Steigerung mehr. Leider bekommst Du derzeit kaum Zinsen dafür. Sie liegen bei ca. 1,5% für 10 Jahre Laufzeit. Ein Tagesggeld hat beinahe denselben Zinssatz, daher lege das Geld lieber in Tagesgeld an, da es täglich verfügbar ist. Festverzinsliche Wertpapiere mit langer Laufzeit haben die Eigenschaft sehr am Kurswert zu verlieren, wenn die Zinsen am Markt wieder steigen. D.h. eine Marktzinssteigerung von 1% bringt einen kursverlust von ca. 7% am Wertpapier mit sich. Wer während der Laufzeit verkaufen muss macht Verluste. Wer die Papiere aber bis zum Laufzeitende behält macht keinen Verlust. Ihm entgeht aber der höhere Zins, der dann am Markt machbar währe. Wähle daher bei der Auswahl eines Wertpapieres eine nicht so lange Laufzeit. Es sollte max. 5 Jahre sein. Sparbriefe der Banken sind genauso sicher und bringen gut 0,5% - 1% mehr an Zinsen in der Laufzeit. . Schau dich mal um. Ach ja. Bundesobligationen bekommt man kaum empfohlen, da die Banken kaum was daran verdienen. Die werden also sehr ungerne varkauft, daher sollte man sie verlangen, wenn man sie will. Verweigern können sie den Wunsch nicht.

Kommentar von gandalf94305 ,

Verluste sind per Inflation vorprogrammiert.

Antwort
von Embachers, 5

sichere Geldvernichtung....Bei einer Rendite von unter 1 Prozent und einer Inflation von 1.3 Prozent verlierst Du sicher eins, nämlich Kaufkraft!

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