Frage von Martha66,

Indirekter Unterhalt für das volljährige Kind meines Mannes?

Mein Mann muss Unterhalt für einen minderjährigen und einen volljährigen Sohn zahlen. Die Unterhaltshöhe für den volljährigen Sohn ist strittig. Seine Ex-Frau klagt im Namen des Sohnes den vollen Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle ein und ist zudem der Meinung, das dieser höher ausfallen muß, weil mein Mann mit mir verheiratet ist und ich ihn bedingt durch meine Vollzeitstelle finanziell unterstützen kann. Ist das rechtens? Darf die gegnerische Anwältin mein Einkommen einfordern?

Antwort
von gandalf94305,

Der Unterhalt wird vom Mann geschuldet, nicht von Dir - auch wenn Du ein paar Millionen EUR unter der Matratze liegen hast. Für die Berechnunug der Unterhaltshöhe ist Dein Einkommen irrelevant.

Allein im Fall, daß der Mann eine Mangelsituation geltend macht, gibt es die Situation, daß Du Deinem Mann Unterhalt schuldest, den er teilweise auf die Unterhaltszahlungen für das volljährige Kind verwenden muß.

Es ist auch zu bedenken, daß bei volljährigen Kindern das Kindergeld direkt an das Kind gehen kann und daß beide Elternteile unterhaltspflichtig sind.

Kommentar von Martha66 ,

Hallo Gandalf, so hatte ich das im Internet auch recherchiert, aber die Kindsmutter gibt an, das sie ihren Unterhalt an ihren volljährigen Sohn nicht zahlen kann. Sie verdient aber mit einer 75%-Stelle genauso viel wie mein Mann mit 100%.

Aus ihrer und ihrer Anwältin Sicht ist für den Barunterhalt alleine mein Mann zu belangen. Der Anwalt meines Mannes kommt irgendwie nicht richtig in die Gänge oder kennt sich vielleicht in der Sparte doch nicht so gut aus?!

Mein Mann gibt keine Mangelsituation an (obwohl er eine hat), will aber den Unterhalt für den Volljährigen nicht weiterhin alleine bestreiten. Das Kindergeld geht schon immer komplett an die Mutter.

Die gegnerische Anwältin will auf jeden Fall die kompletten Einkommensdaten (von mir und meinem Mann) und will auch Kapitalerträge (Wahnsinnsbetrag von 98,00) , die bei der Einkommenssteuererklärung in meiner Spalte stehen, mit anrechnen. Bisher habe meine Daten in der Einkommenssteuererklärung immer geschwärzt.

Hast Du oder jemand anderes noch einen guten Tipp für mich?

Kommentar von gandalf94305 ,

Wollen können Anwälte immer und sie können auch schlimme Briefe mit Androhungen aller möglichen Maßnahmen schreiben. Letztendlich geht das vor Gericht und das Gericht wird anordnen, gewisse Daten offenzulegen oder aber nicht.

Dein Mann hat eine Auskunftspflicht gegenüber der Ex-Frau, Du jedoch nicht. Also wirst Du weiterhin so verfahren, bis irgendwo eine Einigung zu erzielen ist. Wenn der Anwalt Deines Mannes nichts taugt, wird er getauscht.

Solange keine Mangelsituation besteht, d.h. Dein Mann einen üblicherweise im Verhältnis der gezahlten Lohnsteuer aufgeteilten Unterhaltsbetrag abzüglich häftigem Kindergeld voll bezahlt, geht die Gegenseite Dein Einkommen nichts an.

Schreibe also einen freundlichen Brief, in dem die Herausgabe der Unterlagen mit dem Hinweis verweigert wird, daß kein Anspruch auf Offenlegung der Einkommensverhältnisse Deiner Person bestehen. Nun ist die Gegenseite am Zug und muß entweder plausibel machen, daß ein solcher Anspruch besteht, die Ansprüche zurückstecken, oder aber direkt vor Gericht ziehen. Hier sollte der Anwalt Deines Mannes beraten und helfen. Kann er das nicht, wird er getauscht.

Kommentar von gandalf94305 ,

PS: Noch ein Punkt. Was sagt denn das Kind dazu? Als volljähriges Kind sind die Ansprüche des Kindes von diesem durchsetzbar.

  • Punkt 1: das Kind soll das Kindergeld an sich auszahlen lassen.

  • Punkt 2: eine Unterhaltsberechnung wird mit einem Anwalt angestellt und dann ergehen entsprechende Briefe an beide Eltern.

Wo wohnt das Kind denn? Hat es ein Einkommen? Ist es in Ausbildung/Studium?

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