Frage von Tiefenrausch77, 41

Hohe Nachzahlung bei der Einkommenssteuererklärung

Hallo, ich habe grad ein Schreiben vom Finanzamt bekommen das mich völlig aus den Latschen gehaun hat. Kurz zu meinen Eckdaten: Ledig, Steuerklasse I, Nebenberuflich selbstständig. So nun zu den Zahlen. Ich hab im Jahr 2012 kein besonders hohes Einkommen gehabt. Da ich einen weiten Weg zu Arbeit habe, werden mir 1.031€ Entfernungspauschale angerechnet. Meine Einkünfte Selbstständige Arbeit waren auch eher Mau (1700 €). Jetzt soll ich laut der Festsetzung 1.420 € Nachzahlen. Kann das angehen?

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Antwort
von Tiefenrausch77, 35

Was ich jetzt noch grad sehe. Der Bescheid wurde auf die Steuernummer meiner Selbstständigen Arbeit erstellt, obwohl ich bei der Erklärung meine Nummer aus nichtselbstständiger Arbeit angegeben habe und in der Anlage S natürlich die aus meiner Selstständigkeit. Kann da schon der Fehler liegen?

Kommentar von LittleArrow ,

Dann guck noch mal genauer hin. Das kann es nicht sein. Bei Einkünften von € 1.700 bei selbständiger Tätigkeit kann die Steuerbelastung nicht € 1.420 sein.

Kommentar von Fragfreund ,

Wer weiß, was für eine Prognose er beim zu erwartenden Umsatz gemacht hat oder was sonst noch abgeht ? Ich kenne "Unternehmer", denen ist gar nicht klar, was sie anrichten, wenn sie die gleichen Spinnereien, die sie in der Kneipe ihren Freunden "umsatzmäßig" prognostizieren auch dem Finanzamt "meldem".

Kommentar von Tiefenrausch77 ,

Soweit ich weiß, habe ich einen erwarteten Umsatz von 0 € angegeben

Kommentar von Fragfreund ,

Einfach Widerspruch einlegen. Vielleicht antwortet der Mensch im Finanzamt ja so, dass ein durchschnittlich gebildeter Mitteleuropäer ihn versteht. Ich würd die so lange nerven, bis sie mir verständlich begründen, was das Ganze soll. Einen teuren Steuerberater würde ich in dieser Phase noch nicht bemühen. Das hätte das Finanzamt natürlich am liebsten. Entlastet die ungemein. Aber es sind ja unsere Steuergelder, womit die Finanzämtler bezahlt werden. Also sollen sie auch die Arbeit machen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Einfach Widerspruch einlegen.

In welchem Land ist denn der Widerspruch das zutreffende Rechtsmittel gegen Steuerverwaltungsakte?

Antwort
von Meandor, 29

Die Nachzahlung von 1.420 Euro... Ist das nur die Einkommensteuernachzahlung (evtl. inkl. SolZ, KiSt und derartigem Quatsch) oder ist da eventuell noch Umsatzsteuer dabei?

Eine Nachzahlung von 1.420 Euro bei einem Gewinn von 1.700 Euro passt nicht. Da müssen noch andere Faktoren mitspielen.

Hattest Du einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte?

Antwort
von LittleArrow, 26

Zwei Möglichkeiten:

Ja, weil es noch weitere, hier von Dir nicht erläuterte Einflussgrößen auf Deine Steuererklärung gibt.

Nein, weil es vielleicht einen Übertragungsfehler bei der Datenübernahme aus der Steuererklärung gibt.

Kommentar von EnnoBecker ,

Aus WELCHER Steuererklärung?

Ich sehe hier zwei oder drei.

Antwort
von billy, 16

Irgend etwas passt nicht mit den angegebenen Summen. Wenn doch - Einspruch.

Antwort
von Tiefenrausch77, 17

Soweit ich weiß, habe ich einen erwarteten Umsatz von 0 € angegeben

Kommentar von blackleather ,

Wo? Im Eröffnungsfragebogen? Falls ja - was willst du jetzt mit dieser Angabe?

Antwort
von EnnoBecker, 14

Da bringen wir wohl mal etwas Ordnung in die Geschichte und nachhaken (also ich hake nach und du machst das mit der Ordnung, okay?):

ich habe grad ein Schreiben vom Finanzamt bekommen

Ein Schreiben? Was für ein Schreiben? Ist es ein Steuerbescheid und ist dir der Unterschied zwischen einem Steuerbescheid und einem "Schreiben" bewusst (natürlich ist auch ein Bescheid ein Schreiben)?

Jetzt soll ich laut der Festsetzung

Also doch ein Steuerbescheid? Was für eine Steuer? Sollen die 1.420 Einkommensteuer sein, Umsatzsteuer oder beides? Wenn Umsatzsteuer dabei ist, was hast du an UStVA abgegeben?

Der Bescheid wurde auf die Steuernummer meiner Selbstständigen Arbeit erstellt, obwohl ich bei der Erklärung meine Nummer aus nichtselbstständiger Arbeit angegeben habe und in der Anlage S natürlich die aus meiner Selstständigkeit.

Warum hast du zwei Steuernummern?

Entweder bist du eine verheiratete Frau und hast eine Extra-Nummer für die Umsatzsteuer (dann passt Lohnsteuerklasse 1 nicht).

