Frage von es5620, 313

Ist der „freiwillige Unterhalt" für unsere verheiratete studierende Tochter, steuerlich absetzbar?

Unsere Tochter (knapp 26 J.) ist mitten im Studium, seit Ende 2012 verheiratet und hat ein Kind. Sie wohnt mit ihrem Mann in einem gemeinsamen Haushalt, er hat ein normales Einkommen (daher erhalten wir auch seit ihrer Heirat kein Kindergeld mehr für sie, zudem wurde sie im Mai 2013 25 Jahre alt). Dennoch unterstützen wir sie mtl. mit gut 500 Euro.

a.) Sind diese Aufwendungen steuerlich absetzbar (als außergewöhnliche Belastungen)? und

b.) Sind die Einkommens- und Vermögensverhältnisse ihres Ehemanns relevant (oder nur ihre eigenen)?

Im Voraus bereits vielen Dank für eure Antworten

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Antwort
von EnnoBecker, 313

Eigentlich wäre der § 33a (1) EStG dein Freund. Alerdings scheitert es hier an der ebenfalls bestehenden Unterhaltspflicht durch den Ehemann. Diese führt dazu, dass eine Bedürftigkeit der Tochter entfällt. Oder genauer: insoweit entfällt, als hier ein Abzug von Unterhaltsaufwendungen nicht mehr möglich ist.

Kommentar von es5620 ,

Vielen Dank, EnnoBecker, für die qualifizierte Antwort.

Ich habe es bereits vermutet, wollte den Strohhalm jedoch nicht ganz aufgeben :-))

Kommentar von EnnoBecker ,

Nur das Wort "allerdings" sollte ich noch üben....

Kommentar von es5620 ,

Ich behaupte, hinsichtlich der Qualität Ihrer Antworten fällt das fehlende "l" in keiner Weise auf.

Wie bereits erwähnt, vielen Dank!

Antwort
von gammoncrack, 270

Ohne Steuerexperte zu sein. Wenn dem so wäre, würde ich mein Kind mit meinem gesamten Gehalt unterstützen........ und es unterstützt mich dann auch wieder in Höhe meines Gehaltes. Und dann käme die Frage, ob mein Kind das steuerlich absetzen kann....

Kommentar von EnnoBecker ,

Das Vorhaben scheitert schon an der Grenze der jeweils eigenen Einkommen und Bezüge. Diese dürfen ja 624 Euro im Jahr nicht übersteigen. Sind sie höher, schmilzt der absetzbare Anteil der Unterhaltszahlungen ab.

Kommentar von es5620 ,

So etwas nennt sich dann Missbrauch ...

Unser Gedankengang liegt etwas anders: Wir haben noch 2 Kinder, von denen eines ebenfalls studiert und das andere demnächst zu studieren beginnt. Wir wollten unsere älteste Tochter jedoch nicht dafür "bestrafen", dass sie während des Studiums ein Kind bekommen und geheiratet hat. Wir sind ihr weiter für ihr Engagement dankbar. Da jedoch die finanzielle Belastung bei 3 parallel studierenden Kindern nicht unerheblich ist, habe ich die Anfrage an die Community gerichtet.

Kommentar von EnnoBecker ,

Aber wahrscheinlich gibt es für die beiden Jüngeren noch Kindergeld, oder?

Das würde einen Ansatz nach § 33a (1) ebenfalls ausschließen. Es wäre aber Absatz 2 zu prüfen.

Hier entlang: http://www.buzer.de/s1.htm?a=33a&g=estg

Kommentar von es5620 ,

Vielen Dank, EnnoBecker, für den Hinweis.

Den Freibetrag in Höhe von 924 Euro p.a. nutzen wir bereits.

Aber um nochmals auf unserer älteste (verheiratete) Tochter zurück zu kommen. Die Vermögenshöchstgrenze von 15.500 Euro wird von unserer Tochter nicht erreicht. Entscheidend wird das Einkommen ihres Partners sein.

Wie hoch dürfte sein Einkommen in etwa sein, damit die "Bedürftigkeit" unserer Tochter inkl. Enkelin hinsichtlich unserer Unterhaltspflicht und damit zumindest einer teilweisen steuerlichen Absetzbarkeit noch gegeben wäre?

Vielen Dank und mit den besten Grüßen

Kommentar von EnnoBecker ,
Die Vermögenshöchstgrenze von 15.500 Euro wird von unserer Tochter nicht erreicht.

Wo kommt denn die Zahl her?

Ja, Unterhaltsleistungen an die Tochter sind dem grunde nach abzugsfähig - nur eben leider nicht von euch, weil der Ehemann vorrangig unterhaltspflichtig ist.

Kommentar von es5620 ,

Ein Vermögen von 15.500 Euro bildet die Grenze, ab der der Unterhaltsberechtigte quasi zuerst sein Vermögen einsetzen müsste, bevor er Anspruch auf Unterhalt hat, bzw. ab der der Unterhaltsanspruch gekürzt werden würde (BFH, 14.08.1997 - III R 68/96, BStBl II 1998, 241).

Die Höhe des Einkommens des Ehegatten ist entscheidend, ob die "Unterhaltskonkurrenz" zwischen Ehegatte und Eltern einen Anspruch an die Eltern und damit die steuerliche Absetzbarkeit rechtfertigen würde. Die vorrangige Unterhaltspflicht des Ehegatten gilt in der Praxis nur solange bzw. soweit er in der Lage ist, diesen Unterhalt aufzubringen.

Kommentar von EnnoBecker ,
Ein Vermögen von 15.500 Euro

Richtig, ist in den EStH zu § 33a (1) auch nachzulesen. Aber darauf allein kommt es ja nicht an. Für die Abzugsfähigkeit beim Unterhaltenden spielt zunächst eine Rolle, ob er überhaupt verpflichtet ist und falls ja, in welcher Höhe eigene Einkünfte und Bezüge des Unterhaltenen anzurechnen sind.

"Unterhaltskonkurrenz" zwischen Ehegatte und Eltern

Auch richtig. Allerdings hat der Ehegatte

ein normales Einkommen

und kann seine Frau daher unterhalten.

Kommentar von es5620 ,

Daher hätte ich einfach gerne konkret gewusst, wie hoch dieses Einkommen in etwa sein darf. Vielleicht ist der Staat großzügiger als ich dachte, bei Haushalten mit Kindern ist dies häufiger der Fall.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ein Blick ins Gesetz vermeidet Geschwätz: http://www.buzer.de/s1.htm?a=33a&g=estg

624 Euro im Jahr, was darüber liegt, wird vom abzugsfähigen Betrag abgezogen.

Kommentar von es5620 ,

Damit erübrigen sich wohl weitere Recherchen.

Vielen Dank

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