Frage von finchko, 134

Hausfinanzierung i.V.m. KfW Darhlehen sowie einem zusätzlichen Baudarlehen bei der Hausbank. Wie setzt sich das ganze zusammen?

Guten Abend zusammen! Meine Ehefrau und ich sind seit geraumer Zeit am überlegen, statt die elendigen Mieten, einen Betrag für einen Neubau abzuzahlen. Wir hatten vor einiger Zeit aus bereits ein Gespräch mit der Hausbank, welche uns jedoch nicht weiter vorangebracht hat. Unser Frage ist aktuell eigentlich folgende: Nehmen wir an, wir benötigen:

  • Grundstück: 75,000 € (inkl. aller Gebühren wie Notar, Grundbuch, Erschließung etc.)
  • Massivhaus: 265,000 € (Schlüsselfertig)
  • sonstige Kosten: 15,000 €
Summe: 355,000 €

Das Haus ist u.a. ein KfW Energieeffizient Haus mit Standard: 40 (demnach Förderung mit 50,000 € Kfw 153) sowie als Wohneigentum (demnach eine weitere Förderung von 50,000 € Kfw 124). Macht zusammen min. 100,000 € (zusätzliche könnte man über Photovotalk etc. nachdenken). Gehen wir jedoch erstmal von den 100.000 € aus.

355,000 €

- 100,000 € (Kfw Förderung zu einem Zins von 1,45 %)

255,000 € Restsumme

Wird diese Restsumme von 255,000 € nun bei der Bank aufgenommen oder werden die gesamten 355,000 € bei einer Bank aufgenommen, die jedoch das Kfw Programm mit einberechnet? Also kompliziert zu beschreiben :/. Sind es drei Darlehen (2x KfW Förderung und 1x Hausbank???) Über eine Antwort wären wir erfreut. Danke

Antwort
von Franzl0503, 65

finchco:

Die heute sehr günstigen Hypothekenzinsen verführen oftmals zu
voreiligen Kaufentscheidungen. Zudem suggeriert die Werbung „Kaufen
ist günstiger als mieten“. Was geschieht aber, wenn die
Hypothekenzinsen steigen?

Im

Schneiderhandwerk gibt es den Begriff „auf Kante nähen“.

Stoffteile werden überlappt und auf Kante genäht, so dass sie sich

nicht erweitern oder verlängern lassen.

Ähnlich

sieht so mancher Baufinanzierungsplan aus, der „auf Kante genäht

ist“. Die finanziellen Mittel sind so eng bemessen, dass sie gerade

noch ausreichen. Reserven fehlen, man kommt gerade noch so hin, es

besteht keine Luft für weiteren Ausgaben, es darf wirklich nichts

mehr dazwischen kommen, Einnahmen und Ausgaben sind ausgereizt.

Es

gehört zu den Regeln einer seriösen Darlehensprüfung, ob der

Kreditnehmer voraussichtlich in der Lage sein dürfte, nach Ablauf

der Zinsfestschreibungsfrist (von z. B. 10 Jahren) neben den

allgemeinen Lebenshaltungskosten auch höhere Zinsbelastungen einer

fälligen Anschlussfinanzierung finanziell zu tragen.

Deshalb

wird der Tragbarkeitsprüfung rechnerisch eine Annuität von acht

Prozent zugrunde gelegt, während z. Zt. vielleicht nur nur 3 ½ % -

1 ½ % Zinsen, 2 % Tilgung zuzüglich ersparter Zinsen - zu

erbringen sind.

Der

Darlehensgeber achtet bei der Darlehensgewährung auf die nachhaltige

Tragbarkeit der Belastungen. Wer heute eine Annuität von acht

Prozent tragen kann, dürfte eine Anschlussfinanzierung mit höheren

Zinsen eher stemmen als bei einer, der sich bereits bei günstigen Zinsen

schwer tut.

Zu

den Lebenshaltungskosten gehören bekanntlich die Kosten für

Verpflegung, Unterkunft (Betriebskosten ohne Miete, die ja bei

Eigennutzung der Immobilie entfällt), Bekleidung, Hygiene und

Körperpflege, Bildung und Ausbildung, Unterhaltung, Sport, Reisen,

religiöse Fürsorge, Haltung von Tieren, Unterhaltung und Betrieb

von Fahrzeugen, Versicherungen.

Nun

zu deinem Anliegen:

Statt

der „elenden Miete“ möchtest du einen Neubau abzahlen, wobei

dich die Hausbank nicht weiter bringt. Die Gestehungskosten (Kosten der

Außenanlagen fehlen) bezifferst du mit 355 000 €, Eigenkapital bringst du

nicht ein. Du wirst kein seriöses Institut finden, es sei denn, du

verfügst über langfristig sichere Einnahmen von monatlich mindesten

5.900 € und Ersatzsicherheiten von 106 500 € (= 30 % aus

355.000).

