Frage von AgnesS, 212

Ich möchte für meine Kinder Kapital anlegen. Mein Banker rät mir zu einer Versicherung: Allianz Schatzbrief Perspektive. Sie soll ca. 4% ausschütten. Sinnvoll?

Antwort
von wfwbinder, 170

Lasse Dir von einem seriösen Berater mal einen Vorschlag machen.

Der Vorschlag des Bankangestellten scheint mir aus der "Provisionshüfte" geschossen zu sein.

Vermutlich soll doch das Geld nicht der Altersversorgung Deiner Kinder dienen, sondern spätestens zu einem Studienbeginn auszahlbar sein.

Dazu die Fragen:

wieviel der Rendite ist garantiert?

ist absehbar, was ausgezahlt wird, wenn es vorzeitig, z. B. bei Wechselfällen des Lebens, benötigt wird. usw. usw.

Also das ist nicht mein Fachgebiet, das können hier andere besser. Ich statte nur meine Mandanten immer mit Fragenzetteln aus, bzw. weise darauf hin, was unbedingt berücksichtigt werden muss. Banken beraten praktisch immer mit einem Auge auf eigene Produkte und mit dem anderen Auge auf die Provisionen.

Antwort
von Kevin1905, 170

Sie schüttet 4% in 2016 aus und dann?

Hast du dir die Produktbeschreibung auf der Webseite der Allianz mal durchgelesen? Verstehst du sie? Wie begründet der Berater seine Empfehlung? Wurde vorher eine Bedarfsanalyse und ein Schichtenvergleich gemacht?

Antwort
von detlef32, 118

Hier sind eine Menge Antworten mit Vorurteilen und Nichtwissen unterwegs.

1. Der Schatzbrief ist eine Rentenversicherung als Einmalzahlung

2. Ja - es fallen Abschlusskosten an - diese werden explizit ausgewiesen (ca. 4-5%) und sollten berücksichtigt werden.

3. Bei der Angabe "für meine Kinder" gehe ich mal von einem Zeithorizont von über 10 Jahren aus bevor das Geld benötigt wird. Falls nicht brauchen die "Antworter" mehr Informationen und die Kosten für den Abschluss haben ein höheres Gewicht.

4. Das Geld wird im Deckungsstock angelegt und ist sehr sicher (genauer gesagt es ist mündelsicher) und damit für den Zweck geeignet. Eine Tabelle über die garantierten Werte wird dem Antrag beigefügt. Durch die Abschlusskosten dauert es ein paar Jahre bevor "sicher" wieder 100% da sind. Bei einem Tod des Versicherungsnehmers (wäre hier wahrscheinlich ein Elternteil) stehen auch im ersten Jahr nach Abschluss bereits wieder 100% zur Verfügung.

5. Über das Geld (jedenfalls den Rückkaufswert - das ist die Einzahlungssumme abzgl. Abschlusskosten plus Gewinne) kann jederzeit verfügt werden - ich glaube es sind ein paar Tage Frist zu beachten. Bin mir aber nicht sicher könnte auch ein Monat sein.

6. Die Gewinne im Deckungsstock werden derzeit mit ca. 3 % angegeben. Wenn die Zinsflaute aber noch 10 Jahre anhält wird auch die Allianz nicht auf Dauer 3% oder mehr erzielen können. Der Deckungsstock muss wegen der Mündelsicherheit sehr konservativ angelegt werden. Man kann davon ausgehen, dass die Allianz im Rahmen einer konservativen Geldanlage das Bestmögliche herausholt.

7. Alternativen für eine sichere, mündelsichere Anlage mit Kapitalgarantie gibt es kaum. Ein Festgeld liegt (allerdings ohne Abschlusskosten) bei ca. 0,8% und wäre nur bei einem Zeithorizont von weniger als 5 Jahren im Vergleich geeignet. Bei allen anderen Anlagen gibt es keinerlei Kapitalgarantie und auch keine gesicherten Erkenntnisse über Gewinne die sich in die Zukunft projizieren lassen und haben in den meisten Fällen auch Abschlusskosten in Höhe von 4-5%

Und was passiert wenn sich die Zinsspirale dreht - meinetwegen auf 3% fürs Sparbuch? Naja - jede Fondsanlage würde Kapital verlieren - kein gutes Geschäft. Bei dem Schatzbrief kann ich mir immer noch das Kapital auszahlen lassen und es dann  aufs Sparbuch bringen falls mir die Gewinne der Allianz zu gering sind.

Insgesamt hat der Berater einen guten Job gemacht - obwohl die 4% sicherlich etwas optimistisch sind.

