Frage von Engel03, 99

HARTZ 4 Hilfe!?

Hallo, ich habe mal eine Frage an euch, ich bin zu meiner Freundin gezogen, Sie hat einen kleinen Sohn, ist zurzeit zuhause und bekommt ALG2. Meine Frage: Wie wirkt sich das auf Ihr Arbeitslosengeld aus? Ich bin noch Verheiratet, habe 2 Kinder wo ich Unterhalt bezahle, an meine noch Ehefrau werde ich wahrscheinlich auch Geld bezahlen müssen. Ich habe ein Haus wo noch ca. 200.000 Euro Schulden bestehen. Das Haus wird aber verkauft eine Maklerin ist beauftragt. Somit bleiben nicht mehr ganz so viel bei den Krediten. Ich habe monatlich ca. 2.000 Euro Lohn, wenn alles abgeht stehe ich unter meinem Selbstbehalt der ist doch etwas über 1000 Euro, Oder? Ich bezahle zurzeit auch noch alles was vorher bezahlt wurde, ( z.B. Telefon, Versicherungen, Wasserversorgung, Strom, usw.) Könnt ihr mir sagen wie wir weiter vorgehen müssen/ können, wegen dem Arbeitsamt? Wird bei meiner Freundin Geld abgezogen oder bekommt Sie dann gar keins mehr? Sie hat etwas über 800 Euro von denen + Kindergeld (184 Euro ) + Unterhaltsvorschuss (133 Euro )? Davon muss Sie ihre Miete mit 400 Euro bezahlen und hat noch sonstige Ausgaben.

Könnt ihr mit einen Rat geben was wir machen können oder machen müssen?

Mfg

Antwort
von HartzEngel, 78

Es ist so: wenn Ihr neu zusammenzieht, könnt Ihr darauf bestehen, daß Euch das Jobcenter erst nach 1 Jahr des Zusammenlebens als Bedarfsgemeinschaft sieht, würde heißen, Dein übersteigendes Einkommen (hat nichts mit dem Selbstbehalt bei Unterhalt zu tun, bei Alg II wird nur der Einkommensfreibetrag gerechnet) würde erst nach 1 Jahr angerechnet. ABER natürlich kürzt das Jobcenter die Miete, die sie für Deine Freundin samt Kind zahlt, sonst würde sie DIR ja die Miete zahlen. Ein Drittel der Miete sollte also von Dir kommen. Nach dem Jahr, wirst Du Deine Lohnabrechnungen abgeben müssen, Unterhalt für die Kinder wird berücksichtigt, wenn Du dann noch über dem Bedarf liegst (= Regelsatz und Miete), dann würde das bei Deiner Freundin angerechnet, natürlich mit Berücksichtigung des Freibetrages für Einkommen.

Antwort
von cyracus, 38

Bitte hole Dir unbedingt auch Rat bei einer guten behördenunabhängigen (!!!) Beratungsstelle wie dieser Hamburger

Arbeitslosen Telefonhilfe

0800 111 0 444 - wenn Du in Hamburg / Umgebung wohnst oder

040 22 75 74 73 - wenn Du in einem anderen Bundesland wohnst.

Dort ist man zum Thema Arbeitslosigkeit (ALG I + ALG II / Hartz IV) sehr erfahren.

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Vorsorglich auch diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger bearbeitet.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Die Begleitung kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Es gibt auch ehrenamtliche Behördenbegleiter. - Google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Behördenbegleiter

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Antwort
von wfwbinder, 38

Na ja, 12 Monate habt Ihr erstmal ruhe, weil ihr keine Einstehensgemeinschaft seid.

Nur einen Teil zur Miete mußt Du dazu geben, sollte logisch sein.

Bis in 12 Monaten werde sich ja die anderen Dinge geklärt haben.

Antwort
von VirtualSelf, 31

Da ein Kind involviert ist, habt ihr kein sogenanntes Probejahr; das Jobcenter darf ab dem ersten Moment des Zusammenlebens davon ausgehen (§ 7 Abs. 3 Nr. 3c SGB II i.V.m. § 7 Abs. 3 a Nr. 3 SGB II), dass ihr eine BG bildet und ihr hättet darzulegen, inwiefern und dass du ihr Kind nicht wie ein Elter versorgst.

BG bedeutet, dass dein Einkommen und Vermögen grundsätzlich auf ihren Bedarf angerechnet werden darf.

Auf dein Erwerbseinkommen hast du allerdings nicht nur erhebliche Freibeträge, sondern titulierter oder notariell beurkundeter Unterhalt senkt das anrechnungsfähige Einkommen unmittelbar (einfach mal § 11 b SGB II lesen).

In einer BG spielt der unterhaltsrechtliche Selbstbehalt keinerlei Rolle, da die Anrechnung beim Partner direkt und umittelbar erfolgt (über § 9 abs. 2 SGB II)

Ob und wie das Haus als Vermögensgegenstand verwertet werden muss, lässt sich hier genauso wenig abschätzen, wie ein späterer Alg2-Anspruch von euch in einer BG.

Euer Bedarf beträgt in BG 2 x 353 € + 229 (fürs Kind unter 7) + Miete (Alleinerziehendenmehrbedarf entfällt bei BG).

Verdienst du 2000€ netto, kannst du dein anrechnungsfähiges Einkommen grob umreißen: von den 2000 geht titulierter Unterhalt runter sowie ein Mindest-Absetzbetrag in Höhe von 330€; Rest ist im Grundsatz und ohne Berücksichtigung weiterer Gestaltungsspielräume auf euren Bedarf anrechnungsfähig; dazu kommt noch ihr anrechnungsfähiges Einkommen.

Ob ihr einen Leistungsanspruch behaltet, ... nunja .... keine Ahnung!

Könnt ihr mir sagen wie wir weiter vorgehen müssen/ können, wegen dem Arbeitsamt?

Den Zuzug hätte sie umgehend mitteilen müssen!!
Alles andere sollte ihr vor Ort fachkundig abklären lassen.

Kommentar von cyracus ,

Du schreibst: "Da ein Kind involviert ist, habt ihr kein sogenanntes Probejahr ... "

Engel03 schreibt ja nicht, dass es SEIN Kind ist - es ist lediglich ein Kind von der Frau da.

Also müsste das Probejahr gelten.

Kommentar von VirtualSelf ,

NEIN

§ 7 Abs. 3 a SGB II bezieht sich sowohl auf ein gemeinsamens Kind (Nr. 2), als auch ein nicht gemeinsames Kind (Nr.3)

Der Unterschied liegt im Außmaß der Versorgung.
Bei Nr. 2 reicht ein Zusammenleben, egal wie oder von wem das Kind versorgt wird, bei Nr. 3 muss das Kind gemeinsam versorgt werden.
Bedauerlicherweise hat der Gesetzgeber nicht definiert, was unter versorgen zu verstehen ist.
In der Praxis geht man zumindest bei uns davon aus, dass es sich um Erziehung wie ein Elter handelt (Betreuung über gelegentliches zur Schule bringen hinaus, bestrafen, belohnen ...... usw.)..

Kommentar von cyracus ,

... also wieder mal eines der bekloppten Hartz IV-Gesetze ... Hartz IV ist wirklich eine Pest!

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