Frage von coru27, 114

Wir hatten dieses Jahr durch einen Polizeieinsatz einen Schaden, die Polizei erstattete 40 % , die Versicherung zahlte gar nichts, wie schaut es steuerlich aus?

Antwort vom Steuerberater online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihre Steuerfrage. Kompetent, von geprüften Steuerberatern.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Gaenseliesel, 114

Ja, dies sind Aufwendungen für Schäden an Wohnung und Hausrat, die du als Außergewöhnliche Belastungen " anführen kannst. 12,000 Euro sind schon ne Menge Holz.

Es wird jedoch nur der Teil der Kosten als außergewöhnliche Belastung als abzugsfähig anerkannt, der die zumutbare Belastung übersteigt. Und dann nur der Teil auf dem du sozusagen sitzen geblieben bist. Die  bereits 40 % Erstattung  rausrechnen.

Dazu ( Prozente ) schau noch einmal selbst ins www !

Kommentar von Privatier59 ,

Nun ja, die "Schicksalhaftigkeit" muß schon dazu kommen. Wenn die Polizei nur 40% des Schadens gezahlt hat weil ein Mitverschulden vorlag, ist das gerade nicht mehr schicksalhaft.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Danke Pv59,  mein steuerrechtlicher Ausgangsgedanke war: Außergewöhnliche Belastungen müssen um anerkannt zu werden, eine Zwangsläufigkeit begründen.

" Zwangsläufigkeit ist gegeben, wenn sich der Steuerpflichtige den Aufwendungen aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen kann und soweit sie den Umständen nach notwendig sind."

Wenn ich jetzt noch lese es handelte sich um  eine Hauserstürmung......ich wüsste jetzt nicht, wie man sich solch einem Einsatz hätte entziehen können, es sei denn man ist der Auslöser solch einer Polizeiaktion. 

In diesem Fall wäre es dann doch etwas dreist, den Schaden dem Steuerzahler unterschieben zu wollen.

Ich gehe mal davon aus, dass es ein Fragesteller ist, der durch diese Aktion unverschuldet zu Schaden gekommen ist und nicht ausreichend entschädigt wurde.

Kommentar von Privatier59 ,

Das ist die eine Möglichkeit. Wie wäre aber folgende Variante: Die Polizei entschädigt den Zeitwert, der Fragesteller aber richtet sich neu ein und meint, den Neuwert erstattet bekommen zu müssen. Wäre das zwangsläufig? Ich meine nicht. Ist natürlich alles spekulativ. Wir kennen den Fall nicht.

Kommentar von Gaenseliesel ,

lach..........ja gut, in dem Fall sind meine Kommentare zur Frage gegenstandslos geworden und zum Streichen frei gegeben :-))

Wir können nur wissen, was wir lesen ! 


Kommentar von coru27 ,

Es ist so, dass bei der Erstürmung eine komplette Fensterfront mit Rollladen, eine Zimmertür, Möbel etc. zu Bruch gingen. Andere Gegenstände, wie Kleidung, Kleingeräte etc. wurden "konterminiert" und mußten entsorgt werden.

Wie gesagt der Schaden belief sich auf ca. 20.000,-, d.h. dieser Betrag mußte aufgewendet werden, um die Gegenstände neu zu beschaffen.

Die Polizei erstattete 8.000,-, die Versicherung weigert sich zu zahlen, da ein solcher Fall nicht abgesichert ist. Ein eingeschalteter Rechtsanwalt konnte auch nichts bewirken.

Kommentar von Privatier59 ,

Es ist also ein Abzug Neu für Alt vorgenommen worden. Was das Finanzamt bemängeln wird ist, daß Neuanschaffungen vorgenommen wurden statt sich gebrauchte Geräte zu besorgen. Ich zweifele, daß in einem solchen Falle die Anerkennung als außergewöhnliche Belastung möglich sein wird. Man kann es zwar versuchen, wird dann aber wohl für jeden einzelnen neuangeschafften Gegenstand auszuführen haben, daß dieser gebraucht nicht zu erwerben war.

Kommentar von coru27 ,

 der Art habe ich mir gedacht..... :-(

Na ja, wer den Schaden hat, wird vom Staat verspottet...... oder wie lautet das Sprichwort ?  :-D

Kommentar von Gaenseliesel ,

ja also, ich möchte so etwas auch nicht erleben :-(((

Versuchen (Steuer) würde ich's dennoch, schon allein weil es mich wurmen würde, auf einen Großteil der unverschuldeten Kosten sitzen bleiben zu sollen.

Kommentar von Gaenseliesel ,

coru27, mein Gott, ist ja krass ! 

Natürlich kann man sich jetzt keine "goldenen Wasserhähne" einbauen lassen, quasi besser gestellt sein wie vor dem Ereignis, aber einen vertretbaren Ersatz sollte man erwarten dürfen. 

http://www.streifler.de/entschaedigungsansprueche-im-bereich-des-polizei--u.-ord...

(5) Bei der Bemessung des Ausgleichs sind alle Umstände zu berücksichtigen, insbesondere Art und Vorhersehbarkeit des Schadens und ob der Geschädigte ......

Fazit, alles eine Sache der Auslegung ( Gummiband Verordnungen )

Beim Beurteilen durch das FA kommt es u.a. auch darauf an, ob man Ausgaben die nicht ersetzt wurden im angemessenen Rahmen glaubhaft machen kann.

Wie sagt man ? Versuch macht kluch ;-))  Sollte diese Außergewöhnliche Belastung nicht anerkannt werden, musst du dir nicht vorwerfen, es nicht wenigstens versucht zu haben. 

Kommentar von Privatier59 ,

Den Ärger den der Fragesteller jetzt hat, hat jeder Geschädigte der sich nach den gesetzlichen Vorschriften entschädigen lassen muß. Anders als etwa bei der Gebäudeversicherung oder Hausratversicherung gibt es nicht den Neuwert, sondern nur den Zeitwert. Das ergibt sich aus dem allgemeinen Grundsatz des Schadensrechts: Ein Schadenfall darf nicht zur Bereicherung des Geschädigten führen. Das wäre aber der Fall, wenn man den Neupreis zahlt. Der Wertverlust war ja schon VOR dem Schadensfall eingetreten. Das wird auch das Finanzamt sagen: Der allgemeine Wertverlust einer Sache ist kein außergewöhnliches und unvorhersehbares Ereignis, sondern trifft alle und jeden.

Kommentar von Gaenseliesel ,

ok, belassen wir es dabei ;-) Hoffentlich gerät man nicht irgendwann mal selbst in solch eine Polizeiaktion ........ 

Antwort
von gammonwarmal, 93

Wie soll man damit etwas anfangen?

Wenn es ein Verkehrsunfall (Zusammenstoß) mit einem Polizeifahrzeug war, hat die Polizei eben eine Schuld von 40% anerkannt. Da Polizeifahrzeuge, da zum Bundesland gehörig, nicht versicherungspflichtig sind, wird die Entscheidung also dort getroffen.

Wenn Du aber 60% Verschulden hast, wird also Deine Versicherung wohl diese 60% übernehmen müssen. Ob Du das steuerlich berücksichtigt bekommst, hängt von den Umständen ab, z.B. beruflich unterwegs.

Ob das aber so ein Fall ist, steht nach Deiner Fragestellung auf einem anderen Stern.

Kommentar von coru27 ,

Es hat sich nicht um einen Verkehrsunfall gehandelt.

Der Schaden entstand am Haus, an Einrichtung und Hausrat.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community