Frage von seniorin78, 7

Ist das Vertragswerk von Versicherungen überall gleich schwer verständlich-speziell für Senioren?

Gibt es Versicherer, die im Vertragswerk einfach nur deutsch für Otto Normal verwenden-sprich leicht verständlich, auch für Senioren oder ist das Vertragswerk von Versicherer überall gleich schwer verständlich? Würde gern mehr Prämie zahlen und dafür meinen Vertrag verstehen. Gibts solche Versicherer, die das schon erkannt haben, wenn ja welche?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59, 7

Ich habe mir neulich ein Navi geholt und mich durch 120 Seiten Gebrauchsanleitung kämpfen müssen. Mein Smartphone hat "nur" 100 Seiten Gebrauchsanleitung. Demgegenüber waren die 30 Seiten die ich für die Änderungsverträge meiner Gebäudeversicherung übersandt bekommen habe geradezu ein mickriges Heftchen. Schon deshalb mag ich Deiner Kritik nicht zu folgen.

Überdies ist es nun einmal so, dass in einer arbeitsteiligen Gesellschaft nicht jeder alles können und verstehen muß. Oder fragst Du Deinen Arzt danach, wie die Instrumente im einzelnen heißen, die er gebraucht, den Apotheker danach, wo die Rohstoffe für seine Arznei bezogen werden, den Polizeibeamten nach der Ausbildung für seinen Beruf, den Kfz-Mechaniker danach, wie ein Katalysator funktioniert, etc pp? Natürlich nicht, die würden sich bei Dir "bedanken". Wieso muß man denn als rechtlicher Laie alles verstehen was in Gesetzen, Verordnungen oder Geschäftsbedingungen steht? In erster Linie muß das so formuliert sein, dass alles korrekt und nachvollziehbar ist für den Fachmann und damit hat es sich dann auch.

Und tröste Dich: Um Vertragswerke nicht verstehen zu können braucht man nicht alt zu werden. Das geht jüngeren Menschen ebenso.

Antwort
von Gluecksklee, 6

kann Deinen Unmut gut verstehen, manchmal ist das wirklich zu lesen wie ein spanisches Dorf-hat auch schon Gerichte beschäftigt: http://mobil.stern.de/wirtschaft/versicherung/urteil-mehrere-lebensversicherungs...

die HUK hat zB mit dem BDV neue Bedingungen für Hausrat ausgearbeitet. Also man arbeitet wohl dran-aber eine spezielle Empfehlung für eine Versicherung kann ich Dir leider nicht geben- bei Unklarheiten einfach an den BDV wenden, dafür sind die doch da.

Antwort
von Ernestine178, 6

Wenn Sie bereit wären, mehr Prämie zu zahlen, warum investieren sie diese Differenz nicht in einen Anwalt, der sich den Vertrag mal durchliest. Dann bekommen sie noch fachliche Beratung.

Antwort
von Mikkey, 5

Wenn man Bedingungen rechtssicher gestalten will, kommt fast zwangsläufig die übliche Verklausulierung heraus.

Aus vielen hier (und woanders) gestellten Fragen geht hervor, dass die meisten Leute diese Bedingungen überhaupt nicht lesen. Deshalb beschweren sie sich häufig garnicht über deren Unverständlichkeit.

Mit dem Alter hat es also nichts zu tun.

Aber zur Frage: Wenn ich mich recht erinnere, gibt es so einen Versicherer, der Werbung damit macht, kein Versicherungschinesisch zu sprechen...

Kommentar von EnnoBecker ,

Mit dem Alter hat es also nichts zu tun.

Natürlich nicht.

Wenn ich mich recht erinnere, gibt es so einen Versicherer, der Werbung damit macht, kein Versicherungschinesisch zu sprechen...

Wahrscheinlich zu Lasten der Bedingungen selbst.

Was die Einfachheit der Sprache betrifft, so verweise ich auf diese Frage hier: http://www.finanzfrage.net/frage/pinneberg

Darin geht es zur Hartz4-Broschüre von Pinneberg.

Also ich möchte jedenfalls nicht so behandelt werden, weder jetzt noch vor 40 Jahren und auch nicht in 30 Jahren.

Antwort
von alfalfa, 3

Mal zum grundätzlichen Thema. Der GDV erarbeitet für jede Versicherungssparte Musterbeningungen und Allgemeine Versicherungsbedingungen. Anhand dieser Musterbedigungen und AVB ergänzt/streicht jeder Versicherer individuell Passagen und schon ist das neue Produkt fertig.

Da es Versicherungsverträge gibt, die ggfs eine sehr lange Laufzeit haben (z.B. PKV endet eigentlich erst mit dem Tod; es sei denn man wechselt oder wird GKV Pflichtig) müssen diese so abstrakt alle möglichen Konstellationen erfassen, dass diese Regelungen auch in 50-60 Jahren noch Gültigkeit haben. Das ist die Schwierigkeit bei der Formulierung solcher Verträge.

Eigentlich ist es Aufgabe des Vermittlers bei Vertragsschluss Dir Deinen Vertrag zu erklären. Alternativ kannst Du auch einen Versicherungsberater mit der Prüfung/Aufklärung gegen Honorar beauftragen.

Ansonsten werden wir wohl auch in der Zukunft mit Dokumenten, die Juristen Deutsch beinhalten, leben müssen.

Antwort
von robinek, 3

Das sind überall Vertäge der Versicherer (meistens zu deren Gunsten) Aber es gibt doch vor Abschluss jeglicher Verträge Möglichkeiten diese vorab prüfen zu lassen. Das seitenlange Kleingedruckte beschert nicht nur Senioren Schwierigkeiten. Verträge sind im Allgemeinen für jeden Laien schwer verständlich. Warum bitte mehr Prämie deshalb bezahlen? Wichtig ist das Preis- Leistungsverhältnis

Antwort
von leuschner44577, 5

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