Frage von kammerl, 80

Ich habe eine Eigentumswohnung v e r k a u f t. Beantragt der Notar, die für mich beim Kauf der Wohnung eingetragene Grundschuld automatisch zu löschen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Franzl0503, 64

Kammerl:

Ist der Grundschuldgläubiger bereits voll befriedigt, nur die
Löschung der Grundschuld im Grundbuch unterblieb, solltest du aus
Kostenersparnisgründen selbst die Löschungsunterlagen bei der Bank
anfordern und sie, die Unterlagen, nach Erhalt dem Notar vorlegen.

Besteht dagegen noch eine Gläubigerforderung, leg dem Notar die von dir als "richtig" anerkannte Forderungsausstellung der Bank (hierbei auf die Richtigkeit der Vorfälligkeitsentschädigung achten) vor, damit er aus dem Kaufpreis vorab den Gläubiger befriedigen kann. Die Kosten der Lastenfreistellung gehen i.d.R.zu Lasten des Verkäufers.

Kommentar von kammerl ,

Vielen Dank für die Antwort!

Leider ist die Angelegenheit sehr kompliziert. Ich habe vor 23 Jahren!! eine Wohnung von einem Bauträger gekauft. Da diese erhebliche Mängel (Schimmel) hatte, habe ich mit diesem, nach einigem Hin und Her (dauert 3 Jahre) vereinbart, dass er die Wohnung zurückkauft und ich im Gegenzug von ihm einen Hobbyraum erwerbe. Ich war so froh, dass ich die mangelhafte Wohnung los war und dachte, die Grundschuld wird automatisch vom Notar gelöscht.

Jetzt, nach 20 Jahren, kommt nun die Bank, für die ich beim damaligen Kauf im Jahr 1993, die Grundschuld eintragen lies mit einer Forderung auf mich zu. Die Wohnung ist bestimmt weiterverkauft worden von dem Bauträger, er ist aber zwischenzeitlich verstorben und der damalige Notar vermutlich in Rente.

Jetzt bin ich total in Panik und hoffe, dass alles gut wird.

Kommentar von Franzl0503 ,

Kammerl:

Seltsam. Aus welchem Rechtsgrund versucht die Bank, dich nach  nach 20 Jahren in Anspruch zu nehmen? Wurde seinerzeit etwa übersehen, dich aus der persönlichen Schuldhaft zu entlassen und der Folgeeigentümer geriet in  Zahlungsverzug? Erlitt der Darlehensgeber aus der zwangsweisen Verwertung der ETW einen Forderungsausfall?

Was wurde im not. Vertrag über die Rückabwickung der mangelhaften ETW hinsichtl. der Grundschuld und der persönlichen Schuldhaft vereinbart und was wurde daraufhin mit welchem Ergebnis veranlasst?

Rat: Achte auf die Verjährungsfrist und laß dich fachkundig beraten.

Kommentar von kammerl ,

Da bin ich nochmal mit einer Frage

Ich habe eine Grundschuld mit persönlicher Haftung für ein Darlehen eingetragen. Das Darlehen wurde nach zwei Jahren vollständig zurück bezahlt, da die Wohnung verkauft wurde.

Kann es sein, dass Forderungen aus dieser Grundschuldurkunde nach 10 Jahren verjähren bzw. die Grundschuld automatisch gelöscht wird?

Ich habe damals leider übersehen, dass ich keine Löschungsbewilligung bekommen habe. Ich war auf diesem Gebiet total unerfahren und habe mich verlassen, dass der Notar alles richtig macht, was die Abwicklung betrifft.

Die damalige Darlehensbank gibt es leider nicht mehr und ich habe nur ein Schreiben, indem sie mir die Rückzahlung der Darlehensforderung bestätigt.

Kommentar von Franzl0503 ,

kammerl:

Die Hauptforderung ist nicht verjährt und die Grundschuld wird
auch nicht automatisch gelöscht. Zur Löschung im Grundbuch  bedarf es grundsätzlich der Bewilligung des Gläubigers und des Antrags des Eigentümers, und zwar in notariell beglaubigter Form.

Wie du jetzt schreibst, bist du im Besitz eines Schreibens der damaligen Bank, in dem sie die Rückzahlung des Darlehens bestätigt. Da der Gläubiger – auch der Rechtsnachfolger - keinen Anspruch auf zweimalige Befriedigung hat, schickt ihr eine Fotokopie dieses Schreibens - Original niemals aus der Hand  geben -  und lehne jede weitere Zahlung ab.

Fordere das Original der Schuldurkunde zurück.

Für das Prozedere der Löschung ist der Notar zuständig, wobei
doch der jetzige Eigentümer ein vorrangiges Interesse haben dürfte, oder ist etwa das Sondereigentum an dem Hobbyraum mit der Grundschuld belastet?

Was ich immer noch nicht verstehe ist folgendes: Du schreibst, dass die damalige Bank nicht mehr existiere. Jetzt stellt eine Bank eine (unberechtigte) Forderung. Ist diese Bank nachweislich die Rechtsnachfolgerin der ursprünglichen Bank?

Antwort
von wfwbinder, 61

Natürlich, da wird der Käufer doch bestimmt drauf bestanden haben, denn der will ja ein unbelastetes Grundbuch um eventuell Belastungen für seine Finanzierung eintragen zu lassen. Das müsste auch so im Vertrag stehen, mit einem Auftrag an den Notar es zu tun. Der Fordert auch die Löschungsbewilligung bei Deiner Bank an, falls Du die nicht schon hattest.

Eventuell musste ja auch aus dem Kaufpreis eine Restschuld getilgt werden.

Kommentar von kammerl ,

Vielen Dank! Ich habe nochmal einen Kommentar geschrieben. Vielleicht kannst du mir da auch noch weiterhelfen.

Kommentar von ToMag ,

Natürlich und selbstverständlich ist das nicht. (wenngleich üblich).

Schau in den Kaufvertrag bzw denk nach, ob Du den Notar dazu beauftragt hast.

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