Frage von Schirmi1988, 628

HDI - gute Wahl bei Riesterrente und private Rentenversicherung?

Ich habe seit Mai 2012 eine Riesterrentenversicherung sowie eine private Rentenversicherung bei damals noch HDI Gerling (heute nur HDI). Dabei handelt es sich um die Two Trust Tarife ( in meinem Fall Fondsgebunden - Top Mix Strategie) .Ich selber bin 25 Jahre alt. In letzter Zeit liest man häufig, dass sich solche Versicherungen nicht mehr lohnen aufgrund des niedrigen Garantiezinses sowie dem schlechten Zinsumfelds. Weiterhin habe ich in letzter Zeit einige negative Berichte über HDI gehört. (Finanzprobleme, Kundenabzocke Was passiert denn mit meinen Verträgen und meinem Geld falls eine solche Anbietergesellschaft pleite geht?
Sollte man lieber jetzt noch nach neuen Alternativen schauen und wie schauen diese aus? Oder falls etwas gegen die Gesellschaft HDI spricht evt nen Anbieterwechsel bei der Riesterversicherung? Zusammen zahle ich monatlich 263 Euro ein. Von daher ist dies ein recht großer Anteil bei einem Verdienst von 1800 Euro. Deshalb meine Überlegungen ob das Geld dann auch gut investiert ist. Vielen Dank für zahlreiche Antworten

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Antwort
von Rat2010, 628

Du wirst vermutlich bei jeder Versicherung, die du abschließt, negatives finden. In dem Fall sind Strategiedepots bei Fondspolicen oft sehr teuer und die Versicherungskosten hast du wahrscheinlich für nichts. Es hätte wesentlich bessere Lösungen gegeben.

Sicher keine gute Idee war, neben der Riester-Rente mit maximaler Sparleistung auch noch 100 € im Monat in eine normale Rentenversicherung zu geben. War es deine Idee? Hat man als 23-jähriger keine anderen Ziele als die Rente? Haben dich die Abschlusskosten nicht stutzig gemacht? Für etwas weniger hätte es eine gute BU-Absicherung gegeben und die wäre sinnvoll gewesen. Riester mit Maximalbeitrag und gesetzliche Rente reicht für die Rente erst mal dicke. Der Rest, der übrig ist sollte dir den Weg dorthin sichen oder verschönen.

Es ergibt sich die Frage, wie und von wem du beraten worden bist. Aus meiner Sicht und wenn alles stimmt, sind die 100 € in die normale Rentenversicherung ein Beratungsfehler. Du wirst sie vermutlich irgendwann kündigen und könntest schon jetzt sinnvolleres mit dem Geld machen. Oder war der Tarif ungezillmert (halte ich für unwahrscheinlich)? Dann würde etwas übrig bleiben, wenn du sie kündigst.

Die 100 € im Monat in eine BU-Absicherung oder zum Fondsportfolio und schon ist der einzige Fehler, dass du statt einem ungezillmerten Riester-Fondssparplan (bei dem Anfangsalter wesentlich besser) eine Versicherung abgeschlossen hast. Wenn du deiner Rente etwas Gutes tun willst, stellst du das auch noch um.

Kommentar von Schirmi1988 ,

Berufsunfähigkeitsversicherung bzw in meinem Fall eine Dienstunfähigkeitsversicherung habe ich auch. Die läuft bei der DBV. Die Rentenversorgung ist für mich persönlich sehr wichtig. Also das hat mir niemand eingeredet. Ist für mich schon wichtig die Altersvorsorge. Auch wenn man nie weiß ob man es erleben wird. Da ich seit einigen Jahren und noch weitere 12 Jahre nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahle und dann nur zum geringsten Satz nachversichert werde mache ich mir natürlich schon Gedanken um die Rente...Auch wenn ich jetzt erst 25 bin. Ich mag aber gerne wissen was passiert wenn so eine Gesellschaft wie HDI oder so gegen den Baum läuft. Was passiert dann mit den Verträgen und den eingezahlten Geld? Einen Riestervertrag kann man ja relativ ohne größere Kosten auf einen neuen Anbieter übertragen falls HDI nicht mehr die tolle Gesellschaft ist wie ich das jetzt öfters mal gelesen habe. Lohnen sich denn solche Verträge noch aktuell oder gibt es dazu bessere Alternativen?

Kommentar von Rat2010 ,

Du zahlst zwar nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein, bekommst aber etwas anderes, das wahrscheinlich besser ist, oder? Auch Angestellte der Kommunen, der Länder oder des Bundes haben Altersvorsorge. Sonst wäre Riester nämlich schnell eine Themaverfehlung, weil du keine Zulagen bekommst.

