Frage von WalterStocke, 158

Ich war ohne Wohnsitz in Deutschland, das Finanzamt hat meine Erbschaft geerbt, was kann ich jetzt tun?

Ich war mit Hauptwohnsitz im Ausland gemeldet, ohne deutschen Wohnsitz. Die Erbschaft von meinem Vater wurde mir nicht mitgeteilt. Meine Schwester und ihre Tochter haben die Erbschaft ausgeschlagen, aber andere Erbberechtigte wurden nie informiert. Offensichtlich hat das Finanzamt geerbt, obwohl keine Berechtigung bestand, denn es waren noch andere Erben da: mein Onkel. Was kann ich tun, um diesen Fehler zu korrigieren, und zu beweisen?

Antwort
von WalterStocke, 158

Hallo, ich bin es selbst, der Fragesteller, ich muss es berichtigen, weil ich inzwischen herausgefunden habe, dass das Finanzamt nichts geerbt hatte, es war nur meine Vermutung. Dies ist zwar möglich, aber selten der Fall, wenn es gar keine Erben gibt und wenn ein staatlicher Nachlass-Pfleger auch genug Nachlass-Wert feststellt. In meinem Fall war es ganz anders. Mit freundlichen Grüßen: Walter Manfred Stocké, der Fragesteller.

Kommentar von LittleArrow ,

Danke für Deinen Feedback.

Hoffentlich bist Du nach den vielen Monaten nicht leer ausgegangen;-)

Kommentar von Gaenseliesel ,

" Wunder dauern halt etwas länger ", man braucht nur etwas Geduld !  Hier 2 Jahre ........geht doch ....lach !!!

Kann man dann wenigstens gratulieren ?

Antwort
von imager761, 120

Denk nach: Wenn deine Schwester (für sich) und (ihre) Tochter das Erbe eures Vaters ausgeschlagen hat, dürfte der Nachlass dann nicht wertlos, gar überschuldet sein?

Bevor ich mich da als Erbe und somit Nachlassschuldner (!) melde, würde ich darüber unbedingt mit meiner Schwester reden wollen.

Und die Anwaltskosten vielmehr in einen Teilerbschein investieren wollen, um wenigstens von der Bank eine verlässliche Auskunft (deren sog. Erbfallmeldung an das Finanzamt) anfordern, um Vermögen und Verbindlichkeiten eures Vaters zu überprüfen.

Um dann ggf. innerhalb von 6 Wochen nach Kenntnis des Erbfalls ebengleich form- und fristgerecht, d. h. bei einem Notar oder zu Niederschrift beim Nachlassgericht, ebengleich meine Ausschlagung erklären, bevor ich die Schulden zu tragen hätte.

G imager761 


Antwort
von Primus, 126

Meine Schwester und ihre Tochter haben die Erbschaft ausgeschlagen

Hast Du Dich schon mal gefragt, warum sie das getan haben?

Könnte es sein, dass mit einem kleinen Erbe auch größere Schulden vorhanden waren?

Ein Minus auf dem Girokonto zum Beispiel müsste von den Erben ausgeglichen werden und das ist noch eines von den kleineren Problemen, die auf den Erben zukommen könnten.

Also nicht mit euphorischen Gefühlen ins offene Messer laufen, sondern lieber noch einmal genaue Erkundigungen einziehen, ob das Erbe höher ist, als die eventuell vorhanden Schulden.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für erbrecht, 133

Es gibt Verjährungsfristen.

Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre, nach bekannt werden des Erbanspruchs. Endgültig verjährt es nach 30 Jahren.

Nun stellt sich hier vermutlich die Frage, wann begann die Verjährungsfrist.

  1. Wurde Dir nicht mitgeteilt, dass Dein Vater verstorben ist? Wenn ja, begann die Verjährungsfrist mit dem Tag zu laufen an dem der Tod bekannt wurde, weil man ja weiß, dass man als Kind Erbberechtigt ist.

