Frage von vivavita,

Ist ein Zuverdienst oder eine zusätzliche Berufstätigkeit bei gezahlter BU-Rente möglich?

Hallo, ich beziehe seit einem Jahr eine BU-Rente. In welchem Rahmen bewegt sich ein Zuverdienst zur gezahlten BU-Rente? Wie hoch darf das zusätzliche Einkommen sein, damit mir die Rente nicht gestrichen wird und welche Bedingungen müssen dabei erfüllt bzw. beachtet werden? ich habe gehört, dass nicht allein das Einkommen entscheident ist, sondern der neue Beruf mit der bisherigen Lebensstellung verglichen und demnach geprüft wird, ob die Rente weiter geleistet werden darf oder nicht. Ist das richtig? , und wenn das so ist, wie darf die zusätzliche Beschäftigung bzw. Tätigkeit aussehen? Konkret gefragt: Könnte ich als bisherige Op-Schwester in einem anderen medizinischen Bereich (z. b. Ambulanz, Sprechstundenschwester in einer Praxis, Funtionsbereich im Tagesdienst) tätig sein, bei dem meine gesundheitliche Beeinträchtigung bzw. körperlicher Schaden berücksichtig wird in Bezug auf Arbeitszeit, Arbeitsbelastung und Einkommen. Meine BU-Versicherung gibt mir dazu leider keine konkreten Auskünfte und in den Versicherungsbedingungen ist es auch nicht deutlich erklärt.

Antwort
von barmer,

Das steht in Deinen Bedingungen.

Normalerweise ist ein Hinzuverdienst, egal wie hoch, unschädlich. Selbst wenn man mit Rente und Hinzuverdienst mehr bekommt als vorher. Wenn man allerdings dauerhaft einen neuen Beruf ausübt, der bezüglich Einkommen und Ansehen mit dem alten vergleichbar oder gar besser ist, kann die Versicherung die Leistung einstellen.

Kommentar von barmer ,

(sog. konkrete Verweisung)

Es gibt auch Verträge, bei denen abstrakt verwiesen werden kann. Dafür reicht es, wenn die Versicherung meint, man könnte einen vergleichbaren Beruf ausüben.

Kommentar von alfalfa ,

Es gibt auch Altverträge die auf Definitionen der BU vor 2008 referenzieren...

Antwort
von cocoB,

In der Regel darf die neu ausgeübte Tätigkeit deiner bisherigen Lebensstellung nicht höher gestellt sein.Wenn Du als bisherige Op-Schwester nun die Tätigkeit einer Sprechstundenhilfe ausüben würdest wäre das der Fall.

Zum Monatlichen Einkommen:

manche Versicherer setzen fest das der Zuverdienst 70% bis 80% deines letzten Einkommens nicht überschreiten darf, bei anderen hingegen ist es unrelevant wieviel du dazuverdienst. Das ist eben von Versicherer zu Versicherer anders.

Um auf der sicheren Seite zu sein, ruf nochmal bei deiner Versicherung an oder bitte schriftlich um Auskunft. Eigentlich dürfen diese Dir die Information nicht verwehren, warum das beim erstenmal der Fall war... ? Sei hartnäckig und bleib am Ball.

Kommentar von alfalfa ,

Ja und nein. Jede Police hat andere Definitionen. Auch kommt es auf den Zeitpunkt an welche Legaldefinition gilt. Vor oder nach 2008. Nachfragen und rechtssichere Aussagen anfordern: Ja! Das heißt aber auch die richtigen Fragen zu stellen.

Nur bezweifele ich, das das ohne sachkundige Hilfe geht.

Kommentar von cocoB ,

Auch ein Fachanwalt kann hierbei oft nicht die exakt erwartete Antwort liefern, weil einfach die Versicherungen zu Unterschiedliche Bedingungen in den AVB stehen haben. Selbst Gerichte Urteilen hier auch srehr unterschiedlich.

Anzuraten wäre, darüber viel zu Googeln damit man der Versicherung gegenüber, die Fragen die man hat genau definieren kann.

Und wie schon gesagt, Auskunft müssen diese dann erteilen.

