Frage von LuisaBuma, 24

Hausbank oder Onlinebank für Depot

Welche Bank für ein Anktiendepot sollte man als Börsen-Neuling wählen. Es heist ja, das einem die eingene Hausbank z.B. die Sparkasse Tips für den Kauf oder Verkauf geben kann. Was bei einer Onlinebank nicht der Fall sein soll. Auch sind die Gebühren höher als bei einer Onlinebank. Aber ob das im Anfang so ins Gewicht fällt. Was sind Eure Meinungen zum Thema?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 11

1) Der Begriff "Börsen-Neuling" ist unglücklich, denn es geht hier nicht um Börsen und deren Eigenschaften, sondern um Wertpapieranlagen.

2) Harmlose Privatanleger, die gerade anfangen, in Wertpapieranlagen einzusteigen, sollten kein Aktiendepot und kein Anleihendepot haben. Sie sollten ein Fondsdepot haben.

3) Der Sparkasse traue ich nur Verkaufsförderung, keine Beratung zu. Andere Banken mögen da mehr in Richtung Beratung tendieren. Was hilft jedoch Beratung, wenn Du nicht das Ergebnis selbst verstehen kannst? Was hilft der Kauf eines Autos ohne Führerschein, auch wenn der Verkäufer mehrmals die guten Sicherheitsmerkmale, die Kraftstoffeffizienz und den sportlichen Fahrstil hervorgehoben hat?

4) Auch Anlageberater haben keine Kristallkugel, um die Zukunft zu erkennen. Wäre es so leicht, mit ein paar Geheimtips ein Vermögen zu machen, hätten das schon viel mehr Leute getan... oder vielleicht haben die es ja getan und es sind in den Banken nur die übrig, die es nicht geschafft haben?

5) Was sind ein paar EUR Gebühren, wenn Du im Verlauf Deiner Anlegerlaufbahn sicher sechsstellige Beträge akkumulieren möchtest, damit das Ganze sich auch lohnt? Liegt nicht in den Produkten, die Du kaufst, ein viel höheres Risiko durch Fehlentscheidungen als in Gebühren? Ist Unerfahrenheit im Umgang mit besonderen Situationen der Kapitalmärkte nicht ein generelles Risiko, das schwerer wiegt als Kursrückgänge (die dann im Verlauf von Tagen, Monaten oder Jahren wieder wettgemacht werden)?

Daher solltest Du Dich aus meiner Sicht erst mal selbst etwas schlau machen.

  • Was sind Wertpapiere?
  • Welche Arten gibt es?
  • Was ist Diversifikation?
  • Was sind gute Kriterien für gute Anlageinstrumente?
  • Wo sind Risiken?
  • Wie kann man mit Risiken umgehen?
  • Was willst Du damit eigentlich erreichen?
  • Welchen Anlagehorizont hast Du?

Es fallen einem noch viel mehr Fragen ein, wenn man sich damit mal befaßt. Dann kannst Du aber auch einem "Berater" in die Augen sehen und etwas hinterfragen. Investiere in nichts, das Du nicht verstehst oder das sich zu gut anhört.

Es gibt bei manchen Banken, Volkshochschulen oder auch auf Konferenzen/Aussstellungen oft Seminare für Einsteiger in die Kapitalanlage. Hier kann man zuhören, vielleicht auch fragen, vor allem aber danach hinterfragen, ob das Sinn macht und man alles verstanden hat.

Bei Sparkassen würde ich keine Beratung suchen. VR-Banken sind da eher eine Anlaufstelle, die sich inzwischen stark auf Anbieter außerhalb des genossenschaftlichen Verbundes einlassen. Man findet da also nicht nur Union Investment Angebote. Es gibt auch unabhängige Vermögensberater. Es gibt auch Internet-Foren wie dieses hier, um Dinge zu diskutieren und neutral zu hinterleuchten.

Daher mein Tip:

  • Eine Online-Bank wird Dir ohnehin auch in Bezug auf ein Girokonto gegenüber einer Sparkasse wahrscheinlich einen dreistelligen Betrag im Jahr sparen.

  • Eine Online-Bank wird Dir auf ein Tagesgeldkonto womöglich das 5-10fache der Sparkasse an Zinsen zahlen. Das ist zwar immer noch wenig, aber wenigstens etwas mehr und Rendite kommt nicht vom Tagesgeld.

  • Eine Online-Bank wird Dich als Kundin erst wahrnehmen, wenn Du über dem Durchschnitt liegst, d.h. ein Depot von ca. 20.000 EUR hast. Das ist so auch ungefähr der Rahmen, bei dem individuelle Beratung anfängt. Davor ist es eher standardisiert und typisierend.

