Frage von GuenterWerner, 265

Ab wann wird Krankengeld gezahlt?

Ich bin seit dem 01.12.2014 für unbestimmte Zeit krankgeschrieben. Am 31.12.2014 endete mein Arbeitsverhältnis per Aufhebungsvertrag.

Bekomme ich ab dem 01.01.2015 Krankengeld für max.18 Monate ?

Ich bin 62 Jahre und habe 45 Arbeitsjahre seit dem 01.09.2014.

Mit freundlichen Grüßen

Günter-Werner Ernst

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von RHWWW, 265

Hallo,

wenn der Aufhebungsvertrag vor dem 1.12.2015 abgeschlossen wurde, zahlt die gesetzliche Krankenkasse ab 1.1.2015 Krankengeld.

Wenn die Krankenkasse feststellt (z.B. durch den MDK), dass die Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse den Versicherten dazu auffordern, einen Rehaantrag zu stellen. Wenn der Antrag nicht gestellt wird, wird das Krankengeld 10 Wochen später eingestellt. Der Rehaantrag wird bei der Rentenversicherung vermutlich in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente umgewandelt.

Grundlage: § 51 SGB V

Gruß

RHW

Kommentar von Primus ,
Der Rehaantrag wird bei der Rentenversicherung vermutlich in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente umgewandelt

Was bedeuten würde, dass die Rente mit Abzügen in Kauf genommen werden müsste, oder?

Kommentar von RHWWW ,

Hallo Primus,

ja, es kann zu Rentenabschlägen kommen.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/Allgemeines/FAQ/Re...

Bei der EM-Rente würden nur Rentenversicherungsbeiträge bis zum 30.11.2014 berücksichtigt.

Ein Beratungstermin bei der Rentenversicherung kann für den Fragesteller sehr sinnvoll sein.

Gruß

RHW

Kommentar von Primus ,

Hallo RHW,

wenn der Beratungstermin durch den unterschriebenen Aufhebungsvertrag mal nicht zu spät kommt :-(

Kommentar von RHWWW ,

Ja, wegen des Aufhebungsvertrages ist es zu spät. Für die unterschiedliche Höhe einer EM- oder einer Altersrente wäre es noch rechtzeitig.

Wenn die Arbeitsunfähigkeit nahtlos bescheinigt und die Bescheinigungen fristgerecht der Kasse eingereicht wurden, dürfte der Aufhebungsvertrag nur die Auswirkung haben, ob Krankengeld ab 1.1. oder erst ab 12.1. (nach 42 Tagen AU) gezahlt wird.

Kommentar von Primus ,
Die Krankenkasse will mir kein Krankengeld bezahlen , weil die 6 Wochen Entgeltfortzahlung nicht erfüllt sind und ich durch meinen Aufhebungsvertrag den Anspruch auf Krankengeld verloren habe !

Dieser Hinweis von Günter ist es, der mich beschäftigt. Meiner Meinung nach bleibt ihm nur noch der Antrag auf ALGII mit der Gefahr, schon vor seinem 63. Geburtstag einen Rentenantrag stellen zu müssen.

Habe ich einen Denkfehler?

Kommentar von RHWWW ,

Ein vorsorglicher Antrag auf Arbeitslosengeld II beim Jobcenter kann sehr sinnvoll sein (bis zur Klärung des Krankengeldanspruchs).

Die Krankenkasse will mir kein Krankengeld bezahlen , weil die 6 Wochen Entgeltfortzahlung nicht erfüllt sind und ich durch meinen Aufhebungsvertrag den Anspruch auf Krankengeld verloren habe!

Diese Aussage der Krankenkasse ist falsch (oder falsch zitiert). Wenn durch einen Aufhebungsvertrag, der während der AU abgeschlossen wurde, zu Lasten der Krankenkasse auf Entgeltfortzahlung verzichtet wird, ruht nach § 49 SGB V der KG-Anspruch nur bis zum 42. Tag der AU. Wenn die AU vom Arzt nahtlos bescheinigt wurde, hat die Krankenkasse ab 12.1. (42.Tag der AU) KG zu zahlen.

Kommentar von Primus ,

Ich danke Dir für die ausführliche Information, die mich in meiner Meinung bestätigt, dass der Fragesteller außer einer Sperre von 6 Wochen nichts zu befürchten hat.

LG Primus

Kommentar von RHWWW ,

Hallo GuenterWerner,

Danke für den Stern!

Gute Besserung!

Gruß

RHW

Kommentar von RHWWW ,

Hallo Primus,

hier noch ein Urteil zu einer vergleichbaren Konstellation:

https://openjur.de/u/598758.html

Bei der hier in ff gestellten Frage geht es um maximal 11 Tage (1.1.-12.1.).

Gruß

RHW

Kommentar von Primus ,

Super, vielen Dank!

Kommentar von RHWWW ,

Sehr gerne! Danke für das Kompliment!

Kommentar von Primus ,

Auch sehr gerne ;-))

Antwort
von Primus, 195

Wenn ich Deine Frage richtig interpretiere, hast Du 45 Beitragsjahre geleistet und möchtest mit 63 Jahren in Rente gehen.

Nun möchtest Du wissen, ob Du die Zeit bis zum Eintritt in die Regelaltersrente Krankengeld beziehen kannst - richtig?

