Frage von rausJob, 5

Investitionen oft riskant aufgrund des Konstruktes. Wie erkennbar?

viele Investitionen sind unternehmerisch und verstecken gerne die Risiken. Ich kenne aus Erzählungen von Problemen bei Immobilienfonds in Sachen Nachschusspflicht, bei Wind-, Solaranlagen oder Waldbeteiligungen hat man fast keine Chance sein Geld wiederzusehen, wenn es zu Problemen kommt etc.

Wie kann man erkennen, sollte man Interesse an solchen Beteiligungen haben, dass diese hoch riskant sind?

Kann man das als unterfahrener Anleger überhaupt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 3
Kann man das als unterfahrener Anleger überhaupt?

MNein, kann man nicht.

Deshalb sind ja geschlossene Fonds, Genusscheine, für die Man sich das Unternehmen ansehen muss und vergleichbare Anlagen nichts für unerfahrene Anleger.

Aber diese Dinge kann man prüfen lassen. Man kann Leute fragen, die eben diese Sachkenntnis haben und das Prospekt und die Unterlagen prüfen udn eine Empfehlung abgeben, die kann positiv, wie negativ sein.

Vor 1-2 Tagen wurde hier wegen einer Investition bei Beate Uhse gefragt, der Frager fand die Bilanz nicht schlecht und ich habe da 2 Minuten reingesehen und erhebliche Risiken gefunden.

Damit will ich nicht sagen, dass man das nicht machen soll, aber man sollte sich der Risiken eben bewusst sein.

Kommentar von rausJob ,

das sind klare Worte. Dann lasse ich das mal bzw. versuche, Wissen aufzubauen.

dh.

Antwort
von gandalf94305, 2

Du sprichst hier von geschlossenen Beteiligungsformen, nicht von Publikumsfonds. Da gibt es mindestens vier Herausforderungen, die die meisten Anleger ignorieren oder verharmlosen:

  • Eine fehlende Fungibilität der Anteile bedingt, daß man nur mittel- bis langfristig nicht benötigtes Kapital und nur maximal einen gewissen Prozentsatz des Vermögens investieren sollte. Andernfalls wird man in einer Notlage mit hohen Abschlägen bis hin zur Unveräußerbarkeit rechnen müssen.

  • Ausführliche Verkaufsprospekte enthalten alle wichtigen Eckdaten zu solchen Anlagen. Insbesondere enthalten Sie Angaben über Rechte und Pflichten der Anleger, die Umlage und Berechnung von Kosten, die Laufzeit und das Investitionsziel. Die bei weitem meisten Anleger lesen das nicht und denken, daß mit den knappen Zweiseitern zu einer Anlageform alles gesagt ist. Weit gefehlt!

  • Die inhärenten Risiken jeder Anlageform lesen sich leider immer sehr ähnlich. Man findet geradezu viele, vertraute Textbausteine, über die man dann einfach hinwegliest. Die wirklich differenzierenden Risiken erkennt man nicht.

  • Eine Anlage in eine geschlossene Beteiligung ist Vertrauenssache. Es geht um Vertrauen in die Vermittler (die ggf. später deutliche Renditeanteile abschöpfen können), das Fondsmanagement (das durch Managementgebühren und ggf. sogar Performancefees auf seine Kosten kommt) und das Anlageziel (das eine Modererscheinung sein kann, gegenüber offenen Fonds keinen Mehrwert bietet oder wirklich nachhaltig in dieser Beteiligungsform erst zu sinnvollen Erträgen führen mag). Leider wird dieses Vertrauen typischerweise nicht seine Berechtigung überprüft.

Daher würde ich generell Deine Frage verneinen. Ein unerfahrener Anleger sollte sich definitiv nicht mit solchen Beteiligungen befassen - es sei denn, es handelt sich um eine generell einfach strukturierte, vertrauenswürdige Investition, beispielsweise ein Windkraftfonds Deiner Gemeinde, ein Recyclingprojekt Deiner Stadt oder ähnliches.

Ich habe im Laufe der Zeit in einige solcher Beteilligungsfonds investiert, bin derzeit immer noch in drei solchen engagiert und wurde bisher nicht enttäuscht. Film-, Wald- und Schiffsfonds, sowie obskure Genußrechtsprodukte habe ich jedoch nicht angefaßt :-)

Aus meiner Sicht muß das aber auch nicht sein. Man muß nicht in Beteiligungen investieren, um einen sinnvollen Anlageerfolg zu erreichen. Das geht sehr gut auch mit Sparplänen und einer robusten Anlagestrategie auf Basis von Publikumsfonds.

