Frage von sambettina, 309

Ist das Westfälische ZinsHaus eine gute Geldanlage?

Mir sind Anteile am Ersten Westfälischen Zinshaus Paderborn angeboten worden. Hat jemand Erfahrung damit ? Ist es o.k. dort sein Geld anzulegen ?

Antwort
von gandalf94305, 309

Ein Zinshaus ist ein Mietshaus. Die von Dir genannte Gesellschaft ist eine Immobilien- und Wohnungsmanagement-Gesellschaft. Bei der vorgeschlagenen Investition handelt es sich um eine Immobilienbeteiligung.

Das kann durchaus funktionieren und die genannten Renditen sind Marktrenditen, jedoch kenne ich nicht die Ausschüttungen, d.h. die Renditen abzüglich der Managementkosten, die von der DGS Salzkotten veranschlagt werden. Diese reduzieren die Brutto-Rendite natürlich u.U. deutlich.

Bei Beteiligungen dieser Art sind jedoch (und der Website bietet hier absolut keine Detailinformationen) die wesentlichen Risiken

  • ggf. Nachschußpflicht in schlechten Marktphasen

  • keine bzw. eingeschränkte Veräußerbarkeit der Anlage

  • lange Bindung der Geldanlage auch über schlechte Marktphasen hinweg

  • Insolvenzrisiko der Gesellschaft

Mich irritiert, daß auf dem Website so wenig über die tatsächlichen Anlagen zu lesen ist. Das ist erst mal verdächtig. In jedem Fall sollte man sich in diese Kategorie von Beteiligungen nur mit einem kleinen Anteil seines Portfolios begeben, da die oben genannten Risiken bestehen. Damit wird das (übliche Mindestbeteiligungen liegen bei 5-10 kEUR) erst sinnvoll, wenn man es als Beimischung für ein Portfolio von vielleicht 100-200 kEUR (max. 5% Portfolioanteil für diese Beteiligung) verwendet.

Meine spontane Reaktion aus den genannten Gründen wäre für harmlose Privatanleger daher: NEIN. Finger weg.

Kommentar von gandalf94305 ,

Interessant finde ich auch, daß ein "Erstes Westfälisches Zinshaus" die Leistungen bewirbt, letztendlich aber eine Dienstleistungsgruppe Salzkotten dahintersteckt.. Diese Dienstleistungsgruppe hatte gerade mal eine Bilanz von 300 kEUR in 2013. Die "Erste Westfälische Zinshausgesellschaft" ist im Besitz von Immobilien im Wert von 2013 knapp 5,8 Mio EUR bei zugleich Krediten von 3,6 Mio EUR. Die Kapitalanteile der Kommanditisten der Gesellschaft liegen bei knapp 3,2 Mio EUR. Es gibt eine Komplementärin: swr Dritte Verwaltungsgesellschaft, deren Geschäftsführer der Geschäftsführer des Ersten Westfälischen Zinshaus ist und keine nennenswerte Geschäftstätigkeit verzeichnet. Eigentlich müßten hier auch Ausschüttungen aus den Immobillien auslaufen. Irgendwie ist mir das zu undurchsichtig.

Antwort
von Hanseat, 269

Hallo, Nein, ist es nicht ! Sehr undurchsichtig und verschachtelt, kaum vernünftige Infos - siehe auch gandalf94305. Da wird versucht den Immobilienhype und die Niedrigzins-Situation gewinnbringend (für die DGS !) zu vermarkten, sicher nicht zum Vorteil des Privatanlegers.

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