Frage von Gabriele12, 233

Hartz IV bei Eigentumswohnung,es bleiben 0,47 Cent zum Leben

Da ich eine ETW besitze, welche noch mit ca. 18.000,-- EUR verschuldet ist, musste ich in diese Wohnung ziehen, um überhaupt Hilfestellung zu erhalten. Nach Abzug von Strom und Telefon, und der Tilgung+Zinsen (ca. 220,-- mtl) bleiben mir nun noch 0,47 Cent zum Leben. Wo finde ich ähnliche Fallbeschreibung und wie sollte ich mich hier verhalten?

Antwort
von wfwbinder, 233

Leider ist der Sachverhalt nicht vollständig, weil Du nicht schreibst, was dir ausgezahlt wird. Das Problem ist der tilgungsanteil für deine Wohnung. Die Zinsen dürften 720,- bis 900,- Euro pro Jahr sein. Der tilgungsanteil der kreditrate somit 145,- bis 160,- Euro die Dir. Vom Regelsatz fehlen. Auch schon hart.

Im übrigen ist entweder der Bescheid falsch, oder Deine Angaben. Oder die Ausgabenpolitik.

Kommentar von Gabriele12 ,

Die Auszahlung ist derzeit 676,--, die Weiterbewilligung noch nicht durch. Mtl. Zs.ca. 25,-- EUR, noch nicht in den 676,-- enthalten. Aber ist wohl so, bin total in der Zwickmühle. Die Whg. ist mit 51 qm wohl nicht viel zu groß. Auch wenn ich verkaufe, mir aus dem Erlös eine kleinere Whg. kaufe, ohne Tilgung, stehe ich weiterhin mit der alten-jetzigen Whg. bei der Bank in Schuld, und müsste diese Raten dann auch wieder aus der Leistung begleichen. Die Darlehen sind variabel derzeit und somit zum rel. günstig. Das Amt hat vier Monate für die erste Zahlung gebraucht, mein Dispo war total ausgelaugt und jetzt wart ich schon wieder 6 Wochen, weil der Fall so komplex angeblich ist. Danke für die Antwort!!!!!!!

Kommentar von wfwbinder ,

Mtl. Zinsen 25,- Euro kann nciht sein. das wären 300,- im Jahr, Restschuld 18.000,-wären nur ca. 1,7 % Zinsen. Paßt nicht.

676,- Euro Auszahlung? Ist das für 2 Personen?

Aber 220,- für die Wohnung, + Telefon + Strom kann doch keine 676,- Euro ergeben, wie im Sachverhalt geschrieben.

Gehe mal zum Amtsgericht und lasse Dir einen Beratungsschein für einen Anwalt geben udn dann dort zu dem Thema beraten.

Antwort
von billy, 184

Bei allem Respekt, niemand kann verlangen das sein Wohneigentum von Sozialleistungen finanziert werden. Bleibt nur Job suchen und Wohnung aus eigener Kraft bezahlen.

Kommentar von Gabriele12 ,

Vielen Dank, das ist mir klar. Nicht jeder hat immer die Kraft und das Alter, einen Job und genug Kraft zu haben. Nix für ungut

Antwort
von Privatier59, 178

Du schilderst den Sachverhalt nur lückenhaft: Welche Leistungen werden Dir gewährt, welche Angaben hast Du im Antrag gemacht, wie groß ist die Eigentumswohnung? Die Tilgung des Darlehens bekommst Du vom Staat nicht bezahlt. So viel ist jedenfalls schon mal klar. Wenn es sich um eine große Wohnung handeln sollte, wird es auch bei den übrigen Aufwendungen nicht vollen Ersatz geben. Du steckst natürlich jetzt in der Zwickmühle: Einerseits wird Dein Gläubiger kein Verständnis für Zahlungsrückstände haben und an Vollstreckung denken. Andererseits kannst Du auch nicht an den Verkauf der Wohnung denken denn dann wärst Du verpflichtet, den Kaufpreis -oberhalb des Schonvermögens- für den Lebensunterhalt einzusetzen. Hartz IV gäbe es erst wieder, wenn das Vermögen aufgebraucht ist.

Kommentar von Gabriele12 ,

Vielen Dank für die Mühe, die Wohnung ist 51 qm und die NK wurden erstmal übernommen. Ja, Zwickmühle ist richtig.

Antwort
von MadRampage, 170

Hallo Gabriele12

ALG2/Hartz4 übernimmt:

  1. die Zinsen und Teile des Hausgeldes des selbstgenutzen Wohneigentums als "Mietersatz" für Kaltmiete + Nebenkosten + Heizkosten.
  2. Dazu gibt es die Krankenversicherung
  3. plus den Regelsatz zum (Über)Leben.

Der Tilgungsanteil der Kreditrate als auch Rücklagen des Hausgeldes muss man als ALG2-Empfänger vom Regelsatz irgendwie zahlen, was nicht einfach ist. Lass Dich vom Amt beraten und berechnen wie hoch Dein "Miete", die vom Amt übernomen wird ist. Anschließend bei der Bank freundlich fragen ob man ggf. die Tilgung reduzieren kann.

VIEL ERFOLG!

Kommentar von wfwbinder ,

Der Vorschlag mit der Tilgungsaussetzung ist gut. Schwierig, ob die bei ALG II mitmachen. kommt auf die Rahmenbedingungen an.

Kommentar von MadRampage ,

Deswegen auch nur reduzieren:

  • 18.000€ Restschuld
  • Rate = 220 - 40€ Strom -30€ Telefon = 150€ Rate (Zins + Tilgung)
  • d.h Tilgung = 5% (bei angenommenen 5% Zinsen)
  • die man auf 2% reduzieren könnte um die Rate von 150 auf 105€ zu senken
Antwort
von Primus, 151

Hier kannst Du überprüfen, was Dir zusteht:

http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/alg2-rechner.html

Kommentar von Primus ,

Außerdem gilt folgendes:

im Rahmen von Alg II übernimmt der Staat zwar in angemessenem Umfang Kreditzinsen. Die eigentlichen Kredittilgungsraten allerdings nicht. Denn für Dich sind die Kreditzinsen sozusagen das, was für einen Mieter die Mietzahlung darstellt.

Der Staat übernimmt auch die Grundsteuer und andere öffentliche Abgaben. Des Weiteren die Nebenkosten. Diese fallen ja auch bei einer Mietwohnung an.

Die Tilgungsraten werden allerdings nicht übernommen. Sie würden der Vermögensbildung dienen. Diese musst Du dann mit Deiner 391 € Alg II-Regelleistung weiter aufbringen.

Kommentar von Gabriele12 ,

Vielen Dank, ja ist so. Da bleibt nicht viel übrig, wenn man bis zum Ernstfall es nicht geschafft hat, die Darlehen zu tilgen.

Kommentar von Primus ,

Vielleicht solltest Du den Rat von MadRampage befolgen und ein Gespräch mit der Bank suchen.

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du wenigstens einigermaßen gut aus dieser Misere herauskommst!

Antwort
von althaus, 145

Was hälst Du davon die Wohnung wieder zu verkaufen? Dann hat Dein Geldsorgen ein Ende. Wer sich keine Wohnung leisten kann, sollte auch keine besitzen.

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