Frage von HilfeHilfe, 152

Wie lassen sich bei einer hohen Abfindung Steuern sparen?

Hallo,

mein Mann hat angestellt 70k steuerbrutto, ich habe 20k steuerbrutto. Ich werde nun Ende 2016/ Anfang 2017 ca. 50k Abfindung erhalten und ausscheiden.

2017 wird komplett bezahlt (Freistellung). Firma hat schon angeboten bei Bedarf auch in 2 Teilbeträgen in 2016 + 2017 die Abfindung zu zahlen. Habt ihr einen Tipp ob es sinnvoll ist bzw. legale Steuertipps ?

Wir haben 2 Riester und 2 Kinder. Ich habe zB gedacht das ich in 2016 & 2017 die maximale Summe in die Riester einzahle (?)

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo HilfeHilfe,

Schau mal bitte hier:
Steuererklärung Abfindung

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ernsterwin, 94

Grundsätzlich gibt es dafür 3 Wege - siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-mit-ein-funftelregelung.html

Welche für Euch günstig sind, muss man einfach kalkulieren. Das ist aber nicht nur eine steuerliche Entscheidung (deshalb nicht allein durch einen Steuerberater zu lösen), sondern hängt auch von Eurer finanziellen Situation, Euren Zielen, Wünschen und Eurem Gefühl ab.

Wenn Ihr Euch im rechtlichen, steuerrechtlichen und Kapitalmarktbereich nicht sicher seid, sucht Euch einen Experten Eures Vertrauens.

Antwort
von Rat2010, 92

Die Fünftel-Regelung wirst du nur in ausreichendem Umfang oder überhaupt bekommen, wenn die Abfindung nicht auf zwei Jahre verteilt wird. Sie ist für dich dann günstig, wenn du getrennte Veranlagung wählst, was für dich zu empfehlen ist.

Tendenziell bekommst du dann die Abfindung ziemlich einfach steuerfei, wenn du eine ausreichend hohe Rürup-Rente mit Einmalbeitrag abschließt. Dazu natürlich Riester auf den  maximalen Sonderausgabenabzug bringen (mit Zulagen 2.100 €).

Anhand deines Bescheides lässt sich mit etwas Geld in die Altersvorsorge die Abfindung eher einfach optimieren.

Antwort
von TopJob, 101

Eines vorab: Ich würde dir empfehlen, bezüglich dieses Vorgangs und den hohen Beträgen empfehlen, einen Steuerberater zu konsultieren.

Der kostet zwar ein paar Euro, spart euch aber hinterher vermutlich unter dem Strich den ein oder anderen Euro mehr.

Mir persönlich fallen hier zwei Dinge ein:

Zum einen die Nutzung der Fünftel-Regelung. Hier wird bei der Berechnung ein fünftel der Abfindungssumme auf dein Jahreseinkommen drauf gerechnet und dann die Steuerdifferenz zu deinem Jahreseinkommen ohne Abfindung mit fünf multipliziert. D. h. die Abfindung wird fiktiv auf fünf Jahre verteilt. Hierdurch kann man je nach Grenzsteuersatz etwas sparen.

Zum anderen könnte es sich lohnen, dass ihr im Jahr der Abfindungszahlung auf die gemeinsame Veranlagung verzichtet und jeder für sich eine Steuererklärung macht. Hierdurch verringert sich dein Grenzsteuersatz, da du weniger verdienst. Hierdurch wird die fünftel-Regelung noch attraktiver.Am attraktivsten würde es aus steuerlicher Sicht meiner Ansicht nach aber folgendes Modell für dich aussehen. Du lässt dir die Abfindung plus die Gehälter für das Jahr 2017 komplett als Abfindung Anfang 2017 auszahlen. In 2017 würdest du dann komplett auf eine weitere Arbeit verzichten. Hierdurch wäre der Steuerspareffekt im Zusammenspiel mit der fünftel-Regelung maximal. Du solltest hier aber beachten, dass du in diesem Fall natürlich nicht Sozialversichert bist und somit auch wieder Nachteile entstehen können.


Trotzdem ein kurzes Beispiel:

Verdienst in 2017 20.000 EUR+70.000 EUR, Abfindung Auszahlung komplett in 2017, Gemeinsame Veranlagung: Bei 50k Abfindung Brutto bleiben ca. 28.811 EUR

Verdienst in 2017 20.000 EUR, Abfindung Auszahlung komplett in 2017, Einzelveranlagung: Bei 50k Abfindung Brutto bleiben ca. 34.400 EUR

Verdienst in 2017 0 EUR, Abfindung Auszahlung komplett in 2017, Einzelveranlagung: Bei 70k Abfindung Brutto bleiben ca. 64.300 EUR

Unberücksichtigt bleibt hier, dass die jeweiligen Modelle durchaus auch andere Nachteile haben (Mann zahlt in dem Jahr wiederum mehr Steuern, weil er die 70.000 EUR nach Lohnsteuerklasse I versteuern muss, ...), bzw. ggf. auch andere rechtlichen Probleme entstehen können. Daher der dringende Tipp mit dem Steuerprofi.

Antwort
von RoCMu, 47

Zuerst eine Frage der Gestaltung der Aufhebungsvereinbarung. Pauschal ersteinmal nicht zu beantworten. Va auch eine Frage der Fälligkeit der Abfindung, aber auch des Verdienstes in dem Jahr des Ausscheidens. Details:

http://www.kanzlei-mudter.de/abfindung-und-versteuerung.html

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