Frage von althaus, 96

Insolvenz einer Anleihe: Planquote abwarten oder mit Verlust verkaufen? Was ist steuerlich besser?

Habe leider eine Anleihe die insolvent ist. Gläubigerversammlung soll demnächst kommen. Wie sie sich einigen weiss ich nicht. Ist es nicht besser jetzt beim Kurs von 5% zu verkaufen und die Verluste von 95% auf künftige Gewinne zu verrechnen? Oder sollte man eine Planquote abwarten, die entsprechend höher ausfallen könnte? Ist es nicht so, daß bei einer Planquote man keine Verluste mehr verrechnen kann, da die Wertpapiere nicht verkauft worden sind und dadurch es zu keinem realisiertem Verlust kam? Wer weiss Bescheid? Wie ist es bei der Planquote, wenn man die abwartet? Hat man dann mit der Differenz einen realisierten Verlust oder nicht?

Antwort
von gandalf94305, 83

Eine Rückzahlung der Anleihe mit Verlust kann steuerlich geltend gemacht werden. Die Rückzahlung muß dann jedoch verschieden von Null sein :-)

Erfolgt keine Rückzahlung, so kann man die Anleihe auch schleunigst verkaufen.

Die Anleihe hkw Personalkonzepte-Anleihe (8,250% bis 15.11.2016) DE000A1K0QR1 notiert derzeit bei 3,55 EUR. Du kannst nun überlegen, wie hoch die Quote sein wird. Irgendwie glaube ich nicht an einen duetlich höheren Wert, d.h. bei einem Anlagevolumen von z.B. 5.000 EUR wären es nun EUR 177,50 vs. Planquote von vielleicht 5% (sehr optimistisch) und dann 250 EUR.

Das ist alle häßlich und daher würde ich verkaufen.

PS: Warum hast Du nicht verkauft, als sie mal über 15 EUR lief? Daß das Unternehmen ziemlich tot ist, war doch da schon klar, d.h. eine höhere Quote als 15% war ziemlich unwahrscheinlich.

Kommentar von althaus ,

Ich wurde vom Vorstand persönlich angerufen. Herr Kick., der hatte sich meine Nummer gespeichert, als ich mich wegen den plötzlichen Kursverfall von 100% auf 80% erkundigt hatte. Er vergewisserte mir, daß eine deutlich höhere Quote versucht wird zu erreichen als der derzeitige Börsenkurs. Auch sollte ich die Angebote seitens den Investoren um die 10% nicht eingehen, das seien abzocker. Sein Anruf kam, bevor die Veröffentlichung des nicht bilanzierten Darlehensverlust aufkam. Es kam auch ein Meldung, daß eine Quote zwischen 50 und 65% angestrebt wird, da es dem Unternehmen grundlegend gut geht. Also warum sollte ich damals bei 12% - 15% verkaufen. Dann kam aber die Meldung mit dem nicht bilanziertem Darlehen und dem Verlust der daraus entsanden ist. Demnach hatte der Kurs dann eine andere Richtung eingeschlagen. Ob ich nun 3% oder 15% von 5.000 Euro bekommen ist doch nicht mehr so wichtig. Hauptsache ist, daß ich den Verlust verrechnen kann, daher werde ich demnächst verkaufen und den Verlust realisieren. Mittelstandsanleihen kaufe ich keine mehr. Zu sehr hat man mich betrogen. Schau dir doch mal die Anleihenkurse zu verschiedenen Anleihen an. Eine misserable Entwicklung. Zudem stehen uns noch Pleiten ins Haus, da nur wenige daran denken daß die Anleihe auch mal zurück bezahlt werden muss. Das werden wir dann in 2015 und 2016 sehen, wenn so einige fällig werden. dann weinen noch viele Anleger um ihr Geld.

Antwort
von wfwbinder, 70

na klar, wenn es eine Quote gibt, hast Du einen verrechenbaren Verlust.

Die Frage ist, wie lange Du wartest und wenn Du verrechenbare Verluste hast was sparst Du ggf. kurzfristig an steuern.

Wenn Du das Unternehmen nennen würdest könnte man besser raten.

Kommentar von althaus ,

ES geht um HKW Personalkonzepte.

Kommentar von wfwbinder ,

Habe mir mal angesehen, was man an gesicherten Daten bekommen kann.

Wie es aussieht ist ja massiv betrogen worden. Möglicherweise auch Geld beiseite geschafft.

Nur ob das jemals für Tilgung zur Verfügung steht?

Ich persönlich würde vermutlich die 5 % nehmen.

Der, der die 5 % bietet muss sich ein Geschäft versprechen, aber es kann eben auch lange dauern.während ein realisierter Verlust eben kurzfristiger über Steuern zurück zu holen wäre.

Kommentar von althaus ,

Es wurde gelogen und betrogen daß sich die Balken biegen. Genauso wie damals bei BKN Biostrom. Alles nur Gauner diese Mittelständler.

Kommentar von wfwbinder ,

Sehe ich anders, vermutlich, weil ich im BVMW bin (Bundesverband mittelständische Wirtschaft). Aber schwarze Schafe gibt es überall.

Aber was hier die HKW abgezogen hat, scheint wirklich kriminell zu sein.

Antwort
von freelance, 68

an deiner Wortwahl kann man erkennen: es ist unsicher, was der bessere Weg ist. Du verwendest den Konjunktiv.

Ich kann dir nicht sagen, was dir mehr bringt. Wenn es eine Quote gibt, hast du auch einen verrechenbaren Verlust. Wenn an der Börse 5% geboten werden, dann erhoffen sich die Börsianer ein Geschäft. Nur ist das so sicher nicht.

Was würde ich tun? Wenn ich den Verlust jetzt brauchen könnte, dann würde ich verkaufen. wenn absehbar ist, wann die Quote auf dem Tisch liegt, dann kann man planen und entscheiden, ob man die Zeit hat. Wenn ich das Investment schon abgeschrieben habe, kann man beides machen: halten/ verkaufen.

Ich halte wenig von langen Hängepartien. Lieber schnell raus als ewig hoffen. Rein in ein neues Invest.

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