Frage von Rentenfrau, 118

Ich will einem Freund helfen, aber kann man mit der Diagnose Parkinson überhaupt noch eine private Pflegeversicherung abschließen?

Hallo Miteinander, ich will einem guten Freund helfen. Er ist ganz neu an Parkinson erkrankt, kommt aber mit Medikamenten gut zurecht, so daß man eigentlich nichts merkt. Nun dachte ich, eine private Pflegeversicherung wäre hier sicher angebracht (die normale PflegeV hat er ja schon), ich hab auch im Internet schon gesucht, aber bisher kam immer die Info, bei der Diagnose ich keine private Pflegeversicherung möglich. Nur dieser Pflege-Bahr ginge evtl, aber da kann man meist nur bis max. 1200 Euro Pflegegeld im Monat absichern und das erst in Pflegestufe III. Der Schutz müßte höher sein, aber auch bezahlbar, damit die Familie (Ehefrau und 2 Kids noch im Schulalter) abgesichert sind. Habt Ihr einen Tipp? Danke schon mal für Eure guten Ratschläge.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von macmorgan, 50

Hallo!

Ich kann mich den Vorrednern eigentlich nur anschließen...

Es gibt einen ehernen Grundsatz: "Ein brennendes Haus ist nicht mehr versicherbar...".

Versicherbar ist ein Risiko, das im Allgemeinen eintreten kann, aber sich im Einzelfall noch nicht verwirklicht hat, so dass der Leistungsfall auf absehbare Zeit noch nicht eintreten wird. 

Leider ist dies hier nicht mehr der Fall, denn auf Grund der Diagnose "Parkinson" ist der Leistungsfall "Pflegebedürftigkeit" vorprogrammiert.

Selbst wenn man eine private Pflegeversicherung findet, die hier noch das Risiko in Kauf nehmen will, würde eine Pflegebedürftigkeit wegen Parkinson und alles damit im Zusammenhang stehende ausgeschlossen.

Spielen Sie nicht mit dem Gedanken, schnell noch eine Versicherung abzuschließen und dann bei den Gesundheitsfragen die Diagnose zu verschweigen. Das fällt auf und hat auch strafrechtliche Konsequenzen!

Ein Pflege-Bahr ist das äußerste, was man für die direkte Absicherung des Mannes in Betracht ziehen könnte.

Eine Absicherung der Familie auf das Leben des Mannes ist nicht mehr darstellbar.

Stattdessen die Ehefrau abzusichern macht natürlich Sinn, allerdings weniger für den Mann, als für die Kinder, denn die haben im schlimmste Fall dann mitunter zwei Elternteile, die sie pflegen müssen oder für deren Versorgung sie später finanziell in die Verantwortung genommen werden (Kinder haften für ihre Eltern).

Diese Familien-Absicherung sollte auch so hoch gewählt werden, dass sie den Teil, den normalerweise der gesunde Ehepartner weiterhin zum Haushaltseinkommen beitragen kann, wenigstens zum Teil mit abdeckt. Hier gibt es aber auch in der Regel Höchstabsicheurngsgrezen, die eine 100% Absicherung verhindern. 

Empfehlung:

1. Suchen Sie sich einen unabhängigen Makler, der Erfahrung in der Pflegeabsicherung und Familienabsicherung hat. Gerne können Sie sich auch an mich wenden.

2. Bringen Sie in Erfahrung, mit welchen staatlichen Leistungen der Ehemann ggf. neben dem Pflegegeld noch rechnen kann.

3. Lassen Sie sich ein Angebot rechnen, was eine private Pflegeversicherung in notwendiger Höhe kosten würde und nehmen Sie diesen Beitrag als Anhalt für einen Sparplan (oder ähnliches). Zwar besteht dann kein sofortiger Schutz, den eine Versicherung bieten würde, aber nach und nach wird ein Kapital aufgebaut, das zumindest unterstützend eingestzt werden kann.

NICHTS tun ist der größte Fehler!!!  

Kommentar von Rentenfrau ,

Danke für die ausführliche Antwort und keine Sorge, natürlich will mein Bekannter sich keine Pflegeversicherung "erschleichen". Es ist klar, daß nur noch der Pflege-Bahr geht, denn die Diagnose steht, Einschränkungen sind -gottlob- mit den Medikamenten momentan alle behoben, er kann noch weiter arbeiten. Aber beim Pflege-Bahr bieten die meisten Versicherer nur 600 Euro Pflegetagegeld bei Stufe III an und nur ganz wenige 1200 Euro, hast Du hier noch einen guten Tipp? Danke schon mal. 

Antwort
von Kevin1905, 63

Pflege Bahr, sonst nichts.

Die Ehefrau ist allerdings noch anderweitig versicherbar. Makler in der Nähe aufsuchen!

Kommentar von Rentenfrau ,

Danke, wir suchen eben grade nach einem guten Pflege-Bahr, es ist klar, daß eine andere "normale" private Pflegeversicherung mit der Diagnose nimmer geht. 

Antwort
von barmer, 71

Hallo, richtig erkannt: Pflege-Bahr geht, aber sonst wohl nichts mehr.

Allerdings ist eine Pflegeversicherung nicht zur Absicherung der Angehörigen gedacht, dafür hätte es anderer Produkte bedurft: Risiko-LV, BU, Krankentagegeld....

Viel Glück

Barmer

Antwort
von Privatier59, 64

Bei dieser Diagnose ist mit Ausnahme des gesetzlichen Pflegeversicherung und Pflege-Bahr alles zu spät für Deinen Freund. Außer einer verstärkten Vermögensbildung läßt sich keine Absicherung mehr treffen.

Allerdings scheint die Ehefrau ja wohl gesund. Dann würde ich doch für die eine Risiko-LV und eine Unfallversicherung abschließen damit, wenn die ausfällt, die übrige Familie finanziell abgesichert ist.


Kommentar von Rentenfrau ,

Danke für den Tipp Privatier59, hättest Du für den "Pflege-Bahr" auch einen guten Tipp? 

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