Frage von jottdee, 18

Ist die Vorsteuer einkommenssteuerpflichtig?

Liebe Gemeinde,

bin Freiberuflerin und habe gerade meinen Einkommensteuerbescheid bekommen. Diesmal haben sie mir die einbehaltene Umsatzsteuer (nach Durchschnittssätzen berechnet) als Einkommen angesetzt und entsprechend mit versteuert. Ups, wieso das denn?, fragte ich entsetzt. Antwort: Ja, weil ich schon die Werbekostenpauschale ansetze, dann dürfte ich nix mehr zusätzlich absetzen. Hä?!?!? Was hat das denn damit zu tun?! Und wieso konnte ich all die Jahre zuvor fein säuberlich zu 100 Prozent die Vorsteuer abziehen bzw. außen vor lassen?

Habt ihr da ne Ahnung? :-( Wer hat sich nun vertan: Ich oder die Finanzbeamtin und ihr Computer?

Vielen Dank und mit freundlichem Gruß Jasmin

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Antwort
von wfwbinder, 14

Ist es denn eine Betriebsausgabenpauschale eine für z. B. Hebammen, oder Tagesmütter, die 25 oder 30 % der einnahmen pauschal angeben können?

Dann ist damit natürlich alles abgegolten.

Kommentar von EnnoBecker ,

Richtig.

Kommentar von jottdee ,

Ja, es ist eine Werbekostenpauschale. Ich versteh nur nicht, wieso all die Jahre zuvor es anders berechnet wurde und die Vorsteuer gleich wegfiel. Es wurde mir dort auch anders erklärt - nämlich dass ich sie sehr wohl zusätzlich abziehen kann. Was anderes sind solche Ausgaben wie Kilometergeld etc. - das sehe ich ja ein. Aber die Vorsteuer? Sind für mich zwei Paar Schuhe.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ja, es ist eine Werbekostenpauschale

Nein, es ist keine Werbungskostenpauschale.

Kommentar von jottdee ,

Danke schön. Und ärgerlich zugleich ;-). Hab gehofft, sie haben sich verrechnet...

Kommentar von wfwbinder ,

JA haben sie sich. in den Jahren, wo es akzeptiert wurde.

Kommentar von jottdee ,

Ups. Hoffentlich habe ich nächstes Jahr wieder Glück ;-) .

Kommentar von wfwbinder ,

meinetwegen gern, Deine Vorsteuer wird nicht so hoch sein, dass sich deshalb meine Einkommensteuer erhöht. ;-)

Antwort
von EnnoBecker, 9

Hier sind zwei Baustellen zu beackern.

  1. Die gezahlten Vorsteuern, die eingenommenen Umsatzsteuern und die vom Finanzamt eingezogenen und erstattetn Umsatzsteuern sind bei einem Einnahmen- Überschuss-Rechner Betriebseinnahmen bzw. Betriebsausgaben. Insoweit hat das Finanzamt recht, du musst nur prüfen, ob es sich nicht in der Zahl geirrt hat.
  2. Es gibt bestimmte Betriebsausgabenpauschale (siehe wfwbinder). Diese kann man anstelle der tatsächlichen Kosten ansetzen, nicht aber nochmals. Da die Vorsteuern und die Zahlungen an das Finanzamt ebenfalls Betriebsausgaben sind, wäre hier ein gesonderter Abzug also nicht möglich.

Du musst also prüfen, ob du die Pauschalen angesetzt hast. Falls ja, musst du prüfen, ob der Ansatz der tatsächlichen Zahlen nicht doch günstiger ist. Wenn das so ist, musst du eben Einspruch einlegen.

es klappte ein Fenster mit Erläuterung auf, als sie den Betrag eingeben wollte.

Das ist dämlich. Selberdenken scheint beim Finanzamt auch nicht für jeden zu gelten.

Kommentar von jottdee ,

Vielen Dank, Enno. Shit. Das sagte sie mir gestern auch am Telefon. Da ich aber so gut wie keine Unkosten habe, lohnt sich ein Rechnungen-Sammeln und -Gegenrechnen nicht. War immer so schön einfach mit den beiden Pauschalen. Also haben sie sich jahrelang zu meinen Gunsten verrechnet? Hoffentlich machen sie es nächstes Jahr wieder ;-). Neuer Sachbearbeiter, neues Glück ...

Antwort
von vulkanismus, 8

Ebenso hä !! Was genau ist dem ESt-Bescheid erläutert ?

Kommentar von jottdee ,

In dem ESt-Bescheid steht nur: "Der Gewinn wurde geändert, da die vereinnahmte USt sowie die in 2012 gezahlte USt korrigiert wurden." Und auf Nachfrage: "Ein zusätzlicher Betriebsausgabenabzug ist nicht zulässig, da Sie den pauschalen Betriebsausgabenabzug gewählt haben. Die Vorsteuer kann somit nicht zusätzlich geltend gemacht werden." M.E. spinnt da bloß der Computer. Sie meinte auf telefonische Nachfrage, es klappte ein Fenster mit Erläuterung auf, als sie den Betrag eingeben wollte.

Kommentar von EnnoBecker ,

da Sie den pauschalen Betriebsausgabenabzug

Welchen pauschalen Betriebsausgabenabzug?

Kommentar von wfwbinder ,

Eventuell die Pauschal für Hebammen z. B.

Kommentar von jottdee ,

Es ist die Werbekostenpauschale für Journalisten. Entweder 20 Prozent oder 2455 Euro.

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