Frage von Uddasa,

Ist die Beratung zur Altersvorsorge durch Verbraucherzentralen gut?

Ist es sinnvoll, sich von Verbraucherzentralen zur Altersvorsorge beraten zu lassen? Ich will mir nur einmal einen groben Überblick verschaffen, was man da so alles braucht. Ist es da gut, zu einer Verbraucherzentrale zu gehen oder ist es besser, wenn ich mich bei meiner Bank beraten lasse?

Hilfreichste Antwort von DerMakler,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Die Bafin hat sich diesem Thema schon 2006 und 2008 angenommen und mußte immer wieder feststellen ,das :

  • die vermeintlichen VZ Berater in 90 % der Fälle keine Ausbildung in Versicherungen und Finanzen besitzen ,geschwiege denn eine Vermögensschadenshaftpflicht !

  • das die Angebote vom Vermittler und Maklern meist als zu "risikoreich" verworfen wurden ,aber im gleichen Atemzug risikoreicher Variationen aus Nichtwissen angeboten wurden !

  • bei Vergleichen wird auf die Test aus hauseignen Vergleichen verwiesen, die zu bezahlen sind !

  • das Interressanteste zum Schluß : Bei Beratung und Vergleichen gibt es hinterher keine Beratungsprotokolle..die VZ verweißt hier darauf, das es ja zum keinem Abschluß einer Vorsorge gekommen ist.. Als die Bafin darauf mitteilte, das eine schriftliche Emfehlung schon eine Haftung auslöst und meist selber von der VZ als "in einer Richtung drängend" bemängelt wird, wenn AO Vermittler hier ein Angebot erstellen,tat die VZ dies als "polemischen Blödsinn" ab..

..ach ja..HG DerMakler

Kommentar von DerMakler,

Danke für den Stern ! HG DerMakler

Antwort von humoer,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Aus meiner Sicht handelt es sich oft eher um „Altersvorsorgeverhinderungsberatung“.

Mal ein Fall aus der Praxis: vor ca. 7 Jahren hatte ich auf Empfehlung eine Interessentin kennen gelernt, die sich mit ihren 28 Jahren Gedanken über eine Altersvorsorge machte. Nach dem dritten Termin, mittlerweile hatte ich ihr ein Konzept für ihren langfristigen Vermögensaufbau vorgestellt, welches sie sowohl verstanden hatte als auch so angehen wollte - teilte sie mir mit, sie habe von einer Kollegin den Tipp bekommen, sich doch erstmal bei einer VZ beraten zu lassen.

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Mein Konzept sah in etwa so aus:

da sie Anspruch hatte auf Bausparprämie, einen BSP- vertrag mit dem sie die VL vom Chef mitnimmt und in 7 Jahren Geld für ihr (damals angedachtes) neues Auto hätte, zumindest einen guten Teil.

eine private Rentenversicherung, die, genauso wie die eine Dynamikoption von 5% vorsah. Somit könnte sie heute nach wie vor ihren Vertrag, der eine steuerfreie Auszahlung ermöglicht hätte, jährlich weiter erhöhen.

Die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit sah ebenfalls eine Dynamikoption vor, und zwar 10%, und vor allem weitere Nachversicherungsoptionen.

Dazu einen Fondssparplan, der auch als langfristige Anlage gedacht war, aber jederzeit auch Geld verfügbar hielt.

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Nach der Beratung bei der VZ sah die Sache so aus: Rentenversicherungen, gerade mit Investitionen in z.T. Aktienfonds, seien nicht zu empfehlen. zu bevorzugen seien „irgendwie Renten, die nicht so lange laufen“, die man dann immer wieder umschichtet. Das war das, was sie „verstanden“ hatte, wirklich begriffen hatte sie den Rat wohl nicht.

Investmentsparen sei zu riskant, empfohlen wurde auf sicherere Anlagen zu setzen.

