Frage von Rubinrot, 221

Haus kaufen in sechs Jahren?

Hallo!

Wäre bei uns ein Hauskauf in ca. sechs Jahren realistisch?

Bei einem Kaufpreis von 180.000 Euro und bis dahin um die 30.000 Euro Eigenkapital benötigten wir einen Kredit von 150.000 Euro.

Zusammen verdienen wir ca. 3000 netto im Monat. Unsere momentane Warmmiete beträgt 800 Euro.

Zum Zeitpunkt des Kaufes wären wir 29 und 31. Kinder sind nicht da und werden auch nicht kommen.

Geht das auf? Benötigen wir mehr Eigenkapital? 40.000 wäre das Maximun, das wir uns in sechs Jahren ansparen könnten.

Abzahlen möchten wir 20 - 25 Jahre. Dann wären wir um die 55.

Wir sind noch jung, aber ein eigenes, wenn auch winziges Haus, wünschen wir uns doch.

Danke!

Antwort
von gandalf94305, 221

Wenn das Häuschen 180 kEUR kostet, dann rechnest Du noch 10% dazu für Erwerbsnebenkosten. Weitere ca. 10% sollten als Reserve bestehen, um Möbel, Sonderwünsche etc. abzudecken (ja, die werden kommen, keine Sorge!). Das macht einen Finanzierungsbedarf von ca. 216 kEUR. Wird die Immobilie zu 60% (alternativ: 80%) beliehen, so wäre ein Darlehen von 108 kEUR (alternativ: 144 kEUR) darstellbar. Es fehlen also 108 kEUR (alternativ: 72 kEUR) als Eigenkapital. Mit anderen Worten: das wird nicht so gehen.

Geht man bei den 3.000 EUR netto im Monat von Lebenshaltungskosten (ab Einzug ins Haus) von ca. 1.000 EUR p.m. (erste Person) und 700 EUR p.m. (zweite Person) aus, so verbleiben 1.300 EUR. Bei einem Satz von (Zins mal mit 3%, Tilgung 5% angenommen) wäre das ein Darlehen in Höhe von max. ca. 195 kEUR. Für ein Darlehen von 120 kEUR würdest Du selbst bei noch schlechteren Konditionen (Zins 4%, Tilgung 5%) nur 900 EUR p.m. an Zins und Tilgung zahlen müssen.

Andererseits sagst Du, daß 40 kEUR in sechs Jahren das Maximum an Ansparung sein könnte. Geht man von laufenden Nebenkosten in vergleichbarer Höhe mal aus, würde das bedeuten, daß Ihr derzeit nur ca. 560 EUR p.m. zurücklegen könnt. Das funktioniert natürlich auch nicht, wenn Ihr nach Einzug max. diesen Betrag für Zins und Tilgung aufbringen könnt.

Mit anderen Worten: das Darlehen werdet Ihr wahrscheinlich nicht abzahlen können und es mangelt an Eigenkapital. Also muß das Häuschen noch etwas kleiner werden oder aber Ihr kauft ein gebrauchtes Haus und renoviert selbst (das kann aber auch ein Kostenfresser werden).

Sucht einen Finanzierungsberater und vergeßt bitte nicht Erwerbsnebenkosten und einen Puffer für Umzug, Möbel etc., die sicher notwendig sein werden (ich spreche aus Erfahrung).

Kommentar von Rubinrot ,

Aber spricht man nicht von ca. 20% Eigenkapital? Die wären mit 40.000€ bei einem Kaufpreis von 180.000€ doch gegeben. Momentan bleiben uns nach Miete, Einkauf, Auto, Freizeit... ca 1000€ übrig.

Zieht man nun noch die Kaltmiete ab, wären das 1500€.

Wenn man davon mtl. 500€ an die Seite legen würde, könnten wir doch mtl. locker 1000€ abzahlen.

Ich zerbreche mir schon länger den Kopf darüber. Wie leisten sich Normalverdiener ein Haus?

Kommentar von gandalf94305 ,

Falsch gerechnet.. Wenn das Haus 180 kEUR kostet, dann sind die Erwerbsnebenkosten ungefähr 10% und für Sonderwünsche, Umzug, neue Möbel, Teppichböden, Gardinen, ... benötigt man vielleicht weitere 10%. Macht also 216 kEUR.

Nimmst Du davon dann 20% Eigenkapital, so wären das 43.200 EUR. Darlehen also 96% Beleihung der Immobilie. Das gibt schlechte Konditionen. Über 80% sollte man nicht gehen. Also bist Du bei max. 144 kEUR Darlehen zu vernünftigen Konditionen. Verbleiben 72 kEUR als liquide Mittel (Eigenkapital), die Ihr benötigt.

Die Faustregel lautet übrigens nicht, daß man 20% Eigenkapital haben sollte, sondern eher 30-40%.

Und wenn Du heute ein frei verfügbares Kapital von 1.000 EUR hast, dann macht das auch sechs Jahre (72 Monate) doch gerade 72 kEUR - nicht die von Dir genannten 40 kEUR.

