Frage von Wallborn, 160

Ich bin seit 44 Jahren verheiratet habe immer getrennt von meinem Mann gelebt, auch wirtschaftlich. Jetzt Scheidung. Darf er meine Rente beanspruchen?

Mein Mann und ich wollen uns scheiden lassen. Wir sind seit 44 Jahren verheiratet, haben nie zusammen gelebt , weil jeder eine eigene Wohnung hat und sind wirtschaftlich unabhängig . 1972 Heirat, seit 1983 hat mein Mann eine Freundin. Ich bin immer für meinen Sohn der nicht sein Sohn ist,und mich selbst aufgekommen, habe 40 Jahre gearbeitet. Mein Mann war früher Unternehmensberater, seine Fa. hat er verkauft für damals 1 Million Mark und seine Gelder ins Ausland transferiert. Steuern hat er nicht gezahlt. Nun stellt er Bedingungen, er will mir nichts geben, aber er will den Versorgungsausgleich und meine Rente.Er weiß, dass er damit meine Existenz zerstört, ich kann leider nicht beweisen, dass er viel Geld hat. Habe ich eine Chance, wer kann mir helfen. Muß er seine Finanzen auflegen oder kann er einfach behaupten, er hat nix, das tut er nämlich.

Antwort
von Privatier59, 136

Natürlich darf er vorhandene Vermögenswerte nicht verschweigen. Im übrigen müßte der Verkauf eines Unternehmens doch auch im nachhinein nachweisbar sein. Den Kaufpreis dürfte er doch wohl kaum bar und ohne Rechnung erhalten haben.

Große Barvermögen durch Verschiebung ins Ausland zu verdunkeln ist in der heutigen Zeit zudem so gut wie unmöglich. Immerhin pflegen alle EU-Staaten untereinander den automatischen Informationsaustausch über Kapitalerträge oder stehen unmittelbar davor.

Ein versierter Scheidungsanwalt wird es schaffen Deinen Ehemann in geeigneter Weise davon zu überzeugen dass die Offenlegung vorhandener Vermögenswerte das geringere Übel gegenüber ein Anzeige beim Finanzamt sein dürfte.

Antwort
von NasiGoreng, 101

Der Zugewinnausgleich findet seine Rechtfertigung aus dem Zusammenleben und für einander Aufkommen der Eheleute. Einen Zugewinnausgleich zu fordern, nach einer mehr als dreißigjährigen Trennung, ist grob unbillig.

Der Zugewinnausgleich kann nach § 1381 BGB durch den ausgleichspflichtigen Partner dann verweigert werden, wenn sich grobe Unbilligkeit nachweisen ließe – der Ausgleich also nicht verhältnismäßig wäre (Absatz 1). Grobe Unbilligkeit ist vor allem dann anzunehmen, wenn dessen Ehepartner während der Ehezeit willentlich nicht den ehelichen, finanziellen Verpflichtungen nachgekommen ist, also z. B. sich weigerte über die Ausübung eines Berufs zum Unterhalt der Ehegemeinschaft beizutragen (Absatz 2).

Sprich mit einem Anwalt, er sollte mehr darüber wissen.

Kommentar von Privatier59 ,

Das ist alles richtig, muß dann aber umgekehrt für den Versorgungsausgleich ebenso gelten. Der Ehemann aber will das offenbar nicht hinnehmen sondern Rosinen picken.

Antwort
von marisei, 86

Ich bin sehr verwundert, dass die Scheidung nicht schon eher vollzogen wurde. Zu diesem Zeitpunkt, muss auf jeden Fall ein Anwalt hinzugezogen werden.

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