Also: Wie Gänseliesel schon schreibt, steht Dir 78 Wochen lang Krankengeld zu. Darin eingeschlossen sind die 6 Wochen Lohnfortzahlung des Arbeitgebers.

Das würde bedeuten, dass Du bis Ende Mai 2016 Anspruch auf Krankengeld hättest.

Fazit: Vorausgesetzt, Du erreichst bis zu diesem Datum das 63. Lebensjahr und bleibst in dieser Zeit krankgeschrieben, gehst Du nahtlos von der Krankschreibung in die Rente.

Kommentar von Gaenseliesel ,
Vorausgesetzt, Du erreichst bis zu diesem Datum das 63. Lebensjahr und bleibst in dieser Zeit krankgeschrieben

Primus, wieso muss er ? Der Fragesteller hat seine 45 Arbeitsjahre doch bereits voll ! Ich meine, er braucht nur noch seinen 63 Geburtstag abzuwarten ob nun im Krankenstand oder als Dauerurlauber ! Habe ich jetzt einen Denkfehler :-(( ?

Kommentar von Primus ,

Ich meinte damit, dass - sollte der 63.Geburtstag nach Ende der Krankengeldzahlung sein - er bis zur Rente kein Geld mehr erhält.

Dauerurlaub bringt kein Geld und keine Krankenversicherung!

Aber der Kommentar von wfwbinder hat mir gezeigt, dass ich einen Denkfehler habe :-((

Kommentar von wfwbinder ,
Vorausgesetzt, Du erreichst bis zu diesem Datum (Mai 2016) das 63. Lebensjahr

Wenn er jetzt (Jahreswende 14/15) schon 62 ist, müßte der das 63. Lebensjahr spätestens im Dezember 2015 erreichen, ausser das Jahr wird gesetzlich nicht auf 18, oder mehr Monate verlängert. ;-) :-)))))))))))))))))

Kommentar von Primus ,

Ich müsste doch eigentlich von Natur aus blond sein, oder??????

Kommentar von wfwbinder ,

Nein, so ein Klops kann jedem mal passieren. Ausserdem bin ich ja der, der automatisch immer gleich alles nachrechnet

Antwort
von Gaenseliesel, 172

Hallo,

bei der Bezugsdauer wird auch die Zeit einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber mitgerechnet, so dass in diesem Fall insgesamt 78 Wochen Krankengeld beim Vorliegen derselben Krankheit durch die Krankenkasse gezahlt wird.

Die 45 Arbeitsjahre die du hier erwähnst, sollen sich sicher auf die Rente mit 63 J. beziehen, oder ? Hier entstehen dir keine Nachteile, die Voraussetzung der 45 Arbeitsjahre sind somit schon derzeit erfüllt.

Gute Besserung ! K.

Antwort
von billy, 153

Gibt es einen Grund das Arbeitsverhältnis innerhalb der Arbeitsunfähigkeit zu beenden und von wem ging die Initiative aus? Ist schon ungewöhnlich denn bis KW 02/2015 hätte noch die Entgeltfortzahlungspflicht des AG bestanden. Bei darüber hinaus gehende Arbeitsunfähigkeit setzt natürlich das Krankengeld der KV ein. Die Fragestellung verstehe ich dahingehend das Sie mit 63 Jahren die Rente für besonders langjährig Versicherte erhalten möchten. Woher nehmen Sie die Sicherheit in den nächsten 12 Monaten weiterhin arbeitsunfähig zu sein?

Kommentar von GuenterWerner ,

Da habe ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt.

Die Krankenkasse will mir kein Krankengeld bezahlen , weil die 6 Wochen Entgeltfortzahlung nicht erfüllt sind und ich durch meinen Aufhebungsvertrag den Anspruch auf Krankengeld verloren habe !

GuenterWerner

Kommentar von Gaenseliesel ,

ups, hättest besser vorher hier nachfragen sollen. Pech somit !

Dumm gelaufen !

Ich bin aber dennoch der Auffassung, da die Voraussetzung 45 Arbeitsjahre zu haben für die Rente mit 63 Jahren( ohne Abzug) erfüllt ist, kannst du drei Monate vor deinen Renteneintritt diese beantragen. K.

Kommentar von Primus ,

Aha...... dann ist es jetzt wohl so, dass Du ALG II beantragen musst.

Kommentar von Gaenseliesel ,

ok ! so isses :-)) K.

Denn, ohne Moos nichts los ! K.

Kommentar von LittleArrow ,

ups, hättest besser vorher hier nachfragen sollen. Pech somit !

Gänseliesel: Er hat doch heute hier erst das Forum entdeckt, der Arme.

Kommentar von Gaenseliesel ,

da gebe ich dir recht, zu bedauern ist er der arme Kerl wirklich ! Da hat man 45 Jahre brav gearbeitet und auf den letzten Metern so etwas .... :-(

Kommentar von billy ,

Hallo GeuntherWerner, Das meinte ich mit „ungewöhnlich“ und der Gegenfrage von wem die Initiative ausging. Offensichtlich waren Dir die Konsequenzen der Entscheidung das Arbeitsverhältnis aufzuheben nicht bekannt. Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast oder Gewerkschaftsmitglied einer Gewerkschaft innerhalb des DGB (Anspruch einer Rechtsberatung für Arbeits- und Sozialrecht) dann lass Dich beraten was Dir diesbezüglich noch für rechtliche Möglichkeiten offen stehen.

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