Frage von solicitation1,

Ist das Firmenauto am Wochenende umsonst?

Wir sind am Wochenende für eine private Sportveranstaltung zu viert mehrere hundert Kilometer unterwegs gewesen. Einer unserer Kameraden ist mit seinem "Firmenauto" gefahren. Ein Mitfahrer meint nun er müsste dem Fahrer nichts für die Fahrt geben. Seine Begründung wäre: "Der Benutzer bezahlt durch eine pauschale Versteuerung mit 1 % vom brutto sämtl. Kosten"

Ist das echt so, daß einem als Besitzer eines Firmenfahrzeugs keinerlei Kosten entstehen, wenn man am Wochenende mehrere hundert Kilometer privat durch die Lande fährt? Sogar das Benzin bezahlt die Firma?

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Antwort
von Meandor,

Wenn er ein Firmenfahrzeug erhält, dann gibt es darüber eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber. Wenn da drinsteht, dass er es auch unbegrenzt privat nutzen darf, dann darf er auch am Wochenende ein paar hundert Kilometer damit fahren. In der Regel hat derjenige dann eine Tankkarte oder eine Firmenkreditkarte für das Benzin.

Als Ergebnis davon muss er dann für die private Nutzung einen Nutzungsvorteil versteuern. Die Aussage, dass der Benutzer dafür keine Kosten hat ist also falsch.

Vor allem ist die Aussage des Mitfahrers Blödsinn. Ich zumindest gebe einem Fahrer etwas, und zwar nicht weil er Kosten hat, sondern als Ausgleich und Dankeschön dafür, dass ich mir die Kosten erspare.

Antwort
von Rat2010,

Wir haben ein Auto, bei dem alles incl. zweitem Fahrer, Urlaub im Ausland und bis zur Versicherung ohne SB, Ersatzfahrzeug bei Urlaubsfahrten usw. enthalten ist. Wenn wir mit anderen wo hin fahren, sagen wir das und Freunde wissen, dass wir deshalb immer zu den Fahrern zählen. Sonst müssten ja auch wir was zahlen. Auf irgendwas (Essen) einladen lassen wir uns, weil es auch etwas stressig ist, immer selbst zu fahren.

Wir finden es auch nicht ok, wenn wir wegen der Dienstwagenversteuerung etwas verlangen. Sie erhöht sich durch Privatfahrten nicht.

Es gibt aber sehr unterschiedliche Regelungen. Manche zahlen was für Privatfahrten. Andere haben eine Selbstbeteiligung bei der Versicherung oder beteiligen sich sonst wie. Ohne das zu wissen, kann man die Frage nicht beurteilen.

Durch den Mitfahrer habt ihr das zum Thema gemacht. Der Fahrer wird dann schon sagen, ob er Kosten hat oder nicht und wenn ihr den zum Essen einladet oder sammelt, ist es sicher besser, als wenn ihr ihn zahlt wie einen, der alle Kosten selbst trägt.

Aber ein Danke sollte schon sein, denn wenn er euch mitnimmt habt ihr alle etwas davon!!! Er kann wenn er eine gute Reglung hat auch alleine umsonst fahren.

Antwort
von qtbasket,

Firmenwagen sind niemals kostenlos für den Mitarbeiter, neben der steuerlichen Regelung ist die Erlaubnis zur privaten Nutzung eigentlich immer damit verbunden, dass die Kosten für den Treibstoff aus eigener Tasche zu bezahlen sind, also üblicherweise wird die Tankkartenabrechnung auch kontrolliert. Spätestens bei einer Wirtschaftsprüfung sollte das auffallen, ganz schlimm wenn ein Außendienstmitarbeiter des Finanzamtes das herausfindet und eine Kontrollmitteilung schreibt. Da kann dann viel passieren, bis hin zur fristlosen Kündigung. Ich kenne einen Fall, es war allerdings nur ein Delikt, da endete das vor wenigen Wochen mit 3 Jahren und 10 Monaten ohne Bewährung. Je nach Richter kommt das überhaupt nicht gut.

Mein Tipp: Vor einer solchen Reise genau vereinbaren, wie der Kostenersatz gleistet wird, und sich das auch quittieren lassen !!!

Antwort
von obelix,

sowas wird in einem Vertrag geregelt bei der Überlassung eines Dienstwagens. Dort wird vereinbart, was der Mitarbeiter zu zahlen hat, was der Arbeitgeber zahlt.

Durch die pauschale Versteuerung über die 1%-Regelung wird der Privatanteil besteuert. Damit sind Privatfahrten abgegolten rein aus steuerlicher Sicht. Wie der Arbeitgeber nun die Kosten zahlt, ist eine andere Sache.

Wieder eine andere Sache ist es, ob der Fahrer euch die Fahrt kostenfrei stellt. Der kann von euch verlangen, was er will. Ihr habt wenig mit seiner Dienstwagenregelung zu tun.

Antwort
von Privatier59,

Sogar das Benzin bezahlt die Firma?

Da ist doch unter Garantie eine Vereinbarung anläßlich der Überlassung des Firmenwagens getroffen worden. Die müßte man kennen. Das mit dem Benzin macht mich skeptisch. Nicht, dass der Kollege sich da schwersten Ärger einhandelt.

Kommentar von gandalf94305 ,

Logisch. Normalerweise sind Full-Service Leasing-Verträge incl. Kraftstoff, Service, Inspektion, Reifensätze, Steuern, Versicherung.

Kommentar von Mikkey ,

Es ist zumindest üblich. Die 1%-Versteuerung beinhaltet sämtliche Kosten des Fahrzeugs (Reparaturen, Inspektionen, Treibstoff, Öl,Reifen, HU/ASU ...), wenn sie vom Arbeitgeber getragen werden.

Eine Vereinbarung kann zwar das Tragen bestimmter Kosten auf den Nutzer übertragen, da sich dadurch aber steuerlich nichts ändert ist das dann ein ganz schlechtes Geschäft.

Ich hatte mal die Regelung, dass Benzin dannvom AG gezahlt wurde, wenn bei einer bestimmten Tankstelle (auf Rechnung) getankt wurde. Das beschränkt die Wochenendtrips auf eine Tankfüllung.

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