Frage von Sandyra, 90

Immobilienverkauf bei Erbengemeinschaft

Hallo an alle fleißigen "Helfer" Mein Schwiegervater ist am 04.01.2015 verstorben. Er hinterlässt eine Eigentumswohnung im Wert von 61.000 €. Als seine Frau 2009 verstorben ist erbte er zu zu 4/6, der Sohn aus erster Ehe zu 1/6 und meine Mann zu 1/6. Nun ist mein Mann als Alleinerbe eingesetzt und der Sohn aus erster Ehe wollte die ganzen Jahre die Anteile von der Mutter an ihn überschreiben. Jetzt wäre es soweit, aber nun möchte er nicht mehr. Er lebt übrigens in Kroatien und ist auch kroatischer Staatsbürger. Mein Mann möchte die Wohnung gerne verkaufen. Nun meine Frage: Kann er das, alleine, wenn er 5/6 der Anteile als Alleinerbe besitzt auch ohne Unterschrift von seinem Bruder tun? Oder die Wohnung vermieten? Anzumerken wäre noch, dass sein Bruder wegen psychischer Erkrankung schon in Rente ist, vielleicht spielt das eine Rolle.

Danke an alle die eine Antwort wissen LG

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von wfwbinder, Community-Experte für Erbe, 90

Das der Halbbruder im Ausland lebt, macht es schwerer, die Nationalität ist allerdings gleichgültig.

Problem, über den Kopf vom Miteigentümer hinaus geht nichts. Man kann den Bruder nur gütlich (Übertragung gegen Abfindung), oder durch eine Zwangsversteigerung zur Auseinandersetzung raus bekommen.

Der der Gute jedoch eine angeschlagene Gesundheit hat, kann das problematisch sein.

Vermutlich ist er ja noch Herr seiner Selbst und steht nicht unter Pflegschaft. Denn dann müsste man sich mit dem Vermögenspfleger auseinandersetzen.

Gibt es in der Familie eventuell Jemanden, der vermitteln kann? Der Bruder sollte sehen, dass er mit 1/6 nichts anfangen kann.

Kommentar von Sandyra ,

Na ja vermitteln ist schwierig, eventuell ein Bekannter, aber mein Mann ist jetzt schon so genervt und gestresst, dass er dauernd sagt, er lehnt das Erbe eben ab. Ich denke nicht, dass es geht, da er ja Alleinerbe ist und 6 Wochen auch schon lange rum sind. Davon abgesehen, nervt ihn eben, dass sein Bruder über Jahre gesagt hat, er gibt ihm die Anteile und nix gemacht hat. Jetzt denkt er, es wäre noch massig Geld da und das sollen wir suchen, davor macht er nix. Es ist definitiv nichts da, außer das Sparkonto und das Girokonto. Und das reicht gerade mal für die Beerdigung. Wir haben überlegt, ob er seine 5/6 Anteile einen Dritten verkauft. Dann kann sich der Bruder mit dem rumstreiten. Es ist eben Mist, wenn innerhalb von 8 Monaten 3 aus der Familie versterben und überall gibt es Streit wegen der Erberei. Die Einzige die nix bekommt bin ich :-)

Kommentar von LittleArrow ,
... überall gibt es Streit wegen der Erberei. Die Einzige die nix bekommt bin ich :-)

Dann kannst Du ja froh sein, dass Du keinen Streit bekommst und die Ruhe bewahrst.:-))

Wir haben überlegt, ob er seine 5/6 Anteile einen Dritten verkauft. Dann kann sich der Bruder mit dem rumstreiten.

Da sich ein Dritter nicht mit dem Bruder streiten will, wird er die 5/6 gar nicht erst kaufen ("Der ist doch nicht blöd!").

Kommentar von Sandyra ,

Es gibt Leute, die kaufen Erbenateile von Häusern, Wohnungen etc. www.erbenanteile.de Bis jetzt nur zufriedene Resonanzen darauf gelesen

Kommentar von Snooopy155 ,

Du wirst nur dann einen Käufer finden, wenn wenn der Kaufpreis niedriger ist, als es bei einer Zwangsversteigerung zu erwarten wäre. Denn nur diesen Weg hätte der Käufer letztlich offen, um den Miterben aus der Angelegenheit herauszubringen..

Wenn Dein Mann eh' schon auf alles verzichten will, um seine Ruhe zu haben, dann sollte er den Weg der Auflösung der Erbengemeinschaft doch gehen. Wenn der Miterbe dann noch immer nicht einlenken will, dann verlieren eben beide Erben Geld.

Kommentar von Sandyra ,

Das wird wohl im Endeffekt das Bestew sein, was passieren kann :-)

Antwort
von Snooopy155, 76

Es gibt folgende Lösungsmöglichkeiten: entweder der Miterbe ist einverstanden mit dem Verkauf und und wird entsprechend ausbezhlt oder Dein Mann kann die Auflösung der Erbengemeinschaft per Zwangsversteigerung anstreben. Im ersten fallist oftmals ein deulich höherer Verkaufspreis erzielbar, allerdings benötigt man dann auch die Unterschrift aller Erben unter die notarielle Verkaufsurkunde.

Nun liegt es an dem Miterben entweder angesichts der Rechtslage mitzumachen oder es auf den unbestimmten Verkaufserlös bei einer Zwangsversteigerung ankommen zu lassen. Wenn er rechnen kann, dann weiß er, dass er bei der gütlichen Regelung mitmachen sollte.

Vermieten ist eine schlechte Lösung, denn in allen Angelegenheiten ist der Miterbe um Zustimmung zu fragen.

Kommentar von Snooopy155 ,

Nachtrag: Krankheiten oder Staatsbürgerschaft spielen hier keine Rolle.

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