Frage von Help4Help, 12

Ist das Lohnsteuersystem Deutschlands ungerecht?

Lohnsteuerprüferin outet Lohnsteuersystem heute nacht bei Domian im WDR und packt aus, dass von hochqualifizierten Prüfern "Masse geklopft werden muss"! Hat sie recht? Die Frage geht an alle Lohnsteuerprüfer in diesem Forum!

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Liebe/r Help4Help,

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Vielen Dank für Dein Verständnis!

Herzliche Grüße

Ria vom finanzfrage.net-Support

Antwort
von wfwbinder, 5

Prüfer der Finanzämter (egal ob Lohnsteuerprüfer, Umsatzsteuersonderprüfer, oder die normalen Aussenprüfer) haben die Aufgabe zur richtigen Besteuerung beizutragen. Natürlich sind deren Ansichten und Beurteilungen der Sachverhalte von einer Gesetzesauslegung getragen, die sich an der fiskalischen Sicht der Dinge orientieren.

Die Unterlagen der Betriebe sind von den Steuerberatern logischer Weise an der für die Betriebe günstigsten Gesetzesauslegung bearbeitet worden.

Daher kommt es bei den Betriebsprüfungen fast immer zu Schlussbesprechungen, bei denen es um widerstreitende Ansichten geht. Man einigt sich, oder die Fälle landen vor dem Finanzgericht. Dies geschieht aber fast immer bei den regelmäßigen Aussenprüfungen, die immer mehrere Jahre betreffen. Und natürlich sieht man es auf den Finanzämtern gerne, wenn es namhafte Mehrergebnisse gibt.

Die Lohnsteuerprüfungen und Umsatzsteuersonderprüfungen sind da nach meinen persönlichen Erfahrungen die Ergebnisse etwas anders. Bei der Umsatzsteuer geht es entweder darum das es um unversteuerte Umsätze geht, weniger um unterschiedliche Rechtsauffassung. Mehr darum, dass man die Umsatzsteuer einsparen, oder zumindest verschieben wollte.

Bei der Lohnsteuerprüfung (die Steuerhöhe ergibt sich eindeutig aus der Lohnsteuertabelle) geht es also fast nur um Löhne, oder Lohnbestandteile, die Lohnsteuerpflichtig sind, aber nicht so behandelt wurden. Es geht nur in geringen Fällen um unterschiedliche Rechtsauffassungen, sondern meist um Dinge wie Schwarzarbeit, Scheinselbständigkeit, unversteuerte Lohnbestandteile.

Natürlich stehen die Prüfer unter Zeitdruck. Die Anzahl der Prüfer ist nicht so hoch und somit ist die FRage, wird der Betrieb geprüft, oder nicht, eine Art Lotterie. Daher wird man auch die Betriebe und Branchen mehr prüfen.

Das hat nichts mit der Gerechtigkeit der Lohnsteuer zu tun, die lediglich eine Erhebungsform der Einkommensteuer ist.

Wenn überhaupt kann man sich über eine Gerechtigkeit im Bereich, wird man geprüft, oder nicht, unterhalten.

Antwort
von billy, 4

Meines Erachtens ist die Aussage sehr pauschal gefasst und geeignet zu polarisieren. 

Antwort
von gandalf94305, 2

Ich bin kein Lohnsteuerprüfer und möchte auch keiner sein, aber was soll Deine Aussage denn überhaupt darstellen? Ist das die neue Methode, seltsame Nachttalks to promoten? Semantisch passt das jedenfalls nicht zusammen.

Die Lohnsteuerberechnung ist nun mal ein recht klares Verfahren, in dem es praktisch keine Ermessensspielräume gibt. Daher verwundert es, daß die Prüfer aus Österreich das Achtfache ihrer Kosten "einspielen", wie kürzlich zu lesen war: Hier scheint also tatsächlich bei den Unternehmen einiges falsch zu laufen, was die Prüfungen ja auch wieder rechtfertigt.

