Frage von Katrinet, 46

Wie läuft haushaltsnahe Dienstleistung bei Wohnraumerweiterung und anschließender Übertragung des Eigenheims auf das Kind?

Meine Eltern haben ein Einfamilienhaus. Dieses Einfamilienhaus wurde vergrößert zu einem Zweifamilienhaus. Die Rechnungen der Handwerker laufen allesamt auf meinen Vater. Mein Vater hat bei den Banken Darlehen aufgenommen. Die Abtragung läuft anteilig auf die Quadratmeter bezogen. Mein Vater bezahlt an die Bank. Ich habe ihm mein gesamtes Eigenkapital gezahlt und bezahle an ihn die Darlehensrückzahlung. Der Anteil der als haushaltsnahe Dienstleistung in Ansatz zu bringen ist, wurde hälftig bei meinem Vater und hälftig bei mir angesetzt. Das Haus wurde mitlerweile auf mich umgeschrieben. Bei meinem Vater wurden die haushaltsnahen Dienstleistungen in voller Höhe anerkannt. Bei mir wurden sie komplett gestrichen mit der Begründung Rechnung lautet nicht auf mich und ich habe keine Zahlung geleistet. Hat jemand eine Idee was ich hier tun kann? Bezüglich der Zahlungen mache ich mir keine Sorgen, da Drittzahlungen zulässig sind und es sich hier ja auch um einen abgekürzten Zahlungsweg handelt. Aber bzgl. des Nachweises der Rechnung. Muss ich die alle ändern lassen auf meinen Vater und auf mich? Oder soll ich besser eine Feststellungserklärung abgeben für eine Baugemeinschaft, die ja theoretisch bestanden hat? Dann würde ich dort die Haushaltsnahen Dienstleistungen, die zu verteilen sind, feststellen lassen. Ich weiß nicht, wie ich hier am besten verfahre. Habe mein gesamtes Geld mit in das Haus gesteckt und würde dementsprechend natürlich gerne auch den Steuervorteil in Anspruch nehmen. Die überaus nette Dame (ironisch) des Finanzamtes ist zu der Überzeugung gelang hier liegt ein Betrugsfall vor. Was aber tatsächlich nicht der Fall ist. Da das Haus auf meine Eltern lief und ich den Anbau wollte, musste der Bauantrag über meinen Vater laufen. Und da ich bei der Bank keine Sicherheit hinterlegen konnte, hat er die Darlehen aufgenommen. Aber es ist nachweibar so, dass ich meinen gesamten Anteil selber bezahle bzw. bereits bezahlt habe.

Ich danke Euch für Eure Antworten.

Antwort
von Katrinet, 28

Also ich glaube ich kann da ein wenig Licht ins Dunkel bringen...

Meine Eltern hatten ein Einfamilienhaus in dem wir alle gewohnt haben. Dann wurde das erweitert zu einem Zweifamilienhaus. Im Erdgeschoss und im Obergeschoss wurde quasi angebaut. Ich habe dann das Obergeschoss bekommen und meine Eltern das Erdgeschoss. Die Kosten des Neubaus habe ich nicht mit in die haushaltsnahen Dienstleistungen genommen.

Ich habe lediglich die Aufwendungen reingenommen, die Erhaltungsaufwand im "alten Einfamilienhaus" vorgenommen wurden berücksichtigt. Zum Beispiel wurde das alte Dach komplett neu gedämmt und gedeckt. Die Rechnung des neuen Dachs habe ich rausgelassen. Im alten Bereich wurden die Fenster ausgetauscht. Im alten Bereich wurden neue Stromleitungen verlegt. All diese Kosten habe ich reingenommen. Diese Kosten betreffen beide Wohnungen und hier nur den alten bestehenden Teil.

Somit liegt hier meines Erachtens schon der Tatbestand der haushaltsnahen Dienstleistungen die begünstigt sind vor.

