Frage von lohepudel, 153

Haus mieten oder kaufen, was ist derzeit sinnvoller?

Hallo, wir (Familie mit Kindern) sind derzeit recht unschlüssig ob wir ein Haus zur Selbstnutzung kaufen sollen oder besser weiter in Miete bleiben. Einerseits sind die Zinsen für Immobilienkredite historisch niedrig, andererseits schießen die Immobilienpreise immer weiter hoch. Die Mieten allerdings auch.

Eigenkapital steht zwar im geringeren Umfang zur Verfügung (rund 70.000 €) aber angesichts der zu erwartenden Immobilienpreise von rund 350.000 € ist das nicht viel. Kommen ja auch noch Nebenkosten und Steuern dazu. Zwar besteht ein sicheres Gehalt (öffentlicher Dienst), so dass eine Rate von rund 1300 € im Monat plus Nebenkosten problemlos zu tragen wäre.

Irgendwie hält uns aber derzeit einiges zurück. Die hohen Immobilienpreise, die derzeit politische Lage (sinkendes Vertrauen in Staat) und die Tatsache, dass die Kids in rund 10-12 Jahren wahrscheinlich auf eigenen Füßen stehen und das Haus dann zu groß ist.

Wer kennt eine ähnliche Situation und wie würdet ihr entscheiden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rat2010, 66

Man muss nicht jede Mode mitmachen. Viele sind als Mieter glücklicher als sie als Eigentümer je gewesen wären. Der aktuelle Bauboom sorgt dafür, dass es voraussichtlich auf Dauer - fast überall - viel zu mieten gibt.

Objektiv betrachtwet spricht wenig dafür, ein Vermögen und die Mobilität, mit der keine Immobilie einhergeht gegen einen Haufen Schulden und eine Immobilie zu tauschen. 

Weil das wer vorgeschlagen hat: nicht jeder ist zum Vermieter geeignet. Ohne Not - und wenn du das Geld in Aktien investiert hast, hast du keine Not - würde ich es mir nicht antun.

Antwort
von Snooopy155, 98

Da Ihr berechtigte Bedenken habt, dass Euch das Haus in einigen Jahren zu groß ist, könnte vielleicht eine andere Überlegung greifen die derzeit niedrigen Zinsen zu nutzen. Sucht nach einer Immobilie, die Euren Bedürfnissen genügt, wenn die Kids das Nest verlassen haben. Bis zu diesem Zeitpunkt könnt ihr das Objekt ja vermieten. Die Tätigkeit im öffentlichen Dienst bietet zumindest eine höhere Sicherheit, dass man arbeitsbedingt nicht umziehen muß. Zudem besteht dann die Möglichkeit bei diesem Objekt die Möglichkeiten der Abschreibung voll zu nutzen.

Antwort
von EGTurron, 119

Schwierige Frage, das hängt von eurer Gesamtsituation ab und was euch wichtig ist. Könntet ihr euch denn vorstellen, dass eines eurer Kids das Haus mal übernehmen will? 

Wegen der rein finanziellen Seite, da gibt´s im Netz diverse Vergleichsrechner, wo man das durchrechnen kann, z.B. http://www.zinsen-berechnen.de/kaufen-oder-mieten.php

Habt ihr mal mit eurer Bank geredet, welche Konditionen sie euch bieten würde? Vielleicht hilft es euch bei der Entscheidung, wenn ihr euch ganz konkret informiert und nach passenden Häusern umseht. Vielleicht findet ihr euer Traumhaus, wo ihr sagt, ja, das ist es, dafür ist es das wert, und das kriegen wir bezahlt - oder aber auch nicht. (Erfahrungsgemäß kann die Phase auch eine ganze Weile dauern...)

Antwort
von Privatier59, 99

Fangen wir doch mal so an: Wo wohnst Du denn? Wenn ich aus dem kalkulierten Kaufpreis auf die Lage rückschließe, dann kann das keine Großstadt sein. Da werden Einfamilienhäuser zu ganz anderen, nämlich wesentlich höheren Preisen gehandelt.

Der derzeitige Boom am Immobilienmarkt ist fast ausschließlich ein Phänomen der Ballungsräume. In Klein- oder Mittelstädten stagnieren die Preise oder sinken sogar. Da sollte man wirklich sehr vorsichtig mit Immobilienkäufen sein. Es ist gut möglich, daß die Kaufpreise in 10 bis 12 Jahren niedriger sind als heute.

In den Großstädten wiederum ist der Markt leer gekauft. Die Preise sind enorm und werden sich mit dieser Geschwindigkeit nicht fortsetzen.

Alles in allem also eine schwierige Ausgangslage. Was Ihr nicht vergessen solltet ist, daß die Zinsen derzeit historisch niedrig sind. Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo man 10% für Hypothekendarlehen zahlen. Niemand weiß, ob es noch mal dazu kommt und wenn ja, wann. Prüft also besonders gut Eure langfristige Leistungsfähigkeit. Nicht vergessen sollte man auch, daß bei einer Mietwohnung der Vermieter alle Reparaturen zahlen muß, beim Eigenheim ist man das selber.

