Frage von fresdorfer, 51

Ich bin als Angestellter freiwillig in der GKV versichert. Ist die Steuererklärung auch hier maßgeblich?

Ich bin als Angestellter freiwillig in der GKV versichert und mein Beitrag ist der Höchstbeitrag laut Bemesseungsgrenze. Nun finanziere ich zur Altersvorsorge noch zwei Wohnungen, habe dort erhebliche Verluste und mein zu versteuerndes Einkommen (nicht Gesamtbetrag meiner Einkünfte) beträgt ca. 26.000 Euro. Darf ich die Steuererklärung als Grundlage für die Bemessung des Krankenkassenbeitrages angeben? (als Renter werde ich das sowieso müssen). Wenn ja, welcher Betrag ist maßgeblich: das zu versteuernde Einkommen, der Gesamtbetrag der Einkünfte? Kann ich das auch rückwirkend geltend machen? Wenn ich meinen derzeitigen Eigenanteil der GKV als Basis nehme, kämen beim Gesamtbetrag der Einkünfte jählrich ca. 1200 Euro raus, die ich evtl. zu viel zahle.

danke schonmal für Infos!

Antwort
von RHWWW, 6

Hallo,

die Sozialversicherungsbeiträge werden immer von dem Bruttoarbeitsentgelt nach § 14 SGB IV berechnet. Spätere Abzüge oder Freibeträge haben keine Auswirkungen auf die beitragspflichtigen Einnahmen. Eine Beitragsverringerung erfolgt nur durch eine steuerbegünstige Altersversorgung, die direkt vom Bruttoentgelt abgezogen wird (z.B. Direktversicherung) und das Entgelt dann unter die Beitragsbemessungsgrenze drückt..

Gruß

RHW


Antwort
von Rat2010, 29

Negative Einkünfte aus einer Einkunftsart bleiben bei der Einnahmeermittlung der Krankenkasse unberücksichtigt.

Im Gegensatz zum Steuerrecht gibt es keinen vertikalen Verlustausgleich.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Interessant.

Negative Einkünfte haben ja meistens den Nebeneffekt, dass da auch die Liquidität weg ist. 

Also wenn ich 100.000 als Manager von Dings&Bums verdient habe, aber nebenher 100.000 mit meinem Brennholzverleih in den Sand gesetzt habe, muss ich mir das Geld für meine Brötchen von Oma borgen.

Wie geht denn die Krankenkasse damit um? Die kann doch einem nackten Mann auch nicht in die Tasche greifen.

Kommentar von Rat2010 ,

Ich habe die Regel auch nicht gemacht.

Ich denke, sie stammt aus einer Zeit vor dem § 15 b EStG. Da wollte der Gesetzgeber scheinbart zur Dummensteuer nicht auch noch eine Dummen-Krankenversicherung.

Antwort
von billy, 24

Die Krankenkasse benötigt das Brutto Jahreseinkommen. Ob und was Sie danach steuerlich geltend machen ist Ihre private Angelegenheit. Die Beiträge zur KV sind unter anderem als Vorsorgeaufwendungen absetzbar. 

Kommentar von fresdorfer ,

super. Ich freue mich auch schon auf den kompletten Höchstbeitrag ab 2027, von dem die Rentenversicherung dann weniger als ein Viertel übernimmt, weil die gesetzliche Rente so ist, wie sie ist. Natürlich auf den dann geltenden Beitragssatz. Hat Ulla Schmidt damals richtig gut gemacht.

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