Gegen den Baum fahren kann in 40 Jahren - genauer geht es um 80 Jahre - jede Versicherung. Man muss sich auch mal verkalkulieren dürfen. Die Verträge werden dann vermutlich entweder von einer Sicherungseinrichtung des Bundes oder der Versicherungswirtschaft (gibt es schon, nennt sich "Protektor") oder von einer anderen Gesellschaft weitergeführt. Das ist also das kleinere Problem. Und ob dem HDI oder der, in die du tauschst in den 80 Jahren was passiert, ist auch vollkommen offen.

Dass man in einem über 40 Jahre laufenden Vertrag Geld für eine Rente bezahlt und Kosten dafür abzweigt, dass diese Rente oder ein Prozentsatz des Guthabens garantiert wird, ist ein Problem. Wann gehst du in Rente und was ist bis dahin mit Pension und Renten passiert? In welcher Währung willst du in 60 Jahren Rente und gibt es dann noch Rentner, die mehr als andere haben oder mehr eine Einheitsrente? Der, dessen Gedankenwelt nur die Stabilität der 65 Jahre seit 1948 hochrechnet, verkennt, was die 65 Jahre davor los war.

Du bist dem mit fondsgebundenen Versicherungen begegnet aber im Vergleich zu Fondssparplänen (die es auch Riester-gefördert gibt) ist das, was - bei einem 23 oder auch 25-jährigen in Sachwerte geht gerade in den wichtigen ersten zehn Jahren vernachlässigbar. Wenn du also statt der geförderten Rentenversicherung eine DWS TopRente oder einen vergleichbaren ungezillmerten Vertrag machst, ist das sehr sinnvoll, weil da in den 40 Jahren bis zur Rente nichts oder fast nichts in die Kosten und alles in Aktien geht. Das ist auch dass sinnvolle Gegengewicht zu Pension und Rente, die du in Geldwerten bekommst und die in 60 Jahren auch mal richtig weniger werden kann.

Die DWS TopRente gibt es (nebenbei auch in München) auch mit Beratung und Rabatt auf den Ausgabeaufschlag.

Antwort
von Niklaus, 482

Woher weißt du das die Riester-Rente für dich optimal ist?

Sie kann es sein, sie kann es nicht sein. Um dass zu erfahren, ist der sicherste Weg ein unabhängiger Schichtenvergleich.


Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten:„Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Antwort
von DerLotse, 441

Lieber Schirmi1988, ich gratuliere Dir zu Deiner monatlichen Sparrate! Unbedingt so weiter laufen lasssen ! Jede Änderung kostet wieder neue Abschlußgebühren und das woanders mehr rauskommt kann DIr keiner dieser hier selbsternannten Experten garantieren ! Wichtig ist in erster Linie das Du sparst, welcher Anbieter ist erst Zweitrangig. Warum fragst Du nicht Deinen Vermittler? Der wird Dir dasselbe sagen !

Liebe Grüße aus Singen

Kommentar von Zitterbacke ,
und das woanders mehr rauskommt kann DIr keiner dieser hier selbsternannten Experten garantieren !

Das will und wird auch keiner machen !!

Antwort
von detlef32, 316

Hier prallen ja wieder die alten Vorurteile aufeinander.

Also, die beiden Tarife sind komplett ok. Fondsbasiert bei 40 Jahren Planzeit ist die richtige Entscheidung und HDI ist ein guter Anbieter.

In letzter Zeit liest man häufig, dass sich solche Versicherungen nicht mehr lohnen aufgrund des niedrigen Garantiezinses sowie dem schlechten Zinsumfelds.

Hat nichts mit Dir zu tun. Du hast keinen Garantiezins sondern eine fondsbasierte Anlage und die holt nun mal ihre Rendite aus der Fondsanlage

Weiterhin habe ich in letzter Zeit einige negative Berichte über HDI gehört. (Finanzprobleme, Kundenabzocke Was passiert denn mit meinen Verträgen und meinem Geld falls eine solche Anbietergesellschaft pleite geht?

Eine Pleite würde Dich nicht tangieren da Dein Geld nicht bei der Gesellschaft sondern in Fonds angelegt ist also egal wie gut oder schlecht es der Gesellschaft geht Dich interessiert nur wie gut oder schlecht es der Börse bzw. Deinen Fonds geht.

Oder falls etwas gegen die Gesellschaft HDI spricht evt nen Anbieterwechsel bei der Riesterversicherung? Z

Erneute Abschlußgebühren sprechen dagegen und Du bekommst nichts besseres. Auch wird Dein Geld wieder in Fonds angelegt. Also einfach durchhalten und die Sprüche und Gerüchte vergessen.

Die einzige Frage die sich für mich stellt ist nicht die Frage der Gesellschaft oder der Riesterversicherung (das ist alles ok) sondern die Frage der Rentenversicherung. Ich bin eher für den Aufbau der Altersvorsorge über ein Eigenheim. Also wäre mal eine Überlegung angebracht: Will ich sowas und falls ja wann.