Oder du betreibst deine selbständige Arbeit im Dunstkreis eines anderen Finanzamts. Im letzteren Fall würde ich an deiner Stelle prüfen, ob die Einkünfte aus S nicht doppelt oder noch höher herangezogen wurden: Einmal auf Grund deiner Angabe bei deinem Wohnsitzfinanzamt und einmal auf grund Schätzung durch das Betriebsstättenfinanzamt. Nur so eine Ahnung.

Und schließlich: An welchen Punkten weichen die Angaben im Bescheid (wenn es um den EStB geht) von den Angaben in der Steuererklärung ab?

Kommentar von Tiefenrausch77 ,

ich habe eine Steuernummmer für meine nichtselstständige Arbeit und eine für meine Selbstständige Arbeit. Für die Selstständige Arbeit muß ich monatlich meine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben und hier auch meine Umsatzsteuern zahlen. Der BESCHEID ist der Bescheid für 2012 über Einkommenssteuererklärung und Solidaritätszuschlag

Kommentar von EnnoBecker ,

ich habe eine Steuernummmer für meine nichtselstständige Arbeit und eine für meine Selbstständige Arbeit.

Wiederholungen tragen leider nicht zur Klärung der Umstände bei.

Für die Selstständige Arbeit muß ich monatlich meine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben und hier auch meine Umsatzsteuern zahlen.

Das ist leider trivial und beantwortet für sich auch nicht die Fragen. Allerdings....

Der BESCHEID ist der Bescheid für 2012 über Einkommenssteuererklärung und Solidaritätszuschlag

...grenzt dies die Varianten immerhin ein.

Kommentar von Tiefenrausch77 ,

Ich habe vom Finanzamt eine zweite Steuernummer für meine Selbstständige Arbeit bekommen. Das muß doch so sein wenn man Existenzgründer ist oder nicht?

Kommentar von EnnoBecker ,

Das muß doch so sein wenn man Existenzgründer ist oder nicht?

Nein. Normalerweise nicht. Nur wenn das BS-FA woanders liegt als das WS-FA. Und das auch nur, wenn man nicht in einer Großstadt lebt, weil dort die Großstadt-regelung § 19 (3) AO gilt.

Also schau dir mal die Briefe des FAs an, in denen Steuernummern mitgeteilt werden. Für welche Steuerarten gelten die und isses überhaupt dasselbe FA (mitunter hat ein FA ja komische Anwandlungen bei der Vergabe ihrer Ordnungsmerkmale).

Steht auf einem dieser Scheiben sowas wie "....gilt für die Abgabe der Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung"?

Und nochmal die Kernfrage:

An welchen Punkten weichen die Angaben im Bescheid (wenn es um den EStB geht) von den Angaben in der Steuererklärung ab?

Kommentar von Meandor ,

Meine Glaskugel sagt, dass der Fragesteller eine ANV-Steuernummer hat, die er wohl schon ewig hat. Diese nennt er seine Steuernummer für die nichtselbständige Tätigkeit.

Als er die Selbständigkeit begann, erhielt er vom Finanzamt eine neue Steuernummer zugeteilt. Diese betrachtet er als seine Steuernummer für die selbständige Tätigkeit.

Ihm hat Niemand mitgeteilt, dass die alte Steuernummer durch die neue Steuernummer überholt ist.

Das sagt zumindest meine Glaskugel.

Kommentar von Tiefenrausch77 ,

Ok, das kann natürlich sein. Habe die Nummer nämlich direkt nach der Gewerbeanmeldung bekommen. In dem Bescheid für 2012 über Einkommenssteuererklärung und Solizuschlag steht folgendes: Festgesetzt werden 3.751,00 Abzug vom Lohn -2.402,00 Verbleibende Betr. 1349,- Ich weiß nicht wo dieser Betrag "Festgesetzt werden 3.751,00" her kommt

Kommentar von Meandor ,

Der Betrag "festgesetzt werden" ist die Steuer, die auf Dein zu versteuerndes Einkommen entfällt.

Jetzt fangen wir mal die mathematischen Rätsel an. Lohnsteuerabzug von 2.402 Euro bei Steuerklasse 1 bedeutet, es gab einen Bruttolohn von 23.048 Euro.

Eine festgesetzte Steuer von 3.751 Euro bedeutet ein zu versteuerndes Einkommen von 23.775 Euro.

BAL 23.048 - WK 1.031 = 19er EK: 22.017

zzgl. 15/18er EK + 1.700

Summe der Einkünfte: 23.717 Euro

Da von der SdE noch Sonderausgaben abgehen würden, bleibt nur die Lösung, dass Du uns etwas wichtiges noch nicht erzählt hast.

Entweder Du hast Einkünfte die Du uns nicht erzählt hast, oder Du hast während des Jahres Lohnersatzleistungen (ALG 1, Krankengeld) bezogen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Wie schon mehrfach geschrieben: Die Zahlenverhältnisse passen so nicht. Aus 1.700 Euro Gewinn aus S kann man keine Steuern von 1.349 Euro generieren.

Also entweder ist in dem Bescheid irgendetwas berücksichtigt und erläutert, was wir hier nicht wissen. In diesem Falle können wir nur weiter rätselraten.

Oder der Bescheid ist unverständlich und/oder falsch. In diesem Fall ist ein Einspruch geboten.

Natürlich kann bei Berücksichtigung des Entweder-Falles auch ein Einspruch geboten sein.

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