Bausparen wurde kritisch gesehen, jedoch wegen der VL vom Chef doch für „machbar“ befunden.

Für die BU Absicherung wurde ihr erklärt, sie solle eine BU abschließen, bei der sie von vornherein die für sie nötige Absicherung erhalte. Eine Dynamik sei dann nicht mehr nötig.

Im Übrigen sei die Dynamik in den Verträgen lediglich eine Variante, um im Nachhinein noch mal Geld zu verdienen.

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Im letzten Sommer hatte ich noch mal ein Gespräch mit ihrem Freund, der damals den Termin vermittelt hatte. Nach seinem Wissen hat sie seinerzeit einen Bausparvertrag abgeschlossen, Fondssparen und Rente verworfen, und auch der BU- Vertrag kam nicht zustande, da ihr das „zu teuer“ erschien, was ich gut nachvollziehen konnte. Denn ihr damaliges Einkommen war nicht so hoch, da sie Berufseinsteigerin war. Deshalb hatte ich ihr empfohlen, einen Vertrag mit hoher Dynamik und Nachversicherungsgarantien abzuschließen. Somit wären zumindest die Gesundheitsfragen ein für alle mal geklärt gewesen, mit der Möglichkeit ohne Gesundheitsfragen im Nachhinein zu erhöhen.

Ich habe daraus u.a. gelernt: langfristiges Sparen wird eher verhindert. Ohne einen „disziplinierten Sparansatz“ kann das aber m.E. nach nichts werden mit der Altersvorsorge.

BU Absicherung: entweder ganz oder gar nicht. Mit der Gefahr, nie mehr einen solchen Vertrag bekommen zu können.

Was bleibt, ist evtl. ein Bausparvertrag oder Banksparplan, der dann gern mal zwischenzeitlichen Konsumwünschen geopfert wird.

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Ich finde, Verbraucherzentralen machen in vielen Bereichen einen sehr guten Job. Jedoch sollten sie sich in Sachen Beratung an ihre eigenen hohen Anforderungen messen lassen. Das ist aber leider keines Falls so. Weder gibt es einen Sachkundenachweis noch gibt es Beratungsprotokolle, alles Dinge, die an anderer Stelle, bei anderen Beratern immer sehr vehement eingefordert werden.

Wenn Dich z.B. eine Firma per Telefon abgezockt hat, geh zur VZ, es gibt viele weitere sinnvolle Beispiele für deren Tätigkeit. Wenn es um Deine Altersvorsorge geht, bleib da weg!

Viel Erfolg bei Deinen Entscheidungen.

Kommentar von Candlejack,

Ich finde beide Ansätze verbesserungswürdig. Nachversicherungsgarantien bei Einsteigern sind in Ordnung, aber 10% Dynamik ? Einen Fondssparplan zur Altersvorsorge mit jederzeit verfügbarem Geld ? Wieso wird sowas so gern vorgeschlagen ? Angst vor dem Thema Versicherungen bzw. mit dem Kunden ins gleiche Horn pusten "bloß keine Versicherungen..." ? In 2011 rechnet sich eine gute fondsgebundene Versicherungslösung nicht nur steuerlich und gebührentechnisch besser, sie ist auch flexibler und anpassbarer als ein reiner Fondssparplan. Und eine Altersvorsorge soll nicht jederzeit verfügbar sein. Am besten gar nicht bis 60/65 ! An der Beratung der VZ sieht man wieder deren Unwissen: Renten die nicht so lange laufen ist Käse. Investmentsparen ist bei einer Laufzeit von fast 40 Jahren bis zur Rente nicht mehr riskant. Eine Dynamik sei unnötig, weils nur um Geld verdienen geht ? Sehr "interessante" und völlig veraltete Polemik. Aber wer (weiter oben bei Makler) auf eine Ansage der Bafin (!) mit "polemischer Blödsinn" antwortet ;-)

