Frage von negMedia, 8

Investieren in Private Equity / Venture Capital, aber wie?

Ich hatte ne Statistik in der Hand, die Private Equity/ Venture Capital als interessant für Investoren dargestellt hat. Die Renditen können sehr gut sein.

Habe ich als Privatanleger eine Möglichkeit, in diesem Bereich zu investieren?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus, 4

Es gibt hier sehr gute Unternehmen. Du solltest allerdings die Risiken und Chancen kennen und du solltest PE nur deinem Vermögen beimischen.

Risiko / Sicherheit

  • Auswahlprozess (wie streng und selektiv ist der Auswahlprozeß in die zu investierenden Unternehmen)
  • Co-Investoren gibt es sie, wer sind sie?
  • Handelt es sich um ein Direktinvestment also kein Dachfonds (Kein Blindpool)
  • Wie ist die Diversifikation der Anlage (Branche)
  • Wird Fremdkapital eingesetzt oder kommt der Fonds nur mit dem Anlegerkapital aus?
  • Besteht ein Währungsrisiko.
  • Gibt es ein Management mit unternehmerischer Erfahrung?
  • Betreut und begleitet es die geförderten Unternehmen?
  • Wie sieht es mit der Verwahrstelle (Mittelverwendungskontrolle)
Kommentar von Niklaus ,

Eine sehr gute PE-Firma ist hier in München

Antwort
von gandalf94305, 3

Natürlich gibt es diese Möglichkeit. Es gibt einige geschlossene Fonds, die in Unternehmen, Startups oder Projekte als PE/VC-Kapitalgeber investieren. Renditen von 15-20% p.a. sind durchaus drin. Mindestanlagesummen in ernsthaften PE/VC-Fonds beginnen in definitiv fünfstelligen Bereichen.

Soviel zur guten Nachricht :-)

Die Risiken dabei liegen in zwei Hauptbereichen:

  • Das Investment ist von seiner Natur her natürlich riskant, d.h. es handelt sich nicht um Kapital, das man einem Unternehmen gibt, das jedes Jahr 10% Rendite abwirft. Es geht hier primär um den Aufbau neuer Unternehmen oder Geschäftsbereiche, d.h. die Renditen entstehen durch das Wachstum. Damit ist klar, daß das Risiko darin besteht, daß das vorgesehen Geschäftsmodell nicht greift. Also muß die Gesellschaft, über die das PE/VC-Kapital gebündelt wird, sehr gute Erfahrung im jeweiligen Anwendungsbereich für eine Selektion von Beteiligungen haben, selbst ein effizientes Management an den Tag legen und rechtzeitig den Exit schaffen, bevor die Renditen einknicken.

  • Der zweite Bereich betrifft die schwarzen und grauen Schafe in diesem Metier. Es gibt Gesellschaften, die durchaus qualitativ gut investieren und Returns erreichen, aber durch ihre Verwaltungskosten für die Anleger nur sehr geringe Renditen ausweisen. Solche Beteiligungen sind also immer Vertrauensgeschäft. Ich persönlich würde nur in einen Fonds investieren, dessen Managementteam ich persönlich kenne und dem ich vertrauen kann. Hier liegt ein weiterer Knackpunkt, denn viele Anleger stürzen sich blind auf die Renditeversprechen, überlesen aber den kleinen Zusatz "bis zu".

Es gibt außer über geschlossene Fonds natürlich auch ein paar Alternativen über börsennotierte Beteiligungsgesellschaften wie z.B. Berkshire Hathaway, GESCO, Softbank, Blackstone Group, BB Biotech oder Indus Holding. Solche Unternehmen haben als Geschäftszweck die Beteiligung an anderen Unternehmen.

  • Vorteil: das ist eine Aktie, d.h. man kann sie im Gegensatz zu geschlossenen Beteiligungen jederzeit wieder veräußern.

  • Nachteil: man ist den Kursentwicklungen der Aktienmärkte unterworfen und die Renditen sind letztendlich deutlich geringer als bei echten VC-Fonds.

Weitere Alternative: über Fonds, die in solche PE/VC-Gesellschaften investieren. Beispiele: DNB Private Equity (LU0302296065) oder SEB Listed Private Equity (LU0385668222). Es gibt auch drei ETFs, die diesen Sektor abbilden.

Sofern also Dein Anlagevolumen ab 500 kEUR liegt, kann PE über einen geschlossenen Beteiligungsfonds mit 5-10% über ein paar solche Investments eine gute langfristige Beimischung sein.

VC würde ich aufgrund der höheren Risiken sehr genau prüfen und vor allem die meist Totalverlustrisiken entsprechend bei der Allokation berücksichtigen. Ein einzelner VC-Fonds sollte IMHO nicht mehr als 1-2% eines Portfolios ausmachen.

Ansonsten wären Publikumsfonds, ETFs oder die entsprechenden Einzelaktien der Beteiligungsgesellschaften eine Alternative auch für kleine Portfolios.

Kommentar von negMedia ,

die Risiken sind mir bekannt, aber auch die Chancen. Und als Beimischung wäre das was für mich.

Kommentar von gandalf94305 ,

Na dann suche ein passendes Investment. Viele Gesellschaften, die interessante Investments anbieten, befinden sich außerhalb von Deutschland, was die Prüfung der Vertrauenswürdigkeit natürlich etwas erschwert.

Als Beimischung halte ich das auch für sinnvoll, wenn man ein größeres Portfolio hat und eine ertragsstarke Anlageklasse sucht, die geringere Korrelationen zu Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Immobilien hat.

Kommentar von Niklaus ,

In München gibt es auch eine gut PE Lösung.

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