Ich habe sogar nur die Kosten reingenommen, die nach Fertigstellung des Anbaus vorgenommen wurden. Der Anbau wurde fertig gestell. Dann bin ich da eingezogen und dann haben wir den alten Teil in beiden Wohnungen modernisiert. Aber die Rechnungen laufen halt alle auf meinen Vater, da es nahtlos überging.

Ich hoffe jemand kann mir einen Tip geben, wie ich das durch bekomme.

Antwort
von LittleArrow, 46

Sorry, mir kommen bei dieser Darstellung auch Zweifel, dass Du einen Anspruch auf die Anerkennung der haushaltsnahen Handwerkerleistungen hast, insb. auf eigene € 6.000 Handwerkerleistungen. Du hattest bei dieser Neubaumaßnahme dort offenbar noch keinen Haushalt, warst nicht Auftraggeber und die Rechnungen sind auch nicht an Dich gerichtet.

Bitte lies hierzu das entsprechende BMF-Schreiben vom 10.01.2014 (insb. Textziffern 21, 26, 49 und 51):

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF\_Schreiben/Steuer...


Kommentar von EnnoWarMal ,

Also den ersten Teil der Darstellung habe ich so verstanden, dass das Haus entweder an die Tochter verkauft wurde oder es sich um eine gemischte Schenkung handelt. Allerdings ist die Art der Eigentumsübertragung hier irrelevant.

Offen ist auch, was mit der anderen Hälfte des Hauses passiert ist, da ja

Meine Eltern haben ein Einfamilienhaus.

geschrieben wurde. Allerdings ist das hier auch nicht relevant.

Fraglich ist doch nur, in wessen Haushalt Handerkerleistungen durchgeführt wurden und wer die gezahlt hat.

Sodann lässt

Dieses Einfamilienhaus wurde vergrößert zu einem Zweifamilienhaus.

den Schluss zu, dass es sich gar nict um begünstigte Handwerkerleistungen handelt, da ein Neubau stattgefunden hat.

Kommentar von LittleArrow ,

Das war auch mein Verständnis bei der Suche nach dem bzw. ihren Haushalt. Die Eltern hatten dort ihren Haushalt. Die Fragestellerin offenbar zunächst noch nicht. Sie versuchte vermutlich aber, ebenfalls die Handwerkerpauschale von max. € 6.000 (= € 1.200 Steuerersparnis) zu beanspruchen.

Vom "abgekürzten" Vertragsweg habe ich im BMF-Schreiben nichts gelesen und Rechtsprechung kenne ich dazu (noch) nicht. Sie schreibt u.a. dazu die Frage:

Oder soll ich besser eine Feststellungserklärung abgeben für eine Baugemeinschaft, die ja theoretisch bestanden hat?

Offenbar soll hier im Nachhinein das neue Konstrukt "Baugemeinschaft" zum Zwecke der Steueroptimierung/-verkürzung entstehen, so dass die Betrugsvermutung der netten Dame noch zusätzlich Nahrung bekommt. Das hört sich alles nicht nett an.

Es ist dumm gelaufen. Warum hat sich Katrinet nicht einfach vorm Planungsbeginn um Steuerfragen Gedanken gemacht?   

Antwort
von EnnoWarMal, 27

Wessen Haushalt war das denn zu dem entsprechenden Zeitpunkt?

da Drittzahlungen zulässig sind und es sich hier ja auch um einen abgekürzten Zahlungsweg handelt

Um abegürzten Zahlungsweg geht es ja nicht, sondern um abgekürzten Vertragsweg - wenn überhaupt.

Kommentar von Katrinet ,

Also das Haus gehörte bis zum Sommer 2015 meinen Eltern. Dann wurde es im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge auf mich übertragen.

Das Haus wurde erst erweitert, bis Sommer 2014. Dann sind meine eltern in das Erdgeschoss gezogen und ich ins Obergeschoss... Und dann haben wir den alten Teil des jeweiligen Geschosses modernisiert. Um die Modernisierungskosten geht es. Die fanden im jeweiligen Haushalt statt.

Aber die Rechnungen liefen allesamt auf meinen Vater, da er noch Eigentümer war.

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