Die andere Frage aus dem Titel Deines Postings geht einen anderen Punkt an. Das Lohnsteuersystem übt allerdings keinen Druck auf Prüfer aus, sondern es sind Vorgesetzte. Also kann es nicht in diesem Sinne "ungerecht" sein.

Das Einkommensteuersystem in Deutschland empfinde ich jedoch als ungerecht, da ich leider zu den 20% gehöre, die 80% der Steuerlast tragen und immer noch zunehmende Steuerlasten sehen. Die Leistungsträger in dieser Gesellschaft werden immer weniger sinnvoll für ihre Beiträge entlohnt. Eigentlich ein Grund auszuwandern.

Und auch am Lohnsteuersystem hätte ich einiges zu verbessern. Warum einem Arbeitnehmer vorgaukeln, er/sie bekäme 4.000 EUR, wenn es dann doch nur deutlich weniger ist, da noch Abzüge abgehen? Warum nicht gleich ein Nettogehalt festlegen und die Unternehmen zahlen im Hintergrund darauf die Steuern und Abgaben? Nun, das ist sehr einfach. Steuererhöhungen würden dann ebenfalls im Hintergrund passieren und die Unternehmen belasten, wenn nicht das vereinbarte, auszuzahlende (für die Arbeitnehmer sichbare) Gehalt sinken sollte.

Anscheinend kann sich Deutschland jedoch immer noch den Luxus hoher Steuerquoten leisten und auch die gewählten Politiker greifen den Status Quo nicht wirklich an. Man findet immer nur weitere Möglichkeiten, Steuern und Gebühren zu erheben. Die Pkw-Maut wäre so ein Beispiel. Irgendwann wird es kostenpflichtige Lebensberechtigungsscheine geben.

Kommentar von vulkanismus ,

Es sind nicht die Vorgesetzten, sondern die verfehlte Personalpolitik.

Kommentar von Help4Help ,

Hallo Gandalf, zu denken gab mir die zusätzliche Aussage, dass die Dame von Ihrem Dienstherren dazu angehalten wurde, 200.000 € / anno mit Ihrer Steuerprüfung "zu erwirtschaften" und deshalb auf Dauer krank wurde, wie sozial ist das denn?

Nur deshalb habe ich diese Anfrage gestellt, um Meinungen zu hören! Übrigens wurde auf der Partnerseite die Anfrage recht schnell gelöscht, warum eigentlich?

Domain wollte ich nicht unbedingt promoten, aber wo, wenn nicht dort, lassen sich Menschen über Ihre Probleme aus?

Vielleicht wäre KummerKasten.de die Lösung sich abzureagieren? Was ist Deine Meinung?

Kommentar von vulkanismus ,

Du bist doch nicht etwa die ehemalige Prüferin?

Kommentar von Help4Help ,

Nein ,ich schaue ab und zu Domian, Du auch?

Kommentar von vulkanismus ,

Nein, und ich sehe auch nicht, was an der Darstellung einer Kranken interessant sein könnte.

Kommentar von wfwbinder ,


dass die Dame von Ihrem Dienstherren dazu angehalten wurde, 200.000 € / anno mit Ihrer Steuerprüfung "zu erwirtschaften" und deshalb auf Dauer krank wurde, wie sozial ist das denn?


Und wie ist die Situation des Bankers, der seine Vorgaben für die Abschlüsse von Sparverträgen, Bausparverträgen, Fondsanlagen hat? Sein Gehalt und die übrigen Kosten müssen eingespielt werden.


Oder der selbständige Handwerker mit 3 Beschäftigten für die er Arbeit ranschaffen muss, weil deren Löhne erwirtschaftet werden müssen. Der Leistungsdruck ist auf allen Ebenen, das kommt auch beim Finanzamt an. Auch die Veranlagungsbeamte müssen eine bestimmte Fallzahl erledigen.

Kommentar von Angelsiep ,

Das Einkommensteuersystem in Deutschland empfinde ich jedoch als ungerecht, da ich leider zu den 20% gehöre, die 80% der Steuerlast tragen und immer noch zunehmende Steuerlasten sehen. 