Antwort
von Privatier59, 1

Du redest von geschlossenen Fonds und dazu müssen immer Prospekte übergeben werden. Da steht im Grunde alles drin. Das Problem ist, dass viele Menschen lesefaul sind und daher zu bequem, sich diesen immer recht umfänglichen Werken zu widmen. Lieber vertraut man den schönfärberischen Reden des provosionsgierigen Gegenüber. Es wäre also ganz einfach, sich zu informieren wenn man es denn wollte. Auch das Internet ist da sehr hilfreich. Wenn eine Anlage überwiegend kritisch bewertet wird, sollte man die Finger davon lassen.

Kommentar von rausJob ,

Interesse ist da. Lesefaul bin ich nicht immer. Wissen will ich aufbauen.

Danke für deine Sicht.

dh.

Antwort
von freelance,

eigentlich sollte man bei jeder dieser Anlagemöglichkeiten Unterlagen erhalten, die die Risiken genau beschreiben, das Konstrukt erläutern etc. Nachschusspflichten sollten doch genannt sein.

Ich kann nur empfehlen, diese Unterlagen genau zu lesen. Ist man unsicher, versteht man was nicht, dann fragen, bis man es verstanden hat. Bleibt Unsicherheit oder Unverständnis, dann die Finger davon lassen.

Was man nicht versteht, kauft man nicht.

Antwort
von Niklaus, 1

Langfristig sind Aktienfonds gut. Die schwanken zwar, aber das hat nichts mit Sicherheit zutun. Aktienfonds sind Sachwert und insolvenz- und inflationssicher.

Kommentar von LittleArrow ,
insolvenz- und inflationssicher

Klar, da haften Fondsgesellschaft, BMF, Niklaus & Co. persönlich.

Kommentar von Niklaus ,

Hast du wieder Langeweile?

Kommentar von gandalf94305 ,

Wenn man sich die doch beachtliche Rate an Fonds anschaut, die in Deutschland geschlossen oder kurz mal mit einem anderen verschmolzen werden, ist das "insolvenzsicher" gar nicht mehr so relevant.

Abgesehen davon sind Fonds nicht insolvenzsicher. Sie sind insbesondere vor Insolvenzen einzelner Positionen nicht gesichert.

Sie sind auch nicht generell inflationssicher, denn es gibt genügend Unternehmen, die in Zeiten hoher Inflation leiden. Entsprechende Fonds werden dann auch leiden. Das betrifft SmallCaps, Retailer, Fluggesellschaften/Logistik, Kleidung, langlebige Wirtschaftsgüter und Haushaltsgeräte, sowie rohstoffnahe Unternehmen.

Kommentar von Niklaus ,

Insolvenzsicher. Natürlich sind Aktienfonds insolvenzsicher. Sachwerte sind immer insolvenzsicher. Die Schwankungen und Verschmelzung haben damit überhaupt nichts zu tun. Um sein Geld komplett mit einem Aktienfonds durch Insolvenz zu verlieren müssten alle Unternehmen in dem Fonds, das können ja nach Fonds 30 - über 100 Aktiengesellschaften sein, alle gleichzeitig insolvent werden. Du weißt wir unwahrchenlich das ist.

Inflationssicher: Aktienfonds beinhalten Aktien und Aktien sind Sachwerte. Sachwerte sind inflationssicher. Egal wo die Währung hingeht, egal ob Inflation, Sachwerte bleiben erhalten. Aktienfonds beinhalten Aktien und Aktien stellen einen Anteil an einem Unternehmen dar. Egal ob Inflation oder Währungsverfall. Siemens, Microsoft, VW, Nestle, Allianz und alle anderen Aktiengesellschaften werden auch nach einer Inflation weiter ihre Produkte verkaufen, weil wir sie brauchen. Sicherlich kann der Wert gesunken sein, aber der Anteil am Unternehmen bleibt dem Anleger erhalten wie seine eigen Immobilie.

Verehrter gandalf94305, sicherlich sind wir nicht immer einer Meinung. Das liegt ganz sicher auch daran, das ich hier aus einer anderen Gründen schreibe als du. Das gebe ich zu und es ist legal. Ich schätze deinen Sachverstand und deine Logik. Aber ich bitte dich potenzielle Fondsanleger nicht zu verunsichern. In Deutschland wird so wie so das meiste Geld falsch angelegt. Durch solche Beiträge werden die Menschen verunsichert und legen ihr Geld weiterhin in Festgeld, BSV und Versicherungen statt in gute Investmentfonds an. Damit tun wir den deutschen Anlegern keinen Gefallen.

Kommentar von LittleArrow ,
Sachwerte sind immer insolvenzsicher.

Aktiengesellschaften (Lehman Brothers, Herstatt, AEG, AIG & Co.) können insolvent werden. Und dies "Sachwerte" damit wertlos. Ob ein einzelner Sachwert insolvenzsicher ist, hängt davon ab, ob er nach dem Insolvenzrecht insolvent gehen kann und nicht davon, ob Niklaus schreibt Sachwerte sind immer insolvenzsicher.