Kommentar von lohepudel ,

Wir wohnen im Rhein-Neckar-Kreis (Ballungsraum) und suchen so im Umkreis von 20 km um Heidelberg (superteuer). Die Nachfrage ist hier sehr hoch und das Angebot zum Beispiel an Bauplätzen rar gesät und teuer. Es lassen sich locker auch 600.000 € für ein schlichtes Haus in dieser Ecke investieren. Derzeit ist das Kapital in Aktien investiert und wirft zumindest regelmäßige Dividenden ab.

Antwort
von hildefeuer, 101

Sicherlich sind die Immobilienpreise gestiegen. Die Preise für Neubauten sind nur moderat gestiegen. Ein gebrauchtes Haus würde ich nur kaufen, wenn es bezugs fertig ist. Also nur Malerarbeiten durchgeführt werden müssten. Sollen Umbauten durchgeführt werden, damit eigene Wünsche realisiert werden, ist davon abzuraten. Die Kosten sind meist unübersehbar und die Gebraucht-Immobilie wird meist zu hoch bezahlt. Den meisten gebraucht Immobilien-Käufern ist nicht klar, wie hoch die Kosten für einen Umbau sind. Sie können den Wert einer Immobilie, die praktisch einem Rohbau mit Dach und Grundstück erschlossen entspricht nicht einschätzen. Die Kosten liegen bei ca. 30% für den Rohbau ohne Dach der gesamten Bausumme ohne Grundstück und Erschließung.

Antwort
von althaus, 104

Ich würde raten sich was zu kaufen. Das ist halt ein ganz anderes Niveau und Lebensqualität. Bei den Zinssätzen bekommt man das Darlehen fast umsonst. Na klar sind da dadurch die Immobilienpreise schon viel zu hoch, aber ich glaube kaum, daß es in Zukunft billiger wird. In guten Lagen wird die Nachfrage hoch bleiben. Bei uns im Ort gibt es keinen einzigen Bauplatz mehr, so daß die Grundstückspreise in den letzten Jahren um gut 40% gestiegen sind. Es werden nur noch alte Immobilien angeboten und ab und zu mal ein Haus daß schon über 50 Jahre und älter ist abgerissen und dort neu gebaut. Wenn die Kinder mal aus dem Haus sind hat man halt ein oder zwei Gästezimmer mehr oder nutzt es selbst als Haushaltszimmer oder Büro. Bin mir sicher, wenn die Enkel kommen und übernachten möchten braucht man das eine oder andere Zimmer wieder. so ist es bei uns. 

Antwort
von NasiGoreng, 60

Wenn Dein Arbeitsplatz und damit auch das Einkommen sicher ist, würde ich die Immobilie kaufen.

Mit 1.300 € Liquiditätsüberschuss und der eingesparten Miete, lässt sich der Schuldendienst (Zins und Tilgung als feste mtl. Annuitätsrate) für ca 280 TEUR locker bezahlen. Wichtig ist eine lange (!) Zinsfestschreibung, möglichst über die gesamte Kreditlaufzeit hinweg.

Mit Gottes Hilfe und der bald steigenden Inflationsrate wirst Du das schaffen.

Nur auf die Prognose, dass die Kinder in 10-12 Jahren aus dem Haus sind würde ich nichts geben.

Antwort
von Kirsch98, 18

Nach mir kaufen ist besser, wenn möglich..Immobilien kaufen ist immer eine Investition!

Antwort
von Juli1991, 27

Eine Überlegung, die man laut meiner Recherche mit einbeziehen sollte: das Alter der Kreditnehmer. Ich erwähne das, weil die Kinder ja schon älter zu sein scheinen (8 und 10 oder so?). Ich habe gelesen, wer es nicht schafft bzw. es nur ganz knapp schafft, bis zur Rente den Kredit abzubezahlen, der sollte es lieber lassen, denn das kann ganz ungemütlich werden. 

Antwort
von sebastian80, 13

ja, die selbe Überlegungen hatte ich auch. Entweder Hausbesitzer werden und 20 Jahre das Haus abbezahlen oder in meiner Mietwohnung weiter wohnen mit deutlich weniger Platz, aber dafür mit mehr Geld zum Leben und auch ohne den Hintergedanken an einen Kredit. Ich habe mich für Variante zwei entschieden. So lebt man einfach ruhiger. Besitz heißt auch immer Verpflichtung und Zukunftsängste, solang man diesen nicht abbezahlt hat. Ich habe mir lieber mit meinem Eigenkapital eine Wohnung in Leipzig gekauft, welche ich vermiete. So hab ich noch ein zusätzliches Einkommen. Wen es interessiert, ich habe die Wohnung damals bei ImmVest Wolf gekauft.
Viele Grüße

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