Antwort
von MadRampage, 182

Ihr könnt versuchen mit einem BSV (Bausparvertrag) die Finanzierung 80%-100% zu füllen, denn die BSV-Konditionen sind unabhängig vom Rang der Besicherung:

Berechnung benötigtes EK anhand der Kosten:

  • Kaufpreis 200.000 EUR(in 6 Jahren können die Preise auch steigen)
  • Kaufnebenkosten 11% (Makler, Grunderwerbssteuer, Notar) = 22.000 EUR
  • Umzugs & Einrichtungskosten (ganz grob geschätzt) = 18.000 EUR
  • Reserve (weil irgendwas wird immer teurer oder vergessen) 10.000 EUR
  • gesamt-finanzbedarf = 250.000 EUR
  • davon erstragig zu besichern max 200.000 x 80% = 160.000 EUR
  • zweitrangig 80%-100% über BSV = 40.000 EUR (Bausparsumme)
  • benötigtes EK = 250k - 160k - 40k = 50.000 EUR (wobei man zusätzlich ca. 15k-20k in den BSV einzahlen muss um die Zuteilung der 40k-Bausparsumme zu erreichen)

monatliche Rate nur Kaufpreis+Nebenkosten: Mit Euren Vorgaben (ca. 1050 monatliche Rate gewünscht für 25 Jahre) kommt OHNE Umzugskosten+Einrichtung+Reserve beio 5% Soll-Zinsen ein maximaler Kaufpreis von ca. 190.000 EUR raus: http://www.zinsen-berechnen.de/immobilienrechner.php

PS: Auch ich frage mich wie sich so viele Leute ein Eigenheim leisten können. Selbst einfache (Eigentums)Wohnungen kosten über 200.000 EUR - da ist Mieten, zumindest derzeit, günstiger als Kaufen!

Kommentar von baufinord ,

...viele Leute können sich Wohneigentum leisten, weil sie einen vernünftigen Finanzierungsplan aufstellen und nicht so finanzieren, wie in dem Beispiel aufgeführt...kleiner Tipp: Bausparkassen finanzieren bis maximal 80% des Beleihungswertes..das entspricht ca. 72% des Kaufpreises (sofern der marktüblich ist)...ein "zweitrangiges Darlehen" von einer Bausparkasse für den Anteil über 80% ist schon einmal Quatsch...genau der gleiche Quatsch ist es, dass man das Mindestguthaben sofort in den Bausparvertrag einzahlen muss...

..gut ist der Ansatz, dass es neben dem Kaufpreis etc auch noch andere "weiche Kosten" wie Umzug, Möbel usw. gibt...in welcher Höhe die anfallen, ist aber sehr individuell...da würde ich nicht mit irgendwelchen Pauschalen arbeiten...

...dass Mieten derzeit grundsätzlich günstiger ist als kaufen, ist allerdings schon wieder Unsinn...was sich von beiden Alternativen unter dem Strich besser rechnet, hängt von diversen Faktoren ab...wer beispielsweise mit häufigeren Jobwechseln rechnet (inkl. neuem Arbeitsort) ist ggf. mit der Miete besser bedient, aber für die meisten rechnet sich Wohneigentum gerade jetzt....

Antwort
von GrafDagobert, 172

Meiner Meinung nach definitv zu wenig Eigenkapital. Theoretisch wirst du zwar evtl. schon einen Kredit bekommen, die Frage ist nur, ob du das wirklich willst...

Antwort
von wfwbinder, 143

Keiner kennt die Kreditkonditionen in 6 Jahren.

aber ich würde schon mit einer Belastung von 8 % pro Jahr, bezogen auf den Kreditbedarf rechnen. Das wären 12.000,- bei 150.000,-, also 1.000,- pro Monat. Dazu die Neben- und Heizkosten, also kann sich die "Warmmiete" schon bis zu verdoppeln.

Für die Bank wären schon 20 % Eigenkapital, also 36.000,- nötig.

Technisch ist das wohl durchführbar. Sparen darauf solltet Ihr, aber garantieren, dass die Verhältnisse in 6 Jahren passend sind, kann Euch keiner.

Eventuell fallen bis dahin sogar die immobilienpreise wieder.

Antwort
von baufinord, 135

Gegenfrage: warum wollen Sie 6 Jahre warten? Die Zinsen sind aktuell auf dem niedrigsten Stand überhaupt...

Bei einer Wunschrate von 800 Euro ließe und einem Kaufpreis (und Darlehensbetrag) von 180.000 Euro könnte man für Zinsen und Tilgung 5,33% Zahlen. Bei einem Zinssatz von ca. 2,5% bis maximal 3% bleiben mindestens rund 2% für die Tilgung...und selbst wenn auch noch die Erwerbsnebenkosten mitfinanziert werden müssten (was grundsätzlich möglich wäre), käme man mit der Wunschrate immer noch hin...

Sollten Sie die Zinsen in den kommenden 6 Jahre steigen, verringert sich entsprechend der maximale Darlehensbetrag...bei 4,5% Zinsen und 2% Tilgung wären dann beispielsweise "nur" noch rund 147.000 Euro finanzierbar...und die insgesamt zu zahlenden Zinsen (bis zur Tilgung des Darlehens) wären deutlich höher als bei einer Finanzierung heute...

Übrigens: es ist ein Ammenmärchen, dass ALLE Banken grundsätzlich 20% Eigenkapital sehen wollen. Es gibt durchaus Banken, die einen solchen Eigenkapitalanteil verlangen, aber es gibt zahlreiche andere, die auch mit weniger Eigenkapital (oder ganz ohne) finanzieren....

Antwort
von Typderfinanzen, 125

Wenn der Kaufpreis 180T und das EK 30T sind - wie viel Kredit benötigt ihr dann ?

Mehr als 150T - vergesst nicht die Nebenkosten !

Geht doch mal zu einem Finanzierungsberater und lasst euch beraten was ihr jetzt schon machen könnt, ob das EK ausreicht, etc.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten