Frage von dakiha, 90

Ist ein Entnahmeplan zur Altersicherung ratsam?

Hallo,

ich halte meine Frage mal recht kurz, obwohl natürlich ein langer Überlegenswert dahinter steckt:

Was halten die vielen Experten hier im Forum von einem Entnahmeplan oder einer Sofortrente, wobei ich mittlerweile eher den Entnahmeplan bevorzuge? Wo sind Probleme und Risiken zu finden, was ist zu beachten???

Es geht dabei natürlich um das Finden eines soliden Anbieters, um die Entwicklung der Inflationsrate, die politische Stabilität des Steuersatzes (25 Prozent), Wartezeit und Rentendauer.

Ich bin knapp 50 Jahre alt, besitze etwas mehr 150.000 Euro und leider kaum Einkünfte aus Rente oder einer kapitalbildenden Lebensversicherung, weil ich sehr lange selbstständig war. Ich bin kinderloser Single und meine finanzielle Absicherung soll ungefähr von meinem 60 bis 85 Lebensjahr halten.

Einen Entnahmeplan für Rente aus Kapitalvermögen errechnen kann man auf folgender Seite: Werbung durch Support gelöscht

Für Tipps wäre ich sehr dankbar!

Support

Liebe/r dakiha,

Wir möchten dich bitten in Zukunft auf Werbung zu verzichten.

Gerne kannst du dies auch nochmals in unseren Richtlinien nachlesen: http://www.finanzfrage.net/policy

Freundliche Grüße,

Jürgen vom finanzfrage.net Supportteam.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 83

Abgesehen davon, daß ich den Link auf diese bunte Seite für völlig überflüssig halte, ist ein Entnahmeplan kein Problem.

Man sollte sich jedoch klar sein, daß eine Rente (selbst eine Sofortrente) lebenslang gezahlt wird, während ein Entnahmeplan nur aus einem vorhandenen Reservoir schöpft.

Wenn man mal den minimalen Bedarf eines gesunden Singles in Thailand mit ca. 12-15 kEUR p.a. ansetzt, dann dürfte bei Investition der 150 kEUR in einen soliden Mischfonds mit geringer Volatilität, der die Inflation ausgleicht, sowie einem Entnahmeplan von diesem Betrag der Fundus für ungefähr 10-15 Jahre ausreichen - je nach Entwicklung der Märkte. Unwahrscheinlich ist, daß das für 25 Jahre reicht, denn dann dürften ja nur ca. 6 kEUR p.a. verwendet werden.

Das bringt einen dann nach Malaysia, wo man durchaus mit ca. 8-10 kEUR p.a. vernünftig leben kann - allerdings nach einer Anfangsinvestition. Vielleicht solltest Du erwägen, in Deinem Beruf noch dort etwas nebenher zu arbeiten, um ein paar Ringgit zu verdienen. Damit käme man in die Nähe der 15-18 Jahre ohne Zuverdienst und vielleicht auf die erforderlichen 25 Jahre mit Zuverdienst.

Meine Präferenz wäre zwar Thailand, aber Du kannst gerne auch mal Malaysia checken.

Nun kannst Du uns noch mitteilen, was mit Deinem Kapital in den nächsten 10 Jahren passieren wird. Außerdem bist Du idealerweise nicht ein selbständiger Dachdecker, sondern ein IT-Berater oder deutscher Bäcker :-)

Kommentar von dakiha ,

Danke für diese Antwort, aber ich mag kein warmes Wetter und wollte eigentlich auch in Deutschland bleibe. Ich habe auch Haus und Freunde in Deutschland. Also werde ich wohl dafür sorgen müssen, dass ich mehr Geld als 150.000 Euro zur Verfügung habe.

Antwort
von jsch1964, 74

Wie Du schon selber gemerkt hast, gibt es für beide Lösungen Pros und Contras. Interessant wäre, zu wissen, wieso Du damit rechnest, nicht älter als 85 zu werden, wie hoch Deine Rente denn sein soll und warum die Entscheidung jetzt schon fallen soll.

Es besteht ja durchaus auch noch die Option, das Geld für die nächsten 10 - 15 Jahre sinnvoll anzulegen und danach die endgültige Entscheidung zu treffen. Bei der Laufzeit sollte es möglich sein, Dein Kapital mindestens zu verdoppeln - was für Deine "Rente" sicherlich nicht verkehrt wäre.

Kommentar von dakiha ,

Danke für die vielen Antworten. Mit 85 Jahren will ich schon noch leben, aber dann wird das Haus verkauft!

