Frage von CaglarK, 132

Handyvertrag - MwSt in der Umsatzsteuervoranmeldung absetzbar?

Hallo,

ich möchte demnächst einen Handyvertrag inkl. Handy abschließen, da mein jetziger Vertrag abläuft. Ich habe mich zum März 2016 selbstständig gemacht. Da meine Handynummer meinen Kunden zwecks Beratung, Bestellung und allgemeinen Fragen zu meinen Geschäftszeiten zur Verfügung steht, würde ich dies gerne auch als geschäftlich einstufen wollen. Da ich aber eine Flatrate im Vertrag habe, möchte ich aus finanziellen Gründen keinen zweiten(privaten) Vertrag separat abschließen wollen.

Das Handy und somit auch die SIM-Karte wird also privat und geschäftlich genutzt. Prozentuelle Angaben kann ich leider nicht machen, da ich nie vorausschauen kann, ob und wie oft sich Kunden melden. Das im Vertrag enthaltene Internet-Volumen wird aber zum größten Teil dafür gebraucht, um auf eBay immer auf dem Stand der Dinge zu sein, sowie Anfragen u.ä. von Kunden schnell bearbeiten zu können.

Zu meiner Frage:

Kann ich jetzt die in der monatlichen Handyrechnung enthaltene MwSt als Vorsteuer geltend machen?

Antwort
von wfwbinder, 91

Die Mobilfunkrechnung betrieblich buchen.

Am Jahresende 50 % der Kosten als Leistungsentnahme buchen.

Damit bleiben 50 % steuermindernd.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Kann man so machen und es stört sich niemand dran, ist strenggenommen aber nicht richtig. 

Denn § 12 Nr. 1 schreibt vor, dass ausscheidbare Aufwendungen gar nicht erst in die betriebliche Sphäre eindringen sollen. Damit wäre der Weg, von vornherein nur 50% betrieblich zu buchen, der richtige.

Aber wie gesagt, es hat noch nie jemanden gestört, es so zu machen.

Antwort
von hildefeuer, 92

Ich würde das mit Privatsplit buchen anteilig der Zeit (Geschäftszeiten). Also wenn 8Std. geschäftlich sind, bleiben 16Std. privat übrig. Also 100% auf Firma, Privatentnahme 66%, jeweils mit Umsatzsteuer.

Kommentar von CaglarK ,

Und in den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung das ebenfalls splitten?

Kommentar von hildefeuer ,

Da die Privatentnahme ebenfalls mit 19% MWST gebucht wird ist bereits alles korrekt verbucht. Buchen bei Zahlung. Beleg muss her, Bankabbuchung ausdrucken.

Kommentar von CaglarK ,

Sry dass ich mich jetzt eventuell etwas dumm anstelle, aber ich habe nichts von dem verstanden was Sie gesagt haben.

Kann ich die Vorsteuer in der Rechnung nun geltend machen oder nicht?

Kommentar von hildefeuer ,

Also noch einmal für Anfänger: Man bucht die Netto-Rechnung (100€) auf den Betrieb netto Mwst (19€) separat. Gleichzeitig bucht man eine Privatennahme (66€) von 66% netto Mwst (12,54€) separat. Dadurch werden 33% der Umsatzsteuer als Vorsteuer (6,27€) aktiv.

Ja zu einem Drittel.

Kommentar von CaglarK ,

Zu einem Drittel würde ja nur dann zutreffen, wenn ich nur 8 Std mein Handy für gewerbliche Zwecke nutze. Wie sieht es aber aus, wenn ich Anfragen so gut wie zu jeder Zeit bearbeite? Im konkreten Fall gab es auch schon Tage dass ich um 23 Uhr auf ebay angeschrieben wurde, an einem anderen Tag um 8 Uhr. Ich habe in meinen Angeboten Zeiten von 10-22Uhr angegeben, bearbeite Anfragen u.ä. aber eigentlich zu jeder Zeit. Wird die prozentuale Gewichtung dann anders aufgeteilt?

Kommentar von hildefeuer ,

nein, Du kannst eigentlich nur nach Deinen Geschäftszeiten aufteilen. So hast Du eine Chance das die Steuerbehörden das anerkennen. Sie müssen es aber nicht, es muss halt plausibel sein. Es geht auch weniger darum, ob und wann Du das Handy tatsächlich benutzt, sondern wann es Dir überwiegend geschäftlich zur Verfügung steht und das ist während der Geschäftszeiten. Wenn Deine Frau dann anruft, wird es ja auch privat genutzt.

Antwort
von Finanzer, 67

Ein Anteil von jeweils 50 Prozent privat und geschäftlich sollte anerkannt werden. 

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