Frage von Madiase, 116

Ich habe einen Online-Shop mit Sitz in China, will in Deutschland Waren verkaufen, was muss ich bei Steuern und Zoll usw. beachten?

Hallo,

wie in der Frage schon erwähnt geht es um einen OnlineShop. Ich lebe nun in China und habe mir eine Website zusammengebaut, um Waren von China in Deutschland zu verkaufen. Nun ist meine Website fast fertig, Lieferanten sind gefunden und ein Freund würde den Versand in Deutschland übernehmen. D.h. ich würde die Artikel über DHL nach Deutschland zu meinem Freund senden, und dort lagern, und von dort aus dann an den Kunden verkaufen bzw, versenden. Nun wäre es wohl steuerlich am einfachsten wenn ich die Ware von China aus direkt an den Kunden sende, dies würde allerdings den Vorteil des schnellen versandes zunichte machen. Ich habe zuerst an ein Auslieferungslager gedacht, was wohl nach meinem Kenntnisstand im Moment den einzigste Lösung ist. Nur was muss ich da beachten? Angefangen bei Zoll, Anmeldung des Auslieferungslager, Steuern usw. Oder gibt es eventuell noch andere Möglichkeiten?

Ich danke schonmal im voraus für eure antworten.

Antwort
von jsch1964, 116

Du hast mit dem Kram in Deutschland nichts zu tun.

Bei Deinem Modell muss Dein Freund hier ein Gewerbe anmelden, sich um die Einfuhrumsatzsteuer kümmern und seine Einnahmen hier versteuern. Du schickst ihm eine Rechnung für die gelieferte Ware + Versand, die er Dir direkt bezahlt.

Das wäre für Dich aufwandtechnisch am sinnvollsten. Dein Freund kann dann ja seine Kosten auf den Preis draufschlagen, bzw. ihr rechnet das vorher durch und verkauft die Waren dann dementsprechend incl. Aufschlag.

Antwort
von prikolica, 111

Die Idee an sich ist nicht schlecht, aber du musst auch sicherstellen, das du immer genügend Ware vorrätig hast, und wie du den Umtausch Gewehrleisten wirst. Vorher prüfen ob die Ware den Zollbestimmungen entspricht.

Kommentar von Madiase ,

Das mit dem Umtausch, genügend Ware usw. ist kein Problem. Das einzigste was mir Probleme macht ist eben eventuelle Gewerbeanmeldung oder Auslieferungslager anmelden und die Steuern. Da ich ja eigentlich vorhabe die Firma in China anzumelden und hier dann ja auch Steuern zahle. Das wäre dann einmal Steuern in China, Zoll, Einfuhrsteuer, Steuer in Deutschland und soweit ich das mitbekommen habe muss man ja für Verpackung dann auch noch Steuern Zahlen.

Kommentar von jsch1964 ,

Du hast Dein Gewerbe in China und musst Dich nur darum kümmern, dass Dein Zeug in gutem Zustand hier ankommt (und Du keine Markenrechte verletzt). Den Einfuhrzoll bezahlt der Käufer.

Mit der Steuer hier hättest Du nur zu tun, wenn Du selber hier Niederlassungen aufmachst, welche in großem Stil Deine Waren aus China importieren, selber verzollen und dann hier verkaufen.

Wenn Du selber aus China hierher verkaufst (ohne Niederlassung in D) musst Du allerdings darauf achten, CE-Richtlinien einzuhalten und dass Dein Zeug keine in der EU unerlaubten Farben oder Zusätze enthalten darf. Und: Für manche Waren gibt es General-Importeure, die nicht umgangen werden dürfen.

Antwort
von FrlKoff, 50

Hast du dich mit Themen wie Warenmeldung auseinandergesetzt.
In Deutschland besteht z.B. Meldepflicht für Warenbewegungen im EU Raum, wenn der Warenumsatz 500000 Euro pro Jahr übersteigt. Die Intrastat Meldung erfolgt z.B. hier unter www.intrastat-service.de . Bei Waren aus Asien in den EU Raum müsste meines Wissens beim Ausfuhrzollamt (zuständiges Amt vom Exporteur im jeweiligen Land) die Waren gemeldet werden. Solche Zuständigkeiten sind u.a. zu berücksichtigen!

Antwort
von Phanes, 92

Ich würde das ganze über eine deutsche Firma mit Zwischenlager in Deutschland machen.

Wenn du dein Warenlager in China hast und von dort aus nach Deutschland versendest, dauert das in der Regel sehr lange und könnte (je nachdem welche Waren du verkaufst) bei Kunden Zweifel an deiner Seriösität und bei der Abwicklung der Gewährleistung/Garantie aufkommen lassen.