Antwort
von Niklaus, 63

Ein Entnahmeplan sichert nicht das Langlebigkeitsrisiko ab. Ich weiß ein furchtbarer Begriff. Aber ein Bankauszahlplan ist endlich. D.h. das Geld ist weg aber ich lebe noch. Bei einem Fondssparplan kann das auch passieren. Ein Fondsparplan hat zwar höhere Renditen, kann aber auch hohe Schwankungen im Wert haben.

Es gibt aber mittlerweile gute und vor allem flexible Versicherungslösungen. Es gibt Sofortrentenversicherungen die eine garantierte lebenslange regelmäßige Rente pro Monat zahlen und bei der die garantierte Rente sogar noch steigen kann. Man kann sein Kapital auch schon früher einzahlen nicht erst zum Rentenbeginn, dann erhöht sich die garantierte Rente. Diese Versicherungen sind fondsbasierend und erwirtschaften logischerweise eine höhere Rendite als ein Bankauszahlplan. Das Besondere an den von mir beschriebenen Versicherungen ist die Tatsache, dass man jederzeit wieder an sein Kapital heran kann. D.h. man kann jederzeit wieder Geld abheben bis zum Betrag Null. Bei Tod nach Rentenbezug, erhalten die Erben das eingezahlte Kapital abzüglich der bereits bezahlten Renten wieder zurück. Aber auch der Einbau einer kompletten Hinterbliebeneabsicherung ist möglich.

Antwort
von Springbutterfly, 57

Ich denke, man kann von einem Auszahlplan leben, vorausgesetzt, Du musst keine Miete mehr zahlen und hast noch ein wenig was in der Hinterhand, das nicht in die Altersvorsorge fließt. Habe mit Deinen Werten auf zinsen-berechnen.de mal folgendes berechnet:

  • Anfangskapital: 150'000€
  • Sparrate: 250 €/Monat (mit 2% p.a. steigend)
  • Verzinsung: 6% p.a. (z.B. Mischfonds) über 10 Jahre (bis zum 60.)
  • macht ca. 277'000 € am Beginn der Rente
  • Rente: Verzinsung mit 5% p.a. (defensiver Mischfonds)
  • erste Rente: ca. 1'150 €/Monat
  • letzte Rente: 1'860 €/Monat bei 2%iger Steigerung über 25 Jahre

Wenn Du 3 Jahre länger arbeitest und auch bis 85 planst, kommen bei sonst gleichen Randbedingungen 1'520€/Monat (Beginn) bzw. 2'300€ (Ende) raus.

Es gilt also: Der spätere Vogel frisst den dickeren Wurm!

Ansonsten würde ich dem Ratschlag von niklaus folgen und Dir mal die Alternativen auf dem Versicherungsmarkt anschauen. 85 ist heute kein Alter mehr...

Antwort
von wfwbinder, 55

Du warst Selbständig?

Hast also gewisse Kenntnisse im Geschäftsleben?

Überlege Dir, was bei den Entnahmeplänen, oder Sofortrenten raus kommt.

Dann setze mal dagegen, welche Chancen Du hast, wenn Du gezielt in 50 - 300 Startups durch Crowdfunding udn -financing investierst.

Ich vermute, Du wirst ein mindestens das 1,5-2-fache als Einnahmen generieren.

Kommentar von LittleArrow ,
gezielt in 50 - 300 Startups durch Crowdfunding und -financing

Was ist dabei "gezielt"? Sind 300 einzelne Investments in Startups nicht eher Verzettelung und jede Menge Aktenordner oder dachtest Du an eine besondere Konstruktion (z.B. ähnlich einem Dachfonds)?

Kommentar von wfwbinder ,

Nein, unter gezielt verstehe ich ein abprüfen der unterschiedlichen Projekte auch unter dem Gesichtspunkt einens Branchenmix.

Und ich würde vermutlich kaum mehr als 10.000,- Euro in ein Projekt investieren.

Antwort
von althaus, 53

Ich finde Entnahmeplaene sehr wichtig. Habe selbst einen vor 2 MMonaten abgeschlossen fuer 2.8% und 10 Jahre Laufzeit. Nun bekomme ich bei Kapitalverzehr 470 € monatlich die nächsten 10 Jahre ausgezahlt.

Kommentar von Niklaus ,

Nach 10 Jahren heißt es dann. Geld weg aber ich lebe noch.

Kommentar von althaus ,

Ja richtig. Habe ich doch geschrieben: mit Kapitalverzehr. Gut daß es noch mehr an Vorsorgekapital gibt, denn damit kann ich in ein paar Jahren einen weiteren Entnahmeplan anlegen. Zumahl muss ja nicht das gesamte Entnahmekapital konsumiert werden wenn nicht gebraucht wird, dann kann ein Teil davon wieder angelegt werden.

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