Weil Riester und Rentenversicherung auf Fondsbasis für die Dauer von 40 Jahren ist normalerweise nicht die optimale Basis für den Kauf einer Eigentumswohnung oder so. Für eine solche Planung passen besser Riesterbanksparvertrag und Aufbau von Eigenkapital über Festgeld, Sparkonten usw.

Aber hat nichts mit der Frage und den geäußerten Ängsten zu tun sondern ist nur ein Seitenblick.

Antwort
von althaus, 372

Jede Änderung kostet Geld, daher überlege gut ob ein Wechsel sinn macht. Es wird viel berichtet, negatives und auch gutes. Laß Dich nicht verunsichern. Wenn Du die Möglichkeit hast Deine Raten bis zum Vertragsende durchzuziehen, dann mach weiter so. An Deiner Stelle würde ich nichts ändern und die anderen schwätzen lassen. Habe auch Rentenversciherungen und bin zufrieden damit, denn im Moment zahlen die noch eine überdurchschnittliche Verzinsung über 3,6%. Das ist genial. Die Tendenz ist aber fallend, leider. mal sehen wo die in 5 Jahren liegt. Ich hoffe noch über 3%, dann bin ich zufrieden.

Antwort
von ortrud, 294

Nach meiner Erfahrung lohnt sich das ganze Riesterzeug nicht. Das macht am Ende mehr Ärger als dass es was bringt.

Antwort
von Niklaus, 272

Hat dir die Versicherung jemand empfohlen oder hast du die selbst herausgesucht?

Kommentar von Schirmi1988 ,

Hey, erstmal vielen Dank für die Antwort. Ein solcher Vergleich wurde damals gemacht. Die Versicherung habe ich mir auch nicht selber rausgesucht sondern über eine Beratung, die schon so einige Produktpartner anbieten. Damals wurde mir auch aufgezeigt, dass sich diese Form der Altersversorgung aufgrund steuerlicher Sicht gegenüber B und C so auswirkt etc. Mein Gedanke, der kam mir auch über Nacht - keine Ahnung warum: die vielen negativen Meldungen was solche Versicherungen momentan betrifft und dass ich halt einiges negatives über HDI in letzter Zeit gelesen habe. Daher meine Zweifel

Kommentar von Niklaus ,

Wer hat den Vergleich gemacht. Ein Versicherungsvertreter der HDI ?

Kommentar von Schirmi1988 ,

Berater bei Compexx Finanz AG also tätig als Mehrfachagent

Kommentar von Niklaus ,

Also kein Makler sondern ein Mehrfachagent mit vielleicht 15 Versicherungen im Portfolio.

Kommentar von Schirmi1988 ,

ja, so könnte das gewesen sein. Wobei ich schätze, dass die Liste die ich in Erinnerung habe deutlich länger war

Kommentar von nicolasstelter ,

Das Problem bei Mehrfachagenten ist, dass Sie gerne die Versicherungsunternehmen vertreten, bei denen Sie die höchsten Provisionen bekommen.

Ein Vergleich unter vielen teuren Produkten halte ich für sehr fragwürdig.

Kommentar von Niklaus ,

Das kann muss aber nicht sein. In der Regel geben alle Versicherungsgesellschaften die gleiche Provision oder haben nur einen marginalen Unterschied.

Das Problem eines Mehrfachvertreter ist die mangelnde Auswahl. Ihm steht eben nicht der komplette Markt zur Verfügung.

Kommentar von nicolasstelter ,

Dieser marginale Unterschied ist doch aber das entscheidende Kriterium, warum ein Vermittler als Mehrfachagent agiert. So kann erheblich mehr Umsatz erzielt werden, ohne die Maklerpflichten zu verletzen.

Kommentar von Niklaus ,

Ich kenne niemanden der wegen der Stelle hinter dem Komma ein Kundenbeziehung aufs spiel setzen würde. Das wäre ja kontraproduktiv.

Ein Mehrfachagent hat keine Maklerpflicht.

Ein Makler hat auch nicht die Pflicht das kostengünstigste Produkt für den Kunden zu finden, sondern er hat die Pflicht das Produkt zu finden, das die Probleme des Kunden am besten löst. Dazu gehört natürlich auch die Prüfung der Solvabilität des VU und des Produkte inklusiver Bedingungen.

Antwort
von nicolasstelter, 292

Am besten schnell einen günstigeren Vertrag auswählen.

Eine private Rentenversicherung in so jungen Jahren ist wahrscheinlich eher unsinnig. Dazu müsste man aber Ihre genauen Wünsche und Ziele in der Lebensplanung kennen.

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