Sachwerte sind inflationssicher.

Schallplatten und Pferdekutschen sind auch Sachwerte, aber dennoch nicht inflationssicher. Vorallem können sie aufgrund technologischen Fortschritts einen Wertverfall haben.

Kurzum: Die vorgeführte Inflations- und Insolvenzrhetorik schützt nicht den Anleger, sondern verdummt ihn. "In Deutschland wird so wie so das meiste Geld falsch angelegt. ... Damit tun wir den deutschen Anlegern keinen Gefallen."

Kommentar von Niklaus ,

Logischer Fehler. Selbstverständlich können Aktiengesellschaften insolvent werden,. Aber nicht Aktienfonds mit 100 Aktiengesellschaften gleichzeitig.

Schallplatten und Pferdekutschen sind keine Sachwerte sondern Gebrauchsgüter wie deine Auto oder dein Kugelschreiber.

Auf diesem Niveau ist es schwer dich ernst zu nehmen.

Das wissen z.B. auch viele ausländische Investoren. 54 % des Kapitals in den 30 DAX-Unternehmen ist in ausländischer Hand. bei 18 Unternehmen sogar mehr als 70 %. Erst vor ein paar Wochen hat ein Scheich aus Katar sich für 6 % bei der Deutschen Bank eingekauft. Von VW gehören im schion 17 %. Die ausländischen Investoren wissen, dass man in Deutschland auf dem Aktienmarkt viel Geld verdienen kann. Was machen die Deutschen. Sie legen ihr Geld in Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefen, Bausparverträgen und Versicherungen an. Das zeugt wirklich von absolut mangelndem Finanzwissen. Altersvorsorge kann man damit nicht betreiben, das führt direkt in die Grundsicherung im Rentenalter.

Schuld daran sind unter anderem auch solche Kommentare wie du sie schreibst.

Kommentar von Niklaus ,

Der Satz Sachwerte sind immer insolvenzsicher , in meinem Kommentar ist natürlich nicht richtig. Er passt da überhaupt nicht rein. Ein Fehler.

Aktienfonds sind deshalb insolvenzsicher, weil sie eine Vielzahl Aktien in ihrem Portfolio haben.

Kommentar von LittleArrow ,
Sachwerte sind immer insolvenzsicher

Das war ja einer Deiner Kernsätze. Entschuldigung, dass ich auch den kritisiert habe.

Aber schön, dass Du endlich mal einen Deiner Fehler erkennst, auch wenn es etwas gedauert hat.

Aktienfonds sind deshalb insolvenzsicher, weil sie eine Vielzahl Aktien in ihrem Portfolio haben.

Eine solche Risikostreuung ist natürlich bekannt. Aber es bleibt eben ein teilweises Ausfall- bzw. Kursverfallrisiko und daher ist Insolvenzsicherheit etwas anderes.

Meine weitere Ergänzung: Und diese Begründung kann man nach einer kleinen Wortsubstitution auch für Anleihefonds einsetzen. Das sind zwar Nominalwerte, aber je nach Lebenslage auch eine Anlagealternative bzw. -ergänzung.

Kommentar von Niklaus ,

Dir geht es doch um etwas ganz anderes, das weiß ich doch. Deshalb schreibst du auch immer meinen Namen. Du hättest auch anders kommentieren können. Was soll es. Ich und das Forum kennen dich ja.

Apropos Fehler, ich gebe meine Fehler immer zu. Wenn ich sie feststelle oder sie mir jemand mitteilt :-) Wer ist schon frei von Fehlern.

Selbstverständlich können Rentenfonds eine Anlagealternative sein. Aber Anleihefonds sind keine Sachwerte sondern nur Geldwerte und deshalb nicht inflationssicher. Von einer Insolvenzsicherheit kann man bei diesen Fonds ausgehen. Insolvenz wäre nur möglich, wenn alle Ermittenten der Anleihen in einem Fonds gleichzeitig in Insolvenz gehen würden.

Ich versuche den Menschen klar zu machen, dass sie in Aktienfonds investieren und nicht ihr Geld in Geldwertanlagen der Inflation aussetzen und derzeit auch noch schlecht verzinst bekommen. Der DAX hat von 1965 bis 2014 ca. 1800 % Wertentwicklung erreicht und das trotz aller Krisen. Das sollten die Menschen in Deutschland für ihre Altersvorsorge nutzen. Noch ein Hinweis, bevor du den Finger wieder hebst. Natürlich nur dann in Aktienfonds investieren, wenn man den nötigen Zeitrahmen für die Anlage hat.

Kommentar von LittleArrow ,
Das sollten die Menschen in Deutschland für ihre Altersvorsorge nutzen.

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