Frage von Sejuu, 268

Insolvenz und 450€ Job

Hallo ihr liebe da draußen, ich habe eine für mich sehr wichtige Frage und hoffe das ich hier eine hilfreiche und seriöse Antwort bekomme. Mein Vater ist nun seit 3 Jahren in der Privatinsolvenz und muss noch 3 Jahre davon abknüppeln, ich bin 18 Jahre alt und würde nun gerne neben meiner Schule einen 400€ Job annehmen um für mich etwas mehr Geld zu haben. Meine bedenken dabei sind jedoch, das dieses Geld was ich da verdiene meinem Vater angerechnet wird und er somit noch mehr Geld als vorher abgezogen bekommt, dies würde ich natürlich gern vermeiden. Ich habe zwar schon das halbe Internet abgesucht aber eine eindeutige Antwort dazu bekomme ich leider nirgends. Kennt sich jemand von euch damit aus und kann mir das vielleicht erläutern? ich hoffe auf Antwort und bedanke mich schon mal im voraus für die Hilfe!

Lg Sejuu

Antwort
von Kevin1905, 242
Meine bedenken dabei sind jedoch, das dieses Geld was ich da verdiene meinem Vater angerechnet wird

Bezieht dein Vater Leistungen nach SGB II oder XII? Ansonsten wird nichts angerechnet. Du hast keine Schulden, du bist nicht in der PI.

Antwort
von Primus, 217

Solange Du Schüler bist, ist der Nebenjob kein Problem. Ein Schüler braucht nicht zu arbeiten, also wird sein Einkommen nicht berücksichtigt.

Das ändert sich, wenn Du in das Berufsleben einsteigst. Dann wird Dein Verdienst mit angerechnet, bis Du das 25. Lebensjahr erreicht hast und noch bei Deinem Vater wohnst.

Antwort
von wfwbinder, 204

Ganz einfach, wenn Deine Eltern und Du kein ALG II bekommen, wird von Dir gar nichts angerechnet.

theoretisch könnte ein ganz schlauer Gläubiger versuchen den pfändungsfreien Betrag einschränken zu lassen, aber ich sehe kein Risiko.

Kommentar von Sejuu ,

Also im Klartext: Ich kann ohne bedenken einen 400€ Job annehmen ohne das sich irgendwas ändert bzw. meinem Vater mehr Geld abgezogen wird. Richtig? Da keiner von uns ALG II bezieht.

Kommentar von wfwbinder ,

genau richtig.

Nur das Gehalt Deines Vaters ist in dem Insolvenzverfahren interessant.

Antwort
von billy, 174

Hallo Sejuu,

Die Privatinsolvenz ist zunächst die Deines Vaters und dabei geht es um seine Schulden. Was das ALG 2 angeht, oder welche Sozialleistung bezieht er ?, hat mit der Privatinsolvenz erst mal gar nichts zu tun. Von Bedeutung ist hier weiter ob Ihr in einem gemeinsamen Haushalt lebt und ob hier eine Bedarfsgemeinschaft vorliegt.

Kommentar von Sejuu ,

Ich hätte wohl noch einiges Ergänzen sollen, also mein Vater arbeitet und wir wohnen zusammen in einem Haushalt inklusive meiner Mutter. Inwiefern wirkt es sich denn darauf aus? Ändert das sehr viel an der Situation?

Kommentar von SimonuCarolaR ,

Vielleicht noch ein später Nachtrag für Dich, Sejuu, damit Du vlt. Dich ein wenig mehr beruhigen kannst, was deine spezielle Frage angeht:

Ein Teil meiner Familie ist in einer sehr ähnlichen Situation, der Vater musste vor wenigen Monaten auch Privatinsolvenz anmelden (heißt das "anmelden"? oder "beantragen" oder "in die Insolvenz gehen"? na egal), ist zudem jetzt arbeitsunfähig geschrieben. Von daher zunächst mal: Ich weiß, wie schwer es für eine Familie sein kann, damit umzugehen (wir kriegen das natürlich hautnah mit) - du hast mein Mitgefühl.

Mein Cousin selbst ist noch Student (wohnt aber nicht mehr zuhause) und arbeitet nat. auch auf 450-EUR-Basis, seine Schwester ist festangestellt als Friseurin, während meine Tante auch gleich zwei Jobs ausübt. Und soweit ich das mitgekriegt habe, werden alle Verdienste unabhängig voneinander betrachtet. Es gibt also fürs Finanzamt keinen "Familienpool" an Geld, der dann irgendeinen einfluss auf die Privatinsolvenz hätte.

Das wäre jetzt aber kein Expertenbeitrag, sondern 'nur' ein Bericht, der auf persönlichen Erfahrungen beruht.

Liebe Grüße

Antwort
von Sejuu, 153

EDIT:

Noch ein kleiner Anhang da ich merke das es von Wichtigkeit ist:

Mein Vater ist berufstätig und ich wohne mit meinen Eltern in einem Haushalt.

Antwort
von alfalfa, 141

Immer wieder interessant das Google Wissen und der Blick ins Gesetzbuch. Also, klären wir das doch mal.

Die Privatinsolvenz deines Vaters hat nichts mit dir zu tun. Du kannst Milliadär sein und kein Cent wechselt den Besitzer. Auch wenn ihr zusammen wohnt.

Ende der Vorlesung zum Insolvenzrecht.

Zweite Vorlesung. Sozialrecht. Da sieht es anders aus. Darauf argumentieren meine Google Freunde im Forum und beziehen sich die Antworten drauf.

Da gibt es bedarfsgemeindchaften und was du sonst so liest hier als Antwort.

Doch das ist eine komplett andere Baustelle als Deine Frage! Und deshalb irrelevant !

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