Frage von jlewing, 23

Interne Firmenregelung vs. Geltende Pauschbeträge

Ich bin im Aussendienst und reise viel. Neulich nach Marokko, Los Angeles, London, Paris. Ich wollte für diese Länder bzw. Städte die geltenden Spesenbeträge anwenden und dies wurde mir verweigert. Die interne Regelung besagt, das ich maximal die "deutschen" Spesenbeträge anwenden darf, da dies so geregelt ist. Beispiel: Marroko (Casablanca) gilt 42€ pro 24 Std. darf aber maximal 24€ geltend machen. Ich muss dazu sagen, ich dürfte nach Beleg abrechnen und wenn diese sogar höher liegen als die für das Land geltenden Spesenbeträge, würde ich diese ausgezahlt bekommen. Ndt. versuche ich relativ wenig auszugeben und möchte eigentlich die für das Land/Stadt volle Spesenbetrag erhalten. Ist so eine Relegung rechtskräftig? Besten Dank für jede Antwort.

Antwort
von gandalf94305, 13

Die Pauschalen für Verpflegungsmehrkosten oder Dienstreise-Kilometer sind steuerlich zu berücksichtigende Eckwerte, d.h. relevant für die Frage, was als Werbungskosten angesetzt bzw. vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden kann, sie begründen jedoch keinen Anspruch auf die Erstattung genau dieser Beträge (obwohl viele Firmen das so handhaben, da sie die entsprechenden Sätze auch an die Kunden weiterverrechnen).

Fliegst Du also nach Paris, so weist die Tabelle 32 EUR bei mind. 14 Stunden Abwesenheit aus, Dein Arbeitgeber könnte jedoch Deine Mehrkosten

  • als mit dem Gehalt bereits abgegolten betrachten: dann kannst Du die 32 EUR als Werbungskosten ansetzen

  • nur zur Hälfte erstatten: dann werden die restlichen 50% als Werbungskosten angesetzt

  • nur mit dem deutschen Satz von 12 EUR erstatten: dann können 20 EUR als Werbungskosten angesetzt werden

  • mit dem vollen Satz ersetzen: dann ist dies für die Werbungskosten irrelevant, da die Differenz zwischen Pauschale und Erstattung Null ist

  • pauschal mit 50 EUR je Dienstreisetag erstatten: dann wären (in Abwesenheit anderer Ausgaben) 18 EUR zu versteuern.

Werden konkrete Belege (z.B. Zug, Flug, Hotel, Parken, Geschäftsessen) abgerechnet, so kannst Du diese dem Arbeitgeber zur 100% Erstattung geben (Einreichung mit Reisekostenabrechnung, kein Werbungskostenansatz) oder selbst behalten und per Werbungskosten absetzen. Während für die Geltendmachung der Geschäftsessen als Betriebsausgabe die Grenze von 70% gilt, können nachweislich dienstliche Essen von Arbeitnehmern vollständig abgesetzt werden.

Aus Deiner Schilderung geht nicht klar hervor, ob Du angestellt oder selbständig bist. Das würde für Bewirtungskosten einen Unterschied in der Geltendmachung bedeuten.

Antwort
von SBerater, 10

diese Regelung ist rechtskräftig. Du kannst den Unterschied zwischen bezahltem Betrag und dem geltenden Spesenbetrag bei der Steuer ansetzen (wie im Beispiel 42-24Euro). Damit ist der Schmerz nicht ganz so gross.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community