Frage von althaus, 100

Ich suche Kapitalanlagen mit regelmäßiger Auszahlung, habt Ihr einen Rat?

Suche weitere Kapitalanlagen, die regelmäßig (monatlich, quartalsweise oder jährlich) Zinsen oder Kapital zurückzahlen. 1. Habe schon folgende: 2. Private Rente - monatlicher Zahlungseingang 3. Mietwohnung - monatlicher Zahlungseingang 4. Auszahlplan - monatliche Entnahme 5. Aktien - quartalsweise oder jährliche Dividende 6. Festgeld und Anleihen - jährliche Zinszahlung 7. Privatdarlehen - monatlicher Zahlungseingang 8. Offen- Wer kann mir noch Möglichkeiten nennen?

Antwort
von FinanzberaterTF, 91

Hallo Althaus,

welchen Zweck verfolgst du denn mit deinem Wunsch nach regelmäßigen Einkünften? Ich vermute du hast einen Betrag zur Verfügung, den du anlegen und daraus laufende Zahlungen erhalten willst. Dann solltest du dich fragen, worfür du das Geld brauchst.

  • Bist du auf regelmäßige Zahlungen bis zum Ableben angewiesen, um deinen Lebensstandard zu finanzieren? Hier bleibt dir nur eine Rentenversicherung (klassisch, fondsgebunden oder indexbasiert ist dann im nächsten Schritt zu prüfen). Dies ist die einzige Möglichkeit, das Langlebigkeits-"Risiko" abzudecken. Der Lebensstandard sollte im Rentenalter immer möglichst zu 100% durch regelmäßige Rentenzahlungen abgedeckt werden, während der Rest des Kapitals für andere Dinge wie Pflegebedürftigkeit u.ä. zur Verfügung steht.Und hier kommt jetzt bitte keiner mit dem typischen Bashing "Da muss ich ja xy Jahre alt werden, damit sich das lohnt." Das ist in erster Linie eben immer noch eine Versicherung.
  • Bist du der Meinung, du benötigst diese Zahlungen nur für bspw. die nächsten 10 Jahre, weil du jetzt besonders viel reisen oder Golf spielen willst o.ä. und später ruhiger lebst, kann ein Entnahmeplan sinn machen. Hier sollte darauf zu achten sein, dass er recht schwankungsarm ist und dennoch eine gewisse Rendite abwirft, mehr als 3-4% solltest du aber nicht unbedingt erwarten. Nachteil: Am Ende des Geldes ist noch Leben übrig. Vorteil gegenüber RV: Deutlich höhere monatliche Zahlungen, da zeitlich begrenzt.
  • Der Köngisweg ist ein drei- bis vierteiliger:
  1. Deine normalen Lebenshaltungskosten für Essen, Wohnen, Auto, etc. sollten durch regelmäßige Rentenzahlungen abgedeckt sein.
  2. Plötzliche höhere Belastungen (Urlaub, Renovierungsarbeiten, etc.) sollten durch einen entsprechenden Betrag auf dem Tagesgeldkonto mit Verzicht auf Rendite zugunsten der Sicherheit und Verfügbarkeit abgedeckt werden.
  3. Ein weiterer Anteil deines Vermögens sollte mittelfristig angelegt werden, sodass du ran kommst, ohne ggf. 40% im Minus zu sein, aber welches dir dennoch eine gewisse Rendite bringt.
  4. Der letzte Teil kann sofern verfügbar längerfristig angelegt werden, du hast ja bei Renteneintritt erwartungsgemäß noch weit mehr als 20 Jahre zu leben.

Weit ausgeholt, aber worauf ich hinaus will: Das Geld was du brauchst, kann nur über Rentenversicherung oder Entnahmepläne auf defensive Anlagen in welcher Form auch immer kommen. Aktien, geschlossene Fonds, eigentlich auch Anleihen u.ä. sind dafür völlig ungeeignet, das sind Kapitalanlagen zur Vermögensbildung, nicht zum Verzehr, weil sie riskant sind und nur für längere Anlagehorizonte geeignet sind.

Für alles über deinen Lebensstandard hinaus brauchst du keine regelmäßigen Zahlungen, sondern ein sinnvoll aufgebautes Konzept.