Antwort
von Rentenfrau,

Hinzuverdienst bei BU-Rente, das sag ich nur: Vorsicht ist geboten. In Deinem BU-Rentenbescheid sind die Höhen des HInzuverdienstes angegeben, wenn Du als Krankenschwester berufsunfähig bist, würde ich mir auf KEINEN FALL auf diesem Gebiet einen Job suchen, es sei denn Du willst di Rente gefährden, denn wenn Du einen Job findest, wo man Deine Einschränkungen berücksichtigen kann, könntest den ja auch ohne Rente machen, dann wärst eigentlich nicht berufs-unfähig. Wenn Du als Büroaushilfe arbeitest oder als EDV-Fachkraft oder als Museumswärter, dann wäre es was anderes. Mein Rat: klär die geplante Beschäftigung auf jeden Fall VORHER mit der Rentenversicheurng ab.

Antwort
von alfalfa,

Das lässt sich nur anhand der AVB der BU Versicherung klären, bzw welche Regelungen zur Verweisung bzw zum ausgeübten Beruf getroffen werden. Die Legaldefinition zum Thema BU finden sich im § 172 VVG.

http://dejure.org/gesetze/VVG/172.html

Prinzipiell spricht nichts gegen einen Hinzuverdienst -aber: jede Police ist anders gestrickt. Entweder beauftragen Sie ihren Vermittler das zu klären oder beauftragen einen Versicherungsberater.

Kommentar von alfalfa ,

Ergänzung: bezieht sich nicht automatisch auf Altverträge! Muss geprüft werden, welche Legaldefinition gilt.

Antwort
von GAFIB,

Die neue Berufstätigkeit darf die bisherige "Lebensstellung" nicht erreichen. Die meisten Versicherer legen hierfür wesentlich auch das neue Einkommen zugrunde. Wenn dieses 70-80% des früheren Einkommens übersteigt, dann ist die BU-Rente gefährdet. Vgl. auch im u.g. Franke & Bornberg-Link unter "Lebensstellung".

Die Lebensstellung definiert sich durch das berufliche Einkommen und die soziale Wertschätzung des früheren Berufes. Nach meiner Einschätzung wären Ambulanz oder Sprechstundenschwester vergleichbar bzgl. "Wertschätzung", so dass ich eine Einkommensgrenze sehen würde bei ca. 70%.

Es ist aber unbedingt notwendig, den Versicherer vor der Aufnahme der neuen Tätigkeit zu einer verbindlichen Mitteilung aufzufordern. Ich empfehle, die Einschaltung eines Fachanwaltes für Versicherungsrecht anzudrohen, wenn keine verbindliche Auskunft durch den Versicherer erteilt wird.

http://www.finanzfrage.net/tipp/-berufsunfaehigkeitsversicherung---welche-kriter...

Kommentar von alfalfa ,

Achtung: Du weist nicht, wann die BU abgeschlossen wurde. Du argumentierst nach § 172 VVG. Doch der gilt erst ab 2008! Es ist zu prüfen, ob altes Recht gilt. Und auch die Fristen! So Easy ist das nicht beim Leistungsanspruch!

Kommentar von GAFIB ,

@alfalfa: Stimmt, wir kennen die Vertragsbedingungen nicht. Aber 1. hatten auch vor 2008 die meisten BUVs schon den "Verzicht auf abstrakte Verweisung" als Leistungsmerkmal eingeschlossen, und 2. habe ich in meinem letzten Absatz darauf verwiesen, dass es "unbedingt notwendig" ist, vorab auf eine verbindliche Auskunft zu drängen - genau wegen dieser Vertragsunkenntnis.

Kommentar von alfalfa ,

@ Gafib: Vollkommen korrekt. Ich war nicht bei dem Thema abstrakte Verweisung, sondern bei dem Punkt welche Definition für BU zugrundegelegt wird. Das habe ich wohl etwas unglücklich ausgedrückt. Und abstrakte Verweisungen findet man auch noch heute. Ganz besonders bei den Selbständigen Klauseln...Und das im Jahr 2013!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community