  • Gebühren werden initial zwar anfallen, aber das soll nicht Deine primäre Sorge sein. 5% Ausgabeaufschlag auf einen Fonds oder 2% Transaktionskosten und Spreads bei Börsentransaktionen sind auf eine Haltedauer von nur 5 Jahren gerechnet gerade mal 1% bzw. 0,4% p.a.. Wählst Du einen schlechten Fonds oder ein schlimmes Zertifikat aus, dann ist Dein Verlustrisiko aufgrund einer Fehlentscheidung wahrscheinlich höher als dieser Prozentsatz pro Jahr. Sitzt Du Verluste aus, wird das Problem noch größer.

  • Wesentlich an einer Anlagestrategie ist daher, nach Analyse Deiner Möglichkeiten, Kenntnisse, Präferenzen und Ziele eine Portfolioallokation zu bauen, die verschiedene Anlagesegmente gewichtet. Dann wird man das im Laufe der Zeit verfeinern. Für jedes Segment sucht man sich die passenden Fonds, die gut diversifizieren, krisenrobust verlaufen und sinnvolle Renditen liefern.

Beispielsweise kannst Du bei comdirect oder der FFB (fidelity.de) bereits ab 25 EUR im Monat einen Sparplan aufsetzen. ING-Diba ab 50 EUR. Sparpläne mitteln Schwankungen über die Zeit heraus und wenn das investierte Instrument einen langfristigen Aufwärtstrend aufweist, wirst Du Gewinne erzielen. Eine der ersten Fragen lautet damit: wie viel willst Du im Monat investieren?

Für kleine Beträge kann man einen soliden, globalen, aktienlastigen Mischfonds nehmen, der schrittweise angespart wird. Hat man 50 EUR oder mehr im Monat zur Verfügung, so kann man sich das auch aufteilen in einen globalen Aktienfonds, einen europäischen Aktienfonds, einen Emerging Markets Aktienfonds und vielleicht einen europäischen Mischfonds für den Rentenanteil.

Antwort
von Kevin1905, 11
Es heist ja, das einem die eingene Hausbank z.B. die Sparkasse Tips für den Kauf oder Verkauf geben kann.

Und wenn die wüssten wie man damit Millionär wird, würden sie nicht am Bankschalter sitzen.

Was bei einer Onlinebank nicht der Fall sein soll.

So ist es. Das heißt du kannst dich unbeeinflusst von anderen komplett dem Eigenstudium widmen, die Fundamental- und technische Analyse lernen und dir selbst die Füße nass machen.

Auch sind die Gebühren höher als bei einer Onlinebank.

Ziemlich sehr viel höher.

Aber ob das im Anfang so ins Gewicht fällt.

Das kommt darauf an, wie groß dein Handelsvolumen ist. Wenn du 100,- € investierst und für den Trade (einmal Kauf, einmal Verkauf) fallen ca. 25,- € an Gebühren an, dann MUSST du ja innerhalb deines Anlagezeitraumes mehr als 25% Rendite machen durch Kursgewinne und Dividende um überhaupt wieder auf 0 zu kommen. Auch bei 1000,- € immer noch ein Ärgernis.

Antwort
von Kristal, 10

Ich bin mir nicht sicher, ob auch Sparkasse nicht so ein Konto anbietet. Ich habe auch ein kostenloses Konto, allerdings bin ich noch nicht 30. Ich sehe gerade, dass die meisten Banken ein kostenloses Online-Konto anbieten. Da muss man vielleicht noch genauer anschauen, welche zusätzlichen Leistungen dazu kommen. Hier kriegst du mehr Info zum Thema.. http://www.konto.com/

Antwort
von freelance, 10

die Hausbank wird dir ein Depot anbieten, das ein Vielfaches kostet. Das würde ich nie und nimmer zahlen, denn es steht keine Leistung gegen die Mehrkosten.

Wenn du nun die Sparkasse nennst (du kannst auch jede andere Bank nehmen), dann sind diese Tips nichts anderes als die Titel, die verkauft werden sollen. Die Bank meint es nicht zwingend gut mit den Kunden als vielmehr mit den Vorgaben in Sachen Produktverkauf im eigenen Hause.

Der beste Weg könnte sein: Depot bei einer Onlinebank, Beratung über einen unabhängigen Finanzberater. Der kennt den Markt deutlich besser als der Filialbanker.

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