Aus deinen Antworten glaube ich zu erkennen,

daß du zu den Besserverdienenden gehörst.

Wie erklärst du dir dann, daß die Schere zwischen Gutverdienenden und Wenigverdienenden immer weiter aufgeht ?


Kommentar von gandalf94305 ,

Die Frage, wer wieviel verdient, ist ein anderes Thema. Da muß die Politik für eine höhere Qualifikation von Arbeitskräften und die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen für adäquate Jobs sorgen. Dies ist für die "Schere" zuständig. Die Einführung eines Mindestlohns ist doch schon mal ein lobenswerter Ansatz.

Auf welcher auch immer vorhandenen Basis von Einkommen wird die Steuerlast definiert, d.h. welche Einkommensklassen welche Steuerquote haben. Dies ist für die Steuerbelastung zuständig.

Die hohe Steuerbelastung resultiert aus hohen Schuldendiensten, jedoch auch aus einem defizitären Renten- und Krankenversicherungssystem, das auf konjunkturanfällige Umlagen (bei schlechter Wirtschaftslage oder einem demographischen Ungleichgewicht ist hier eine Zufinanzierung erforderlich - oder eben eine Kürzung, aber das trifft dann wieder die Falschen) anstelle  individueller Absicherungen in Kombination mit staatlichen Unterstützungsleistungen setzt. Der Bundeshaushalt spricht Bände.

Würde die deutsche Wirtschaft trotz der politischen Irrungen und Wirrungen nicht immer wieder für positive Überraschungen bei Steuereinnahmen und Arbeitsmarktentwicklung sorgen, wären wir mit der Ausgabenpolitik der vergangenen Jahrzehnte längst im Zustand von Griechenland.

Kommentar von vulkanismus ,

Eine hohe Steuerbelastung gibt es hierzulande nicht - das ist nur die Sicht von einigen wenigen Vermögenden.

Seit es sowas wie einen Gemeinschaftssinn gibt (also seit hunderttausenden von Jahren) musste der Bessergestellte auch für den Unterhalt der "ärmeren" aufkommen und tat dies auch meist ohne zu murren.

Dieser Gemeinschaftssinn ist aber heutzutage etwas anderem gewichen - der Raffgier.

Dabei ist es völlig egal, ob man nun am deutschen oder kongolesischen Steuersystem rummäkelt, in Brasilien oder Polen lebt.

Antwort
von LittleArrow, 1

Eine sehr interessante Frage für die Prüferin, deren Betriebsrat und den Landesfinanzminister. Es wird übrigens auch im Supermarkt an der Kasse auf Masse geklopft.

Aber hast Du Dir schon mal die Forumsrichtlinien durchgelesen? Da findest Du den Grund, warum die Frage gelöscht werden könnte bzw. sollte. Deine Fragen passen eindeutig nicht zum erklärten Ziel dieses Forums, auch wenn einige daran Interesse gefunden haben.

Kommentar von vulkanismus ,

Nur dass der Personalrat keinerlei Einfluss hat - noch nie welchen hatte.

Kommentar von Help4Help ,

Liebe LittleArrow,

ich wäre sehr dafür, dass diese Frage gelöscht wird, das würde meinen Verdacht bestätigen und passt gut zu unserer Zeit. Auf GF hat es auch schon geklappt! Warum nicht hier, obwohl das FF-Team viel toleranter ist! Beanstande doch, nur Mut!

Wir alle mögen doch Zensur! Damit sind wir aufgewachsen und das wollen wir nimmer vermissen!

Kommentar von LittleArrow ,

Help4Help:

Wir haben Zensur(en) in der Schule erlebt. Daher lautet meine Bewertung Deiner Frage aus Sicht des Forumziels: Thema verfehlt! 

Zensur ist weder Selbstzweck noch ein Werturteil. Spielregeln sollte man respektieren. Sarkasmus hingegen nicht.


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