Rechne

nach: 355 000 x 0,08 = 28.400 : 12 = Monatsbelastung 2.367 € =

max. 40 % der Einnahmen. EK 20 % (= Ausfallrisiko des

Darlehensgebers) + 10 % Nebenkosten aus 355 000 = 106.500 €.

Antwort
von deathtrap18, 22

Hallo Fincho,

also ich weiß nicht, ob sich deine Frage geändert hat, weil die bisherigen Antworten doch etwas komisch waren.

Richtig ist schon, dass man die Last in 10 Jahren auch noch tragen können sollte, wenn die Zinsen dann vielleicht bei 4 oder 5% liegen (vielleicht auch höher, aber das weiß wirklich keiner). Zudem sollte man berücksichtigen, dass die liebe Inflation von unserer Regierung (die auch auf Grund ihrer hohen Schulden an einer hohen Inflation interessiert ist) die Summe nach 10 Jahren unabhängig von schöngerechneten 0% Inflation die eher bei 2 - 3 % liegt, schon um 20 - 30 % schmälert, wenn die Löhne auch im gleichen Maße steigen.

Nach 10 Jahren bei hohen Zinsen, kannst du, bevor du das Haus verlierst,  immer noch auf 5 Jahre Zinsfestschreibung runtergehen und wieder sind die Konditionen besser.

Alle die immer schreien "bleib lieber zur Miete", ich kann es nicht immer nachvollziehen. Die Kaltmiete ist definitiv verloren und die Lebensqualität in einem Haus ist auch eine ganz andere!

Aber zu deiner Frage: Die KFW-Darlehn schließt du über die Bank mit den für dich besten Konditionen ab. Die KFW-Darlehn laufen dann zwar tatsächlich separat, werden aber über diese eine Bank zusammen abgeschlossen. Die KFW ist eine Förderbank, hat also keine Filialen oder dergleichen. Deine Hausbank freut sich, dass Sie das Restdarlehn für dich dann abschließen darf.

Bitte bedenke, dass es seit 01.04. nur noch das KFW55 Förderprogramm gibt, welches für 100.000 € gewährt wird. Mit dem Programm für Wohneigentum hättest du dann insgesamt 150.000 € über die KFW (schade dass ich mein Haus schon früher gebaut hab).

Ich habe ein paar Infos hier zusammengefasst:


Ich habe mit sehr vielen Eigenleistungen mein Haus gebaut. Da ich weiß, wie viele Fragen auftauschen, habe ich das Portal (Link entfernt) eröffnet. Dort findest du die meisten wichtigen Infos zum Neubau und Finanzierung. Wenn du noch Fragen hast, dann schreibe. Ich teile einfach gern mein Wissen und meine Erfahrungen, die ich gemacht habe.

Viele Grüße


Paul

Anm. Support: Links wegen Werbecharakter entfernt

Antwort
von billy, 64

KfW - Darlehen werden in der Regel immer über die Hausbank vermittelt, ggf. wenn die Hausbank es nicht selbst anbietet kommt eine dritte Bank ins Spiel. Soweit mir bekannt können mehrere KfW - Programme nicht miteinander kombiniert werden. Wenn einer von Euch oder beide keine absoluten Top-Verdiener sind rate ich die Ansprüche etwas zurück zu schrauben oder die Eigenkapitalquote zu erhöhen. 

Antwort
von Mikkey, 71

Nach dem, was ich hier öfter gelesen habe, wird auch ein KfW-Darlehen über die Bank abgewickelt.

Aber etwas Anderes: Ich möchte Dir nicht die Illusion nehmen, aber eine derartige Finanzierung, bei der nicht einmal die Kaufnebenkosten selbst aufgebracht werden dürfte, wenn überhaupt, nur zu schlechten Bedingungen zu bekommen sein.

Antwort
von HilfeHilfe, 59

Hallo ! Für die kfw Förderprogramme braucht ihr immer eine durchlaufende Bank . Es wäre hier in der Regel die Haupt finanzierende . Ich schließe mich an , wenn es kein EK gibt wird es knapp bis gar nicht mit der Finanzierung . Zumal bei einem Neubau doch noch einiges anfällt an Kosten die schwer kalkulierbar sind . Was verdient ihr aktuell ? Schon mal von der Hausbank beraten worden was finanziell möglich wäre ? Ich lege euch nahe bei dem Zinsniveau auch mindestens 15 Jahre Festschreibung zu wählen . Ob das KfW wohneigebtumsorogramm interessant ist einzubinden sollte man ebenfalls prüfen 

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