Frage von Sascha1981, 8

Hausfinanzierung hier überhaupt grundsätzlich möglich?

Hallo, liebes finanzfrage.net-Team!

Ich befürchte zwar eine negative Antwort, aber ich denke mir fragen kostet ja nichts. Und zwar haben meine Frau (27 Jahre alt) und Ich (31 Jahre alt) die Möglichkeit durch Bekannte zu einem aus unserer Sicht sehr günstigen Preis deren ehemaliges Elternhaus zu erwerben. Das Haus (ländlich gelegen) hat 4 Zimmer, rund 100 qm² Wohnfläche, ca. 800 qm² Grundstück, relativ neue Fenster und eine neue Gas-Zentralheizung. Auszuführen wären sofort wohl nur einfache Maler und Renovierungsarbeiten und das eine oder andere halt mal in den nächsten Jahren. Das Haus soll für uns wohl für rund 80.000 Euro zu kaufen sein.

Aber jetzt erst einmal zu uns und wohl auch der Grund warum es aus meiner Sicht scheitern wird. Meine Frau verdient relativ gutes Geld und kommt auf ca. 1.700 Euro netto im Monat und ich arbeite auf Teilzeit und verdiene ca. 800 Euro netto im Monat. Zurzeit wohnen wir zur Miete in einer Wohnung und zahlen zurzeit 550 Euro Miete plus Strom und Wasser. Der Haken ist, wir haben nur befristete Arbeitsverträge (man wird zwar immer verlängert, aber immer halt nur für 1 Jahr) .

Nun meine Frage ob es durch die befristeten Arbeitsverträge überhaupt möglich wäre, eine Bank zu finden, die einem dafür die Finanzierung gibt?! (Die Bank hätte doch das Haus als Sicherheit, oder nicht ? )

Über Antworten würde ich mich sehr freuen...

LG Sascha

Antwort
von gudrunw, 8

habt Ihr Eigenkapital? Habt Ihr Kinder? Plant ihr Kinder? Warum arbeitest Du nur Teilzeit? Wie oft wurde Dein Vertrag schon befristet-hierzu gibts ja auch Vorgaben vom Gesetz, zu oftes verlängern ist nicht zulässig. Hast Du Dich schon mal um einen unbefristeten AV bemüht, das Gespräch mit dem Chef geführt. Diese Fragen wären noch wichtig um das genauer beantworten zu können

Kommentar von Sascha1981 ,

Hi! Eigenkapital ist leider nicht vorhanden (Schulden aber auch nicht). Kinder haben wir keine und wir planen auch keine. Teilzeit arbeite ich zurzeit, damit ich mich nebenbei besser um meinen kranken Vater kümmern kann. Meine Frau und ich arbeiten beide im Sicherheitsgewerbe. Normalerweise ist es ja so das Sie es nach dem zweiten mal verlängern (glaube ich) anschließend in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ändern müssen. Nur legt die Firma Dir dann einen Vertrag hin, in dem deine Stelle einen anderen Namen bekommt....Aus einem Revierfahrer wird dann der Interventionsfahrer und dein Aufgabengebiet ändert sich etwas. So ist es bei meiner Frau. Mein Arbeitgeber (ist nicht derselbe), lässt nach auslaufen des Vertrages einen Monat vergehen und stellt mich danach wieder ein für ein weiteres Jahr. Es ist im Sicherheitsdienst auch relativ schwierig, da es auch keine klare Gewerkschaft dafür gibt. Ein Gespräch mit dem Chef meiner Frau bezüglich eines unbefristeten Vertrages verlief ins leere, mit der Begründung sie hätten zu viele schlechte Erfahrungen damit gemacht. Meinen habe ich noch nicht diesbezüglich gefragt.

Kommentar von MadRampage ,

ohne EK (Eigenkapital) wird es nicht funktionieren, denn Die Bank möchte Ihr Geld in jedem Falle - auch bei Zwangsversteigerung - wieder sehen. Und das funktioniert nur wenn der Kreditnehmer sehr gute Bonität (hohes und sicheres Einkommen) hat und/oder das Haus nur zu 50%-60% finanziert wird - und die anderen 40% plus Kaufnebenkosten aus dem EK bezahlt werden.

Zu dem Hauskauf kommen je nach Bundesland ca. 3,5%-5,5%Grunderwerbssteuer plus ca. 2% Notar+Gerichtskosten hinzu. Ohne Makler also rund 7% zusätzlich zum Kaufpreis. Auch Malerarbeiten, Umzugskosten kommen noch hinzu. Daher gibt es ganz ohne EK heute quasi keine Finanzierung mehr und selbst 90% oder gar 100% - Darlehen (des Kaufpreises) machen Banken nur selten, und wenn dann mit hohen Aufschlägen

Antwort
von Franzl0503, 7

Sascha:

Jeder seriöse Finanzier stellt anfangs zwei Fragen:

  1. Sind die Einnahmen der Gesuchsteller langfristig ausreichend und sicher, um den Zinsen-und Tilgungsdienst problemlos zu bedienen?

  2. Reicht der aus einer Zwangsversteigerung erzielbare Erlös oder der Kaufpreis aus einem Notverkauf aus, um die Forderung voll zu decken?

Zu 2) Kommt es aufgrund Zahlungseinstellung und nach Kündigung des Darlehens zur zwangsweisen Versteigerung der Immobilie, hätte er bei vorsichtiger Einschätzung bereits heute einen Forderungsausfall von ca. 32 000 € zu befürchten.

Wie das? Kaufpreis = VW ca. 80 000 + Erwerbskosten 10 % = 8 000 €, Finanzbedarf = Darlehen = 88 000 €. ZV-Erlös erfahrungsgemäß ca. 70 % aus VW = 56 000 €.

Fazit: Er verleiht kein Geld, um es in einem zeit-und kostenaufwendigen Gerichtsverfahren wieder – wenigstens teilweise - zurück zu holen.

Empfehlung: Versuche es mit einer in Raten zahlbaren Grundstückskaufpreisforderung.

Antwort
von TineBerlin, 8

Abgesehen von der Frage, ob du überhaupt einen Kredit bekommst. Hast du dir schon die Frage gestellt, ob dir die Tilgungsraten leisten kannst? Es kann ja nicht dein Ziel sein auf gut Glück umzuziehen und wenn es nicht klappt ziehst du "einfach" wieder aus. Das Hin und Her wird dich schon etwas kosten. Mit folgender Formel kannst du dich zumindest etwas orientieren: http://haus-finanzieren.org/wieviel-haus-kann-ich-mir-leisten/#kurzcheck

Antwort
von MadRampage, 7

Befristung mit sehr wahrscheinlicher Verlängerung ist zwar nicht optimal, aber erstmal (noch) kein Killer. Es kommt auf die Gesamtsituation drauf an und hier insbesondere auf die Beleihungsquote, also auf euer vorhandenes Eigenkapital:

  • Wenn Ihr ausreichend Eigenkapital (40% des Kaufpreises) habt, so dass die Bank auch im Falle des Falles (Zwangsversteigerung) sicher Ihr Geld wieder bekommt, wird man das Geld bekommen

  • Wenn Ihr nur wenig Eigenkapital habt (20% des Kaufpreises) wird es angesichts der befristung und des doch nicht ganz so hohen Einkommens schwer werden

  • Und wenn Ihr kein Eigenkapital habt wird es 100% sicher nicht gehen

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