Antwort von Candlejack,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Wieso sind die Verbraucherzentralen eigentloich so beliebt ? Weil sie den Anstrich des objektiven haben und regelmäßig auf die Anbieter und den Markt schimpfen ? Verbraucherzentralen haben empfohlen, so wenig Bausparsumme wie möglich zu machen und heute schimpfen alle Kunden von älteren gut verzinsten Bausparern, dass ihre kleinen Verträge voll sind. Verbraucherzentralen haben auch ewig gebraucht, um zuzugeben, dass eine Beratung zum Thema BU nicht provisionsg.eilheit der Berater ist, sondern dieses Absicherung sehr wichtig ist. Die haben keine Ausbildung, keine Haftung, keine Anmeldung bei der IHK... ich würd dort nicht hingehen. Und was bitte heißt Überblick ? Du sollst nicht alle Möglichkeiten und Wege kennen, dann platzt Dir eh der Schädel ! Wichtig ist, das Konzept zu finden, dass auf Dich und Deine Ziele passt. Und das geht besser mit einem Berater.

Kommentar von DaDocta,

Und die können erzählen, was sie wollen. Es wird erstmal blind geglaubt.

Antwort von Niklaus,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Was kann an einer Beratung von einer Stunde gut sein. Wieso man zur Bank gehen soll wegen einer Altersvorsorge ist mir auch nicht klar. Es gibt spezielle Altersvorsorgeberater mit dem Hintergrund finanz- und Versicherungsmakler. diese bieten den ganzen Umfnagt an Altersvorsorge.


Eine eigene Altersvorsorge ist unbedingt erforderlich. So früh wie möglich damit anfangen. Denn Vermögen=Zeit x Geld. Mit dem richtigen Zeithorizont wirkt der Zinseszins am effektivsten. Aufgrund des seit 1.1.2005 in Kraft gesetzten Alterseinkünftegesetzes, sollte eine Altersvorsorgeberatung alle drei Schichten umfassen.

• Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)

• Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente

• Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds, besonders Aktienfondssparpläne sind eine weitere hervorragende Möglichkeit in dieser Schicht Altersvorsorge zu betreiben.

Die steuerliche Belastung in den drei Schichten ist während der Einzahlungs- und Auszahlungsphase unterschiedlich. Hier muss eine ganz individuelle Beratung erfolgen.

Wie du siehst ist das ganze nicht so einfach. Weshalb man das hier auch nicht umfassend beantworten kann. Du solltest mit einem banken- und versicherungunabängigen Berater deines Vertrauens sprechen. (Finanz- oder Versicherungsmakler). Denn es ist nicht nur wichtig die richtige Altersvorsorge sondern auch den richtigen Mix zwischen Rendite, steuerlicher Förderung und zukünftiger steuerlicher Belastung zu finden.

Antwort von qtbasket,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Deine Frage kann man nicht pauschal beantworten, es gibt überall gute und schlechte Berater.

Bei der Bank will man dir jedoch die eigenen Finanzprodukte verkaufen.

Zumindest ist bei den Verbraucherzentralen die Beratung nicht besonders - schlimmstenfalls ist das für dich Lehrgeld.

Du kannst natürlich auch einen unabhängigen Finanzmakler bemühen, der lebt von den Provisionen für die Produkte, die er dir verkauft - zumindest sollte er unabhängig sein, dass muss auch nicht unbedingt gut bedeuten.

Antwort von ischdem,

meine persönl. Altersvorsorge:

mit 20 Jahren - den ersten Bausparvertrag mit 29 Jahren - den zweiten Bausparvertrag Kauf einer Eigentumswohnung...diese vermietet.

der nächste Bausparvertrag - der nächste ... Kauf einer Eigentumswohnung zum selbstbewohnen -

das ist meine Altersversorgung....

Antwort von Zitterbacke,

Info ist immer gut. Und bitte nicht nur eine Bank !! Gruß Z... .

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