Liebe Grüße

FinanzberaterTF

Kommentar von althaus ,

Ich habe im Moment keinen Geldbetrag mehr zur Verfügung, da alles angelegt ist. Die Frage ist jedoch, ob ich zu Gunsten monatlichen Zahlungen (Einnahmen) umschichten kann, wenn ich was geeignetes finde. Derzeit finde ich aber keine Kapitalanlage mit attraktivem Zins und monatlicher Entnahme. Habe vor 2 jahren ein Entnahmeplan über 10 Jahre, 50.000€ und 2,5% Verzinsung abgeschlossen. Derzeit liegt die Verzinsung für aktuelle Entnahmepläne weit darunter. Da macht es keinen Sinn, daher habe ich das Geld vorübergehend in Aktien geparkt mit der Hoffnung auf Kursgewinne. Weitere Einnnahmen brauche ich derzeit nicht unbedingt. Habe 2 Mieteinnhamen, eine Rente und einen Entnahmeplan als monatliche Einnahme. Das reicht aus, um bis zur Altersrente über die Runden zu kommen. Bin 47 Jahre alt und gehe erst mit 67 Jahren in Altersrente. Bis dahin hoffe ich meine EU - Rente zu erhalten, sonst muss ich aus Guthaben / Vermögen leben.

Kommentar von FinanzberaterTF ,

Für solche Zwecke empfehle ich Kunden gerne bspw. den Sauren Global Defensiv (WKN: 214466), der eine Zielrendite von kontinuierlich 3% p.a. hat und dies seit mittlerweile 12 Jahren bei niedrigsten Schwankungen deutlich schafft.

Allerdings sehe ich in deinem Zusammenhang keinen Anlass für einen Entnahmeplan. Das musst du mir erklären. Brauchst du weiteres Geld neben deiner EU-Rente zum Leben? Dann ist das sicherlich eine gute Lösung. Aber du schreibst ja "Weitere Einnahmen brauche ich derzeit nicht unbedingt." Insofern scheint mir ein Entnahmeplan da völlig fehl am Platze. Es sollte stattdessen versucht werden, bis zum Rentenbeginn das Kapital zu vermehren.

Antwort
von jsch1964, 72

Hallo Althaus,

Deine Liste ist schon ziemlich vollständig. Vor allem die erste Möglichkeit finde ich sehr spannend. ;-)

Punkt 4 würde ich aber gerne noch aufdröseln wollen: Auszahlplan ist nicht gleich Auszahlplan. Ein a)  Bankauszahlplan wird sicherlich deutlich mehr Kapitalverbrauch haben, als ein Auszahlplan bei einer b) Vermögensverwaltung oder manchen c) geschlossenen Fonds - es sei denn, Du lässt Dir von der Bank immer nur das auszahlen, was an Gewinnen erwirtschaftet wurde. Dann kannst Du Dir davon aber nicht viel kaufen.

Den Punkt 7. könnte man ebenfalls noch unterteilen, wenn du solche Darlehen, wie Du z.B. der RIVAG geben kannst, auch als "Privatdarlehen" durchgehen lässt.

In diesem Sinne gibt es wohl nicht viel mehr Oberbegriffe, aber die Unterteilung innerhalb der Oberbegriffe zeigt verschiedene andere Möglichkeiten.

Kommentar von althaus ,

Habe vor 2 Jahren einen Entnahmeplan mit Kapitalverzehr abgeschlossen und bekomme noch für die nächsten 8 Jahre 472€ monatlich, dann ist der Kapitalbetrag verbraucht. Verzinsung 2,5%. Nicht die Welt, aber in anbetracht des heutigen Zinsniveaus doch noch in Ordnung. 

Kommentar von jsch1964 ,

Hinterher ist es zwar immer doof "Da wäre mehr möglich gewesen" zu sagen, aber ich sage es trotzdem: "Da wäre mehr möglich gewesen." :-)

Antwort
von Hanseat, 63

Anlage in offenen Investmentfonds mit monatlichem Entnahmeplan. Dabei aufpassen dass bei den Fonds solche ausgewählt werden die möglichst wenig schwanken.

Antwort
von boulder, 60

Schreibe mal die Alternative "Devisenhandel (FOREX)" mit automatischen Handelssystemen dazu, sind je nach Chance/Risiko (kleine Chance-kleines Risiko oder grosse Chance-grosses Risiko) von 2-10 % pro Monat möglich, Auszahlung auch monatlich. Manche halten das alles für unseriös, aber es ist möglich.

Kommentar von Typderfinanzen ,

Müll, für den privaten Anleger/Trader gibt es kein automatisiertes Handelssystem das erschwinglich und profitabel auf längere Dauer ist.

Um gewinne mit einem automatisiertem Handelssystem erwirtschaften zu können benötigt man ein hohes Handelskapital um Drawdowns aushalten zu können.

Sämtlichen Handelssysteme die in e-Mails oder auf dubiosen Websiten empfohlen werden sind generell Müll.

Kommentar von althaus ,

Danke. Kenne mich mit Devisen überhaupt nichts aus. Kann mir auch keinen Entnahmeplan vorstellen oder wie das gehen soll. Daher schließe ich diese Möglichkeit mal aus. Wer mit Devisen handelt braucht schon größere Beträge, und die habe ich nicht.

