Frage von Elligreta, 10

Hat man Sonderkündigungsrecht bei Mietvertrag wenn unangemessen hoohe Mieterhöhung angekündigt wird?

Wenn ein Mieter die Miete von 700 auf 950 Euro netto erhöhen will, ist das doch gar nicht erlaubt. Wie kann man sich als Mieter verhalten-hat man aufgrund der unberechtigten Forderung ein Sofortkündigungsrecht?

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von LittleArrow, 9

Wenn ein Mieter die Miete von 700 auf 950 Euro netto erhöhen will, ist das doch gar nicht erlaubt.

Selbstverständlich ist dem Mieter erlaubt, die Nettomietzahlung zu erhöhen. Ein Vermieter wird sich dagegen auch kaum wehren.

Vielleicht meinst Du ein Mieterhöhungsverlangen eines Vermieters? Um Dir eine vernünftige, brauchbare Antwort geben zu können, solltest Du nicht nur das Fazit der Mieterhöhungsankündigung wiedergeben, sondern den Wortlaut oder die genaue Begründung. Aber Du kannst auch gar nichts tun: nicht widersprechen, die verlangte Erhöhung nicht zahlen und abwarten, ob der Vermieter überhaupt Klage zur Mieterhöhung erhebt und wenn, ob er Recht bekommt. Wenn Du aufgrund der Gemengelage sicher bist, dass das Mieterhöhungsverlangen rechtswidrig ist, dann solltest Du schon gar keinen Widerspruch einlegen, sondern wirklich einfach nichts tun. So gewinnst Du Zeit bis zur tatsächlichen Mieterhöhung bzw. zur nächsten. Du mußt bei unwirksamer Mieterhöhung nicht den Vermieter belehren! Du darfst ihm aber trotzdem eine freiwillige Erhöhung um - sagen wir - € 50 anbieten ("Mehr ist momentan nicht drin!"). Wenn er das annimmt, hast Du für weitere 12 Monate Ruhe. Wenn nicht, dann brauchst Du nichts weiter zu tun, wie schon beschrieben.

Ein Sofortkündigungsrecht ("Ich kündige zum Monatsende November 2013!") hast Du nicht, aber ein kleines Sonderkündigungsrecht (siehe die Antworten von wfwbinder und imager). Du brauchst nach Inanspruchnahme dieses Rechtes auch die Mieterhöhung nicht zu zahlen.

Also, wie wird das Mieterhöhungsverlangen genau begründet?

Kommentar von anitari ,

Selbstverständlich ist dem Mieter erlaubt, die Nettomietzahlung zu erhöhen. Ein Vermieter wird sich dagegen auch kaum wehren.

;-))

Kommentar von Gaenseliesel ,

DH ! Super ! Mieter/ Vermieter, hatte ich im ersten Moment auch überlesen ! K.

Kommentar von LittleArrow ,

@Elligreta:

Leider habe ich von Dir noch keine Antwort auf meine Frage erhalten.

Was ein Mieterverein empfiehlt, kann hier z. B. nachgelesen werden:

http://www.mieterverein-hamburg.de/tl_files/dokumente/merkblaetter/merkblatt-01-...

Antwort
von Kevin1905, 9
Wenn ein Mieter die Miete von 700 auf 950 Euro netto erhöhen will

Wäre ich Mieter wäre, käme ich nicht im Traum auf die Idee freiwillig meinen Vermieter reicher zu machen, warum auch??


Solltest du jedoch gemeint haben, dass der Vermieter die Miete erhöht:

Man zahlt die erhöhte Miete nicht, sondern die vorher ausgemachte. Am besten dies auch schriftlich dem Vermieter anzeigen

Dann müsste der Vermieter auf Zustimmung klagen und die Klage würde abgewiesen, wenn die Erhöhung gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstößt.

Dies gilt für Nettokaltmieten. Eine Anpassung der Nebenkosten ist keine Mieterhöhung.

Antwort
von wfwbinder, 7

Warum kündigen? Man muss der Mieterhöhung ja nicht zustimmen. Jede Mieterhöhung, die über die gesetzlich zugelassenen Größen geht kann bekämpft werden.

Wenn einem die normal zulässige Steigerung noch immer zu hoch ist, kann man natürlich auch kündigen.

Nach § 561 BGB steht einem ein Sonderkündigungsrecht bis zum Ablauf des 2. Monats auf den Zugang der Erklärung, bis zum Ablauf des übernächsten Monats zu.

Die Mieterhöhung tritt in diesem Fall nicht ein. Es gllt für Erhöhungen zur ortsüblichen Vergleichsmiete (§ 558 BGB) und wegen Renovierung (§ 559 BGB).

Antwort
von imager761, 7

Zunächst könnte man der Kündigung auch widersprechen, wenn sie unbegründet, überhöht oder unangemmessen wäre :-)

Aber man hat bei jedem Mieterhöhungsverlangen n. §§ 558 f. BGB des Vermieters gem. § 561 Absatz 1 BGB eine Sonderkündigungsrecht, kann also innerhalb von 2 Monaten zum Ablauf des dann übernächsten Monats kündigen, ohne dass die Mieterhöhung greift: http://dejure.org/gesetze/BGB/561.html

G imager761

Antwort
von Primus, 4

Bevor Du gleich kündigst, solltest Du versuchen zu klären, ob diese Mieterhöhung rechtens ist.

Ein Mieterverein in Deiner Nähe wird sich für kleines Geld um Deine Belange kümmern.

Gibt es gegen die Erhöhung keine Einwände, kannst Du immer noch kündigen.

Antwort
von Tina34, 5

mal eine andere Frage - ist das eine "normale Mieterhöhung" oder wurde die Miete wegen einer Sanierung erhöht?

http://www.finanztip.de/recht/mietrecht/mieterhoehung-grundlagen.htm

Antwort
von anitari, 5

Um was für eine Mieterhöhung geht es denn?

Wenn nach BGB § 558, da sind max. 20 bzw. 15 % erlaubt, wäre sie schlicht unwirksam. Da braucht man nicht kündigen, nur weiter brav die Miete (700 €) zahlen.

Gleiches trifft zu wenn gar keine Begründung genannt ist.

Bei Modernisierungsmieterhöhung wäre zu prüfen ob die 250 € berechtigt sind.

Oder man macht von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch. Dann muß man bis zum Ende der Kündigungsfrist die erhöhte Miete nicht zahlen.

Sofort, fristlos, kann man wegen einer Mieterhöhung nicht kündigen.

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