Frage von Steuerland, 64

Ich bin für eine umsatzsteuerbefreite kirchliche Einrichtung tätig - wie ist das mit der Mehrwertsteuer - muss ich die Anlage UR ausfüllen?

Hallo in die Runde,

ich arbeite als Coach und erstelle meine Honorarechnungen normalerweise mit Mehrwertsteuer. Nun war ich im mehfach für eine kirchliche Einrichtung tätig, wo man mir mitteilte, dass sie umsatzsteuerbefreit seien - Ich habe also eine Rechnung mit meinem Honorarbetrag gestellt :

Netto xy Euro Mehrwertsteuer 0,-- Euro Brutto xy Euro

Frage 1: Muss ich jetzt von meinem Netto-Honorar 19%Mehrwertsteuer herausrechnen und das als Mehrwertsteuereinnahme dem FA überweisen? --> wie gesagt, der kirchliche Verband ist mehrwertsteuerbefreit, sprich von denen bekomme ich nur das Nettohonorar und

Frage 2: und / oder muss ich das in der Anlage UR angeben , und wenn ja, wo im Formular?

Ich bin echt überfragt und freue mich über jede Antwort.

Vielen Dank schon im Voraus!!!

Antwort
von wfwbinder, 60

Mickey hat vollkommen Recht, wenn Deine Leistung nicht von der Umsatzsteuer befreit ist, dann musst Du aus dem erhaltenen Betrag die Steuer abführen.

Nur wenige Tätigkeiten sind, wenn sie für gemeinnützige, oder öffentliche Einrichtungen ausgeführt werden, von der Umsatzsteuer befreit.

Das Honorar entsprechend festzusetzen ist eine Frage des Wettbewerbs.

Antwort
von Mikkey, 64

Ob Du Mehrwertsteuer berechnest oder nicht, hängt nicht davon ab ob Dein Kunde die als Vorsteuer geltend machen kann, sondern ob die Leistung entsprechend abgerechnet werden muss.

Wenn Du also eine Vereinbarung über den Bruttobetrag hast, bleibt Dir nichts Anderes übrig, als die Steuer von diesem Erlös abzuführen.

Wenn Du eine Behörde als Kunden hast, kann die auch keine Vorsteuer geltend machen, da wäre es dasselbe.

Antwort
von EnnoWarMal, 39

Und ein drittes Mal:

Ob deine Leistungen umsatzsteuerbereit sind oder nicht, hängt nicht vom umsatzsteuerlichen Status deines Kunden ab. Sonst müsste ja jeder Bäcker fragen, ob der Kunde vorsteuerabzugsberechtigt ist und seine Brötchen mal mit, mal ohne Umsatzsteuer verkaufen.

Sinn der Umsatzsteuer ist ja gerade, dass sie beim letzten Leistungsempfänger, der nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist, klebenbleibt. Sonst könnte man sich die Umsatzsteuer ja gleich ganz sparen.

Kommentar von Steuerland ,

Hallo EnnoWarMal, auch Dir ganz herzlichen Dank für Deine Antwort!!! Vor allen Dingen für das Bäcker-Beispiel :D das macht es nochmal wirklich ganz nachvollziehbar. Viele Grüße :D Steuerland

Kommentar von blackleather ,

umsatzsteuerbereit

Das gefällt mir.

"Seid bereit! - Immer bereit!"    :-)

Antwort
von Steuerland, 45

Hallo Mikkey, hallo wfwbinder,

besten Dank für Eure Antworten!!! Das bringt Licht ins Dunkel - und ich weiss wie ich meine Angebote für Kunden die umsatzsteuerbefreit sind in Zukunft kalkuliere. Auch wenn jetzt erst mal der Wermutstropfen dabei ist, dass ich Steuer ans FA abführen muss :( ... aber jetzt habe ich Klarheit :) ... und darum ging es mir.

Nochmals ganz herzlichen Dank & viele Grüße!!!

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