  2. Der Staat erbt erst dann, wenn amtlich festgestellt wurde, dass es keinen anderen Erben gibt. Ist nciht bekannt, Dass Du Kind Deines Vaters bist? Oder wurde es von Deiner Schwester verschwiegen?

DEr Sachverhalt ist m. E. unklar.

Antwort
von Franzl0503, 98

Walter:

Noch eine Anmerkung zur Ausschlagungsfrist:

"Die Frist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im  Ausland behabt hat oder

wenn sich der Erbe bei dem Beginn der Frist im Ausland aufhält (§ 1954 (2) BGB).

Antwort
von gammoncrack, 95

Naja, wenn schon Erben eine Erbschaft ausschlagen, spricht vieles dafür, dass nichts zu erben war. Mein Interesse an der Klärung dieses Problems wäre angesichts einer solchen Information gering oder nicht vorhanden.

Antwort
von unternehmerin, 113

ich denke, da kann man noch was machen, vielleicht gehst Du mal zu einem Anwalt und lässt dich beraten, schau mal: http://www.ratgeber-recht24.de/Gesetzliche_Erbfolge_und_gesetzliches_Ehegattener...

Kommentar von Snooopy155 ,

Das Ganze wirkt auf mich sehr dubios. Da gibt es eine Schwester und diese benennt bei der Erbausschlagung nicht, dass sie einen Bruder hat? Der Sohn hat zudem keine Kenntnis davon, dass sein Vater gestorben ist - ansonsten würe es ja sein ureigenstes Interesse sich auch um Beerdigungskosten und Nachlass zu kümmern.

Jetzt wird es möglicherweis Probleme mit Verjährungsfristen geben.

Antwort
von Privatier59, 118

Nicht das "Finanzamt" erbt, sondern der Fiskus und dem muß eine öffentliche Aufforderung zur Anmeldung von Erbrechten vorausgehen:

http://dejure.org/gesetze/BGB/1965.html

Damit ist im übrigen auch die Frage nach den anderen Erbberechtigten beantwortet: Die haben sich offenkundig nicht gemeldet.

Ich glaube, Du bist mit der Bearbeitung des Falles überfordert und eine Anfrage in einem Forum kann nicht das ersetzen, was hier eigentlich erfolgen müßte: Die Beauftragung eines Anwalts. Ohne Einsicht in die Akten kann man solche Fälle nicht vernünftig beantworten. Ob es die Kosten für den Anwalt wert ist, ist eine Frage, die nur ein Hellseher beantworten könnte. Wenn große Werte vorhanden gewesen wären, hätte niemand das Erbe ausgeschlagen. Es spricht so einiges für eine Nullnummer.

Kommentar von WalterStocke ,

Sehr geehrte Damen und Herren,

das ist wirklich eine sehr große Hilfe und Erleichterung für mich, dass ich Ihre Antwort bekomme.....ich bin sehr dankbar.

Natürlich bin ich überfordert, ich habe 20 Jahre im Ausland gelebt, und verstehe in Deutschland fast gar nichts von diesem Gesetzesdjungel. Ich frage mich wie normale Menschen das alles wissen sollen, weil es jeder wissen müsste, um sein Recht zu bekommen.

mit freundlichen Grüßen

Walter Manfred Stocké

Kommentar von Privatier59 ,

Walter: Gesetze sind immer kompliziert, ganz gleich, in welchem Land man lebt. Gerade deshalb gibt es Anwälte, die kennen sich im Recht aus. Aber ich würde mir an Deiner Stelle schon sehr genau überlegen, ob ich in diese Sache mein Geld investiere: Frag lieber mal Deine Verwandten, was denn so zum Erbe gehört hat. Was sollst Du Geld investieren wenn nichts dabei rum kommt?

Kommentar von Primus ,

Hallo Walter,

schön dass wir Dir helfen konnten.

Aber wie Privatier59 schon schrieb - versuche ohne Anwalt heraus zu bekommen, ob es sich finanziell lohnt, das Erbe anzutreten, damit du nicht auch noch die Anwaltskosten tragen musst, obwohl eventuell Schulden vererbt werden.

Ich wünsche Dir viel Glück!

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