Frage von AnnaNuema, 26

Ich gebe zu, ich habe beim Thema private Altersversorgung kaum etwas ausgelassen. Aber lohnt sich das überhaupt?

Ich habe eine betriebliche Altersvorsorge, einen Riester- und einen Rürup-Vertrag, dazu spare ich in VWL. Die beiden erstgenannten sind bei CosmosDirekt und sind sowohl fondgebunden (VWL auch, fand das damals total schlau) wie auch dynamisch. Das heißt, die Beiträge sind Jahr um Jahr gestiegen. Nehme ich jetzt noch die unterschiedlichen Einzahlungen in Fondanteile über die Zeit, ist es mit der Übersichtlichkeit aus und vorbei. Gibt es außer selbstgebauten Excel-Tabellen Werkzeuge, mit denen man da Licht rein bekommt? Und - wie gesagt - lohnt sich das alles überhaupt? Denn es kann ja wohl nicht so sein, dass ich für alle Verträge steuerliche Vorteile einheimse, oder?

Antwort
von Rat2010, 26

Du hast dich bisher selbst beraten und dabei auch zumindest einen, wahrscheinlich zwei Fehler gemacht.

Die VWL gehen wahrscheinlich nicht in eine Fondspolice sondern in einen Fonds? Fondspolice wäre teuer und bei dir wahrscheinlich unsinnig. Dazu ergibt sich die Frage, wie hoch bei den VWL der Arbeitgeber bezuschusst. Wahrscheinlich ist das in Ordnung und wenn du weniger Eigenleistung bringen willst, kannst du einen Fondsbeitrag (nicht eine Fondspolice) jederzeit auf den Zuschuss vom Arbeitgeber mindern.

Dann hast du eine bAV. Vermutlich ist auch das in Ordnung.

Dann der Riester. Grundsätzlich auch gut, zusammen mit der bAV kommst du auf eine vielleicht etwas zu ordentliche Verlagerung von Erwerbseinkommen in Renteneinkommen aber ok. Dynamik und Riester ist etwas komisch. So lange du aber (inclusive direkter Zulagen von 154 € für dich und Kinderzulagen (je nachdem wann geboren 185 € oder 300 €) unter 2.100 € im Jahr bleibst, wirkt sich das - je nach Einkommen und Kinderzahl - über den Sonderausgabenabzug aus. Natürlich kann es auch sein, dass wegen vieler Kinder oder geringem Einkommen keine zusätzliche Steuererstattung entsteht.

Über das Ziel hinausgeschossen sollte vielleicht nur der Rürup-Rentenvertrag sein. Zum einen wird der (bei Angestellten deutlich) unter bAV und Riester gefördert, zum anderen bringt der dein Rentenfass/die Verlagerung von Erwerbs- in Renteneinkünfte vermutlich zum überlaufen.

Wahrscheinlich solltest du den Rieter-Vertrag prüfen und den Rürup-Vertrag beitragsfrei stellen lassen. Die Dynamik kannst du jedenfalls mit einfachem Brief beenden. Der Rest ist wahrscheinlich ok und auch irgendwie vernünftig.

Leider kann dein Fall auch speziell sein und das Ganze wegen einem langen Auslandsaufenthalt, Selbständigkeit oder sonst in deinem speziellen Fall Sinn machen. Wesentlich ist dabei deine steuerliche Situation im Alter und ob du dir jenseits der Altersvorsorge ein Vermögen aufbaust.

Ich denke, dass dir vielleicht auch klar ist, dass die Möglichkeiten eines solchen Forums beschränkt sind. Haftung kann ich ohne dich zu kennen eh nicht übernehmen aber vielleicht kannst du mit den Überlegungen was anfangen.

Kommentar von AnnaNuema ,

Hallo Rat2010, ich hatte sehr gehofft, dass jemand kompetentes wie Du sich meldet. Mir waren Deine Antworten nämlich schon bei anderen Fragen aufgefallen.

An die Beitragsfreistellung habe ich tatsächlich auch schon gedacht. Das hatte damit zu tun, dass wir überlegt hatten, so viel AV-Vermögen wie möglich in einen Hausbau auf eigenem Grundstück (Erbe) umzuwandeln - Betongold ;-) Da aber zum einen dort ein paar Schwierigkeiten auftauchten, andererseits mir an anderer Stelle von Verschulden in diesen Zeiten abgeraten wurde, ist noch alles beim Alten. Ich sehe leider überhaupt nicht durch bei der Frage der Wirtschaftlichkeit meiner Verträge. Der Rürup-Vertrag ist mit Sicherheit der dämlichste, zumal der sich weder auszahlen und nicht mal vererben lässt. Schlimm. Definitiv ein Kandidat für die Beitragsfreiheit.

Der Riester-Vertrag hätte sich fein in Betongold verwandeln lassen, aber das ist nun ja vorerst auf Eis. Ich darf u.U. dazu auch noch mal auf meine andere Frage verweisen., die bisher leider keine nützlichen Antworten bekommen hat. Stichworte Bauwagen, Riester. Darauf bin ich gekommen, weil wir auf den Grundstück Wegerechtssorgen haben und ich hatte dann im Segment "tiny house" gesucht. Und gefunden und mich ein bisschen verliebt. Denn so eine Lösung ließe sich mit viel weniger Kredit umsetzen. Aber wenn dann schon gleich das Riesterguthaben nicht mitspielen darf, dann weiß ich nicht Recht, ob das der richtige Weg sein wird. Zumal so ein Geschoss nicht eben billig ist.

Zur Frage des "warum so viele Verträge": Ich bin spät in den Vollerwerb eingestiegen und wollte dann nichts auslassen, weil ich dachte, wenn es wen betrifft, dieses Rentenlückenloch, dann wohl jemanden wie mich.

Gruß Anna

Antwort
von Hanseat, 26

Ob sich "das lohnt" kann hier keiner sagen. Da gibt es höchstens irgenwelche pauschalen aussagen die überhaupt nicht mit Deinen Wünschen und Deiner persönlichen Situation korreliert werden können.

Was auffällt:

Betriebliche Altersvorsorge dynamisch ? Was heißt das genau, angepasst an die 4 % der BBG oder was anderes ?

Riester dynamisch ? Problematisch und meist unsinnig.

Zu Deiner Grundsatzfrage, doch - die Förderungen bei betrieblicher Altersvorsorge, Riester, Rürup und ggf. VWL können alle nebenher existieren. Ob das sinnvoll ist und "sich lohnt" ist eine ganz andere Frage.

Kommentar von AnnaNuema ,

Nein, die bAV ist nicht dynamisch, es waren Riester und Rürup gemeint.

Kommentar von Kevin1905 ,

Riester hat eine starre Höchstgrenze bezüglich der Förderfähigkeit, daher macht die Dynamisierung nicht viel Sinn.

Bei der bAV und mittlerweile auch bei Rürup (Achtung GRV Beitrag beachten) steigen die Höchstgrenzen jedes Jahr, werden aber von der Regierung festgelet und steigen nicht immer linear an.

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