Und den anderen Antworten mit "Der denkt nur an Provision","Soll erstmal Analyse machen" ins Stammbuch geschrieben:

Was soll denn eurer Meinung nach hinten rauskommen? Fonds mit Kosten und der Möglichkeit von Kapitalverlust? Oder ein Festgeld oder Tagesgeld mit 0% Zinsen? Oder eine Bundesanleihe mit 0,25% Zins auf 10 Jahre? Oder was? Im Rahmen der Vorgaben ist das Angebot richtig (sofern der Anlagehorizont deutlich über 5 Jahre liegt und über das Geld im Zweifelsfall verfügt werden soll)

Antwort
von Hanseat, 138

Auch wenn das Ding Schatzbrief heißt, es handelt sich um eine Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag.

Sowas ist teuer (Abschlusskosten gleich einmal über 4 % gleich am Anfang weg) und unflexibel. Da wird am Ende (z.B. mit 65) das eingezahlte Geld garantiert, sonst nichts - super !

Die Zinsen sind nicht garantiert, können auch in Zukunft deutlich weniger werden.

Rentenversicherungen sind m.E. für Kinder völlig ungeeignet. Besser ist das Geld flexibel in Fonds (oder auch festverzinslich) anzulegen.

Antwort
von magicmike945, 90

Guten Tag, ich würde an deiner Stelle zu einem kompetenteren Berater gehen - Da fallen mir nur Honorarfinanzanlagenberater ein. Diese sind unabhängig und dürfen keine Provisionen erhalten. Jedoch musst du diese je nach Beratungsaufwand bezahlen. Bei mir waren es 90 € pro Stunde. Die Beratung hat bei mir 2 Stunden gedauert. Ich würde mich bei einem Anlagehorizont eher in Richtung ETF-Depot umschauen anstatt irgendwelche teueren Versicherungen abzuschließen. Wenn du einen Kontakt brauchst kannst du mir gerne schreiben. Gruß Mike

Kommentar von Niklaus ,

Und ein  Honorarfinanzanlagenberater ist kompetent. Wie willst du das beurteilen? Er verdient nur anders Geld.  ETF wie so das ??? Was ist wenn die Börsen heruntergehen. 



Kommentar von magicmike945 ,

Warum ETF? Weil klassische Investmentfonds, wie du sie unten empfiehlst Ausgabeaufschläge i.H.v. bis zu 5 % mit sich bringen?!?!?! Weiter sind die Kosten von Investmentfonds wesentlich höher als von ETFs! Ich habe in keinem meiner Worte Aktien-ETFs gesagt. Soviel zu dem Thema Börsenschwankungen. Es gibt immernoch breit gefächerte Anleiheindices, die Erträge abwerfen. Aktienbeimischungen machen auf eine lange Anlagedauer durch aus Sinn! Warum also räts du von ETFs ab?

http://www.morningstar.de/de/news/125782/billige-fonds-sind-die-besseren-investm...

Antwort
von Niklaus, 74

Eine der besten Möglichkeiten, für sein Kind zu sparen ist einen Fondssparplan mit Investmentfonds einzurichten. Bei der langen Laufzeit am besten sogar aus reinen Aktienfonds. Will man die Vorsorge über seinen Tod absichern wollen, ist eine zusätzliche Risikolebensversicherung möglich. So ein Fondssparplan kann man quasi für das ganze Leben brauchen. 

Entnahmen für den Führerschein und das erste Auto, sind ebenso möglich wie die Kompensation von finanziellen Engpässen während dem Studium oder der Berufsausbildung. Wenn der Sprößling dann selbst Geld verdient, kann er den Sparplan weiter nutzen für seine Altersvorsorge.

Bei dem Sparplan sind Aktienfonds zu bevorzugen wegen der vermutlich längeren Laufzeit. Fondssparpläne gibt es bereits für eine Mindesteinzahlung ab 25 € pro Monat. Verfügbarkeit, Erhöhung, Reduzierung oder Kündigung, keine feste Laufzeit, keine Stornokosten. Aktienfonds haben nachweislich alle anderen Anlageformen in Bezug auf Rendite und Sicherheit weit übertroffen. Aktienfonds sind sehr gut diversifiziert, weil sie viele Aktien im Portfolio haben. 

Die Anlage ist inflationsgeschützt, da Aktien Sachwerte sind und auch insolvenzgeschützt, weil Aktienfonds Sondervermögen sind. Aktienfonds schwanken, weil die Märkte volatil sind, aber das hat nichts mit Sicherheit zu tun.

Zu einem Bausparvertrag, Sparbuch, Ausbildungsversicherung oder zu ETFs würde ich nicht raten. Diese Produkte sind nicht nur unnötig sondern haben auch noch andere Nachteile

Antwort
von NasiGoreng, 90

Ein geradezu peinlicher Anlagevorschlag Deines "Bankers". Es gibt derzeit keine seriöse Anlagen, aus denen eine Bank oder eine Versicherung sicher 4% ausschütten könnte. Es sei denn die Substanz würde ausgeschüttet und das Risiko wäre hoch. 

Lass Dir dieses Angebot doch mal schriftlich geben. Du wirst sehen, wie er auf diese Forderung hin den Schwanz einzieht. 

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