Frage von xmass, 410

Ist ein Anwaltsbrief zu bezahlen, weil man offene Rechnung nicht bezahlt hat, aber nie Mahnung kam?

Muß einer offenen Rechnung nicht erst mal eine Mahnung befolgen- kann man die verlangten Kosten des in Anspruch genommenen Anwalts abwehren als Schuldner, wenn man keine Mahnung vorher bekommen hat? Hab nach Umzug vergessen, einer Versicherung die neuen Kontendaten zu geben und die aktuelle Adresse-wirklich vergessen. Und nun gleich ein Anwaltsbrief mit teuren Gebühren. Ist das überhaupt so erlaubt? Oder genügt es, den offenen Saldo zu bezahlen ohne Spesen?

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von SBerater, 410

die neuen Kontendaten zu geben und die aktuelle Adresse

woher weisst du, dass die es nicht versucht haben, dich anzuschreiben? Wenn du umgezogen ist, kann doch der Fall auch der folgende sein:

  • die Versicherung hat versucht, dich auf dem Postweg anzuschreiben
  • das Schreiben ging zurück mit unbekannt verzogen
  • ein erneuter Versuch
  • die Versicherung ermittelt die neue Adresse nicht selbst, sondern ein Anwalt
  • dieser setzt gleich ein Schreiben auf und weist seine Kosten aus

Ich weiss nicht, welche Versicherung es ist, aber wenn ich meine Versicherungen so ansehe, dann würden die sicherlich nicht sofort so einen Hammer auspacken. Das würden die nur tun, wenn sie mich als Kunden verlieren möchten. Mahngebühren ja, aber Rechtsanwalt nein - nicht im ersten Schritt.

Dennoch ist es so: wenn du in Verzug bist, dann bist du es. Die Versicherung kann auch über eine Anwalt gehen.

Antwort
von Kevin1905, 370
Muß einer offenen Rechnung nicht erst mal eine Mahnung befolgen

Wenn auf der Rechnung ein konkretes Zahlungsziel steht oder es sich um Dauerschuldverhältnisse handelt, tritt Verzug automatisch ein, wenn die Zahlungsziele überschritten werden.

Anwaltskosten sind vom Schuldner zu tragender Verzugsschaden. Theoretisch hätte man auch gleich auf Zahlung klagen können.

Antwort
von Muenster, 328

es ist ein Irrglaube, davon auszugehen, daß Zahlungsverzug nur durch eine Mahnung eintritt-zu späte Zahlung hat zur Folge, daß man bezahlen muß, meist dann eben mit Aufpreis, wie in Deinem Fall. Würde das also schnellstens erledigen, zumal es ja in Deiner Sphäre lag, das zu regeln mit der neuen Adresse/Kontonummer.

Antwort
von alfalfa, 302

Nun, ich nehme an, dass Du mit der Folgeprämie der Versicherung in Verzug bist. In diesem Fall genügt ein Blick in das Versicherungsvertragsgesetz § 38 Absatz 1:

http://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__38.html

Bereits in der ersten Zeile steht: ....kann der Versicherer dem Versicherten auf dessen Kosten....(und dazu gehören auch die Rechtsverfolgungskosten!) ...

womit die Frage beantwortet sein dürfte. Kurz auf einen Nenner gebracht: " Zahlen und fröhlich sein". Rechtlich hast Du keine Handhabe.

Antwort
von Privatier59, 243

Ist das überhaupt so erlaubt?

Die Leistung war kalendermäßig bestimmt. Somit entsteht Verzug auch ohne Mahnung.

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