Kommentar von boulder ,

Nein, das stimmt nicht, durch den Hebel von z.B. 1:400 hast Du eine Chance auch mit wenig zu traden, ich verdiene mir damit mein Taschengeld bei 500 € Kapitaleinsatz, aber man muss ja nicht.

Kommentar von Typderfinanzen ,

Ich trade ebenfalls, regelmäßig und mit ner Ecke mehr Kapital  - trotzdem sind automatisierte Handelssysteme für harmlose Privatanleger nichts

Antwort
von TBergmann, 48

Du ist ja schon recht breit aufgestellt, was ich gut finde.

Meine Empfehlungen sind immer wieder:

  1. In mindestens 6 verschiedene, voneinander absolut unabhängige Anlagen investieren. Alle frei handelbaren Anlagen, zählen als eine einzige.
  2. Immer gleich große Investitionen tätigen.
  3. Für Beteiligungen eine Prüfcheckliste verwenden. Diese erlaubt dem Laien die Spreu vom Weizen zu trennen ohne sich mit der Materie detailliert auszukennen.
  4. Keine Thesaurierungen und Wiederanlagen. Ausschüttungen immer neu, also in weitere Anlagen diversifizieren.
  5. Separates Dreh- und Angelpunktkonto einrichten, in welches alle Ausschüttungen gehen. Das erhöht die Übersicht erheblich.
  6. Bei guter Bonität vermietetes Immobilieneigentum erwerben.
  7. Rahmenkredit zur Sicherung der Liquidität beantragen. Dieser wird nur in Anspruch genommen, wenn ein Liquiditätsengpass entstehen sollte. Also im Normalfall nie. Kredit bekommen ich immer nur genehmigt, wenn ich der Bank glaubhaft machen kann, dass ich eigentlich keinen benötige.

Ich hoffe ich konnte ein Paar Anregungen geben und freue mich über Feedback 

Kommentar von althaus ,

Vielen Dank Bergmann,

die meisten Ratschläge von Dir sind mir bekannt und werden auch so berücksichtigt.

Antwort
von Kevin1905, 44

Ausschüttende Fonds/ETFs?

Kommentar von althaus ,

Ausschüttende Fonds wäre eine Idee. Danke. EFTs? Kenne mich damit ich nicht so gut aus. Kann ich nichts dazu sagen.

Kommentar von Kevin1905 ,

Gibt ETFs und Fonds mit klarer Dividenden-Strategie. Einfach mal schlau machen.

Antwort
von boulder, 43

Das stimmt, man muss schon ein bisschen Erfahrung haben, als unbedarfter Privatanleger nicht direkt zu empfehlen, er braucht dann auch einen VPS etc.

Bin mit dem jetziger EA (allerdings 499 €) soweit sehr zufrieden, er macht je nach Einstellung gute Trades (auch in langjährigen Backtests, das ist wichtig) , besser wäre natürlich das Kapital aufstocken, leider habe ich zur Zeit nicht mehr. 

Kommentar von jsch1964 ,

Welchen EA setzt Du seit wann ein?

Backtests sind hypothetische Verläufe und meistens nicht wirklich realitätsnah.

Kommentar von boulder ,

Den TradoCashPro, ein sehr guter EA, habe schon viel Erfahrungen mit EAs, programmiere auch selber welche, dieser ist gut gemacht und langfristig auch profitabel, nicht nur im Backtest sondern auch in der Demo und im Live.Demo und Live unterscheiden sich nicht viel.

Antwort
von gandalf94305, 44

In der Liste fehlen gewöhnliche Fonds (verschiedene Ausschüttungsmodelle) und geschlossene Fonds. Gerade letztere sind bei einer signifikanten Beteiligungseinlage bei quartalsweiser oder monatlicher Ausschüttung eine interessante Einkommensquelle. Es gibt robuste geschlossene Fonds im Bereich von Immobillien oder Energieanlagen.

Weiterhin fehlen Beteiligungen. Hier sind meist jährliche Ausschüttungen, seltener quartalsweise Ausschüttungen üblich.

Nicht zu vernachlässigen sind auch aufgrund ihrer z.T. starken Antikorrelation zu den üblichen Kapitalmärkte diverse Hedge-Fonds. Hier sind i.a. jährliche Ausschüttungen vorgesehen.

Kommentar von althaus ,

Danke. Kenne mich mit Beteiligungen überhaupt nicht aus, genausowenig kann ich geschlossene Fonds beurteilen, daher lasse ich die Finger davon. Mit Hedge-Fonds habe ich mich noch nie beschäftigt. Vielleicht sollte ich mir das mal anschauen.

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