Kommentar von Madiase ,

Danke für die Antwort.  Eigentlich wollte ich die Firma schon in China Gründen, aber dann eben auch ein Lager in Deuschland, von wo aus die Ware verschickt wird. Aus dem Grund wie du schon meintest mit Seriösität und schneller Lieferzeit.

Nur weiß ich nicht genau, ob ich das Lager in Deutschland anmelden muss und dann neben Steuern in China, Zoll und Einfuhrsteuern auch noch Steuern für das Lager und den Versand zahlen darf.

Antwort
von hildefeuer, 69

Solche Onlineshops gibt es eine Reihe. Die liefern alle über das Amazon Zoll-Lager in Bad-Hersfeld. So kann man z. B. eine 5 Tasten Laser Mouse für 5€ Versandkosten frei aus Hongkong bekommen. Bis 17€ sind ja zollfrei. Das funzt also auch mit 3 Mäusen bei einer Lieferung. Die kommen dann hier in einer Konstofftüte aus Bad Hersfeld als Warensendung an.

Kommentar von Madiase ,

ja, für so eine firma arbeite ich im moment in china. glaub mir, die kommen alle nicht aus hongkong, die firmen mieten nur ein bürozimmer in hongkong, die ware und gearbeitet wird aber in China selbst. über Amazon will ich das nicht machen, will meine eigene website machen. wie wird der warenwert bestimmt für den zoll?

Kommentar von hildefeuer ,

die Shops verkaufen über Ebay und haben die Zolllager in Niederaula. Dort ist das Amanzon-Lager. Es geht also nicht über Amazon, es wird offensichtlich nur das Lager von Amazon benutzt.

Ich hatte versucht Dir einen Link via Freundschaftsanfrage zu senden, was aber misslang.

Kommentar von hildefeuer ,

Du must hypertextprotokoll durch http ersetzen. Ich must erst die Forensoft überlisten.....

Kommentar von hildefeuer ,

Du musst Dir hier in D jemanden suchen, der das schon mal gemacht hat und Verzollungen durchführen kann und die Lücken uns Tücken kennt. Eine Lücke ist offensichtlich der Freibetrag beim Zoll bis 17€ via Zolllager. Wer also mehr als 3 Mäuse braucht, bekommt 2 oder mehr Lieferungen. Manifestabfertigung lautet das Zauberwort.

Kommentar von Madiase ,

Wenn ich jetzt aber eine große Warenlieferungen nach Deutschland habe? Dann ist ja der Warenwert immer über 17€.

Kommentar von hildefeuer ,

Ja aber wenn man die Manifestabfertigung nutzt, wird die Lieferung zusammengefasst zum Zoll-Lager in Niederaula und dort umgepackt und geht weiter zollfrei an die Kunden bis 17€ je Kunde pro Lieferung. So funktioniert das. Wenn man drüber liegt werden Zoll auf Ware und Transport und dann MWST fällig und die Sendung landet beim nächsten Zollamt in D wo sie der Kunde nicht abholt, und dann?

Kommentar von Madiase ,

ok, d.h. ich dürfte also keine ware über 17€ verkaufen? wird schwierig werden.

Kommentar von hildefeuer ,

ja das ist eine Lücke. Wenn Du mehr verkaufst must Du hier quasi eine Filiale aufmachen, die die Sendung verzollt. Ich habe in den 70er und 80ern elektronische Bauteile aus USA importiert und kenne das etwas. Man zahlt den Zoll auf den Rechnungspreis +Verpackungskosten+handling+verladekosten+ 74% der Transportkosten(Luftfracht aus USA Siliconvalley). Damals 12% und dann auf die Summe Umsatzsteuer heute 19%. Allerdings bekommt man im Einzelfall auch mal Disketten mit Software für 10.000 DM als kostenloses Muster durch den Zoll. Die 74% kommen daher: Es wird der Weg bis erreichen EU-Grenze angenommen vom Zoll. All das hat sich geändert, da die EU größer geworden ist und sich die Zollsätze auch geändert haben durch Abkommen. Hongkong besitzt da ja als ehemaliges Commonwealth Gebiet Sonderstatus. Das müstest Du klären. Welche Handelsabkommen da greifen. Auch zu EWG Zeiten gab es schon die EFTA.

Kommentar von jsch1964 ,

Ich bestelle oft Dinge im Ausland, z.B. USA oder China.

Aus meiner Sicht stelle ich keinen Unterschied seitens des Versenders fest, wenn die Ware teurer ist, als die 17,- Euro. Der Unterschied besteht nur bei mir auf der Empfängerseite. 

Ist die Ware teurer, landet sie nämlich beim Zollamt und ich muss dahin (mit einer Kopie der Rechnung, bzw. mit Paypal-Kaufbeleg) und dann die Einfuhrumsatzsteuer zahlen. Ich habe noch nie Ware bekommen, die der Versender/Verkäufer hier selber verzollt hätte. Das wäre